Millionenbeträge werden fällig

Trockenheit setzt Moorstraßen zu - Ausmaß der Schäden noch offen

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Auch in Borchel gibt es erhebliche Schäden an der Kreisstraße sowie am Radwegn daneben.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Sommerhitze und die damit verbundene Trockenheit über mehrere Monate haben den Moorstraßen im Landkreis Rotenburg erheblich zugesetzt. Das Moor ist ausgetrocknet und zusammengesackt. Unter den Straßen auf moorigem Untergrund haben sich Hohlräume gebildet. Folge: Risse und Absackungen, Brüche in der Oberschicht und Wellen in Fahrbahnen sowie Radwegen.

Die betroffenen Moorstraßen seien bereits alle gewichtsbeschränkt, so Ralf Ratajczak aus dem Amt für Straßenbau beim Landkreis Rotenburg. In einigen Fällen sind sogar Straßensperrungen unvermeidbar. Schließlich geht es um die Verkehrssicherheit. Geschwindigkeitsreduzierungen sowie Hinweisschilder seien in Absprache mit der Polizei weitere erste Schritte.

Im Landkreis-Ausschuss für Hoch- und Tiefbau schilderte Ratajczak als ausgewiesener Straßenexperte die Situation, die sich ganz besonders im Nordkreis rund um Bremervörde, aber eben auch nördlich von Rotenburg – hier besonders in Borchel – als dramatisch erweist. Die Folgen der Problematik im Untergrund sind weithin sichtbar.

Besonders zu schaffen mache dem Amt für Straßenbau die Kreisstraße 106 zwischen Ochtenhausen und Ostendorf. Die Verbreiterung der Straße geht ab und liegt bereits zehn Zentimeter tiefer, in der Fahrbahn sind Wellen entstanden, hinzu kämen tiefe Lunken. Zu den Rissen gesellen sich auch Verformungen in Längs- und Querneigungen. Rissvergusse aus 2017 sind schon wieder offen.

Frost könnte die Schäden noch verschlimmern

Das Dilemma verdeutlichte Gert Engelhardt, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Straßenbau. „Die Risse sind das Problem: einfach dicht machen oder substanziell sinnvolle Maßnahmen ergreifen? Da schwanken wir.“ Aber der Winter steht kurz bevor. Dringt erst einmal Wasser in die Risse ein, bei denen vielfach unklar sei, wie tief sie sind, und folgt eine längere Frostperiode, nehmen die Schäden weiter zu. In der kommenden Woche soll der Kreisausschuss 650.000 Euro für erste Maßnahmen freigeben, um zumindest die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Doch damit allein ist es nicht getan. „Die Schäden sind noch nie so geballt aufgetreten. Das Ausmaß ist noch gar nicht greifbar, und die Schadensausprägung nimmt noch weiter zu“, so Ratajczak. Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit unter Berücksichtigung der aufgetretenen Schäden werde ein Millionenbetrag benötigt. Mit dem einfachen Aufbringen von Asphaltschichten ließen sich die Schäden nicht beheben, sondern mache es nur noch schlimmer. Der Landkreis wird also viel Geld in die Hand nehmen müssen. „Wir müssen auch die Firmen bekommen“, fügt Ratajczak hinzu.

Es gebe außerdem kein Patentrezept, in jedem Fall müsse sehr genau der Untergrund untersucht werden, um entscheiden zu können, wie und wie tief mit entsprechenden Maßnahmen anzusetzen ist. Dabei müsse auch ein Georadar zum Einsatz kommen, um zu erfahren, wie groß die Hohlräume sind. Bundes- oder Landesmittel für die Sanierungen gibt es zurzeit nicht. Erster Kreisrat Torsten Lühring ermunterte daher die Kommunalpolitiker, sich mit der Situation an die Landespolitiker zu wenden. So oder so: In den Haushalt 2019 muss Geld für die Sanierung.

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