Verteidiger stellt Aussetzungantrag

Der Ausgang im Fall des Leasingbetrugs ist offen

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Vor dem Landgericht in Verden muss sich derzeit ein 29-jähriger Rieder wegen Betrugs mit Leasingverträgen verantworten.

Rotenburg/Verden - Von Wiebke Bruns. Nach einer zweieinhalbwöchigen Pause wurde am Mittwoch am Landgericht Verden der Prozess um einen Betrug mit Leasingverträgen fortgesetzt. Ein Ende der Beweisaufnahme war geplant, doch stattdessen gab es auf Antrag des Verteidigers eine dreistündige Pause.

Danach stellte der Anwalt einen Aussetzungsantrag. Sollte das Gericht dem folgen, würde der Prozess kurz vor seinem Abschluss platzen und müsste noch einmal neu beginnen.

Im Wesentlichen ging es dem Verteidiger um die Telefonüberwachung. Von rund 357.000 Telefonaten seien nur 15.000 verschriftet worden. „Damit mein Mandant sich sachgerecht verteidigen kann, muss er sich sämtlicher Unterlagen bedienen können“, argumentierte der Verteidiger. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Markus Tittel, erklärte er, die Unterlagen bereits 2016 bekommen zu haben. „Aber es ist mir überlassen, wann ich diese lese“, so der Jurist. Außerdem sei der Email-Verkehr seines Mandanten unvollständig in den Akten.

Der 29 Jahre alte Angeklagte aus Riede soll verantwortlich für die Vertragsabschlüsse bei einem Unternehmen gewesen sein, dass seinen Kunden Leasingverträge ohne Schufa-Auskunft versprochen hatte. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, kam es dem Angeklagten nur auf die Anzahlungen an, Autos seien nicht ausgeliefert worden. Angeklagt sind 27 Fälle aus dem Jahr 2015. Teilweise geht es dabei aber auch um Betrug im Zusammenhang mit dem Einkauf von Büromaterial.

Campingplatz statt Autohaus

Der Betrieb lief auf den Namen seiner damaligen Lebensgefährtin, und Firmensitz war in Wilstedt. Doch unter der Adresse gibt es kein Autohaus, sondern nur einen Campingplatz. Agiert haben sollen der Angeklagte und die ebenfalls 29-Jährige aus der damals gemeinsamen Wohnung in Ottersberg. Sie wird sich in einem gesonderten Verfahren verantworten müssen. Genauso wie die 63 Jahre alte Mutter des Angeklagten aus Sittensen.

Wie es im aktuellen Prozess weitergehen wird, ist derzeit offen. Voraussichtlich am Freitag soll über den Aussetzungsantrag entschieden werden. Der Angeklagte hat damit auf jeden Fall Zeit gewonnen, die noch offenen Forderungen aus einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro zu zahlen. 

Mit Strafbefehl wurde im Mai 2015 vom Amtsgericht Achim das Fahren ohne Fahrerlaubnis geahndet. Ob noch weitere Geldstrafen offen sind, konnten Verteidiger und Angeklagter am Mittwoch nicht sagen. Dies sei nun vom Gericht zu prüfen. Insgesamt bringt es der Angeklagte Rieder bereits auf rund ein Dutzend Vorstrafen.

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