Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in Ahausen / Landkreis richtet Sperrgebiet ein

Vielen Bienen droht der Tod

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Die Amerikanische Faulbrut hat die Bienenvölker Wilhelm Peters bislang noch nicht erreicht.

Von Jessica Tisemann und Inken Quebe - Sperrgebiet im Landkreis Rotenburg: In den Gemarkungen Ahausen, Unterstedt, Eversen und Waffensen südlich der Bahnlinie stehen die Bienen unter Beobachtung. Das Veterinäramt des Landkreises hat diese Maßnahme verhängt, weil sich dort die Amerikanische Faulbrut ausgebreitet hat.

Dem Bericht zufolge ist die Seuche in einem Bienenstand in der Gemeinde Ahausen ausgebrochen. Das hatte das Amt bereits am 15. Mai festgestellt. Nun folgt die Sicherheitsmaßnahme mit dem Sperrbezirk um den Bienenstand.

Konkret heißt das: Sämtliche Bienenstände in diesem Gebiet sind dem Veterinäramt des Kreises unverzüglich unter Angabe des genauen Standortes zu melden. Die Völker müssen von einem Amtstierarzt auf die Krankheit untersucht werden. „Diese Untersuchung wird frühestens zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes wiederholt“, heißt es in der Allgemeinverfügung dazu.

Der Landkreis hat einen Sperrbezirk eingerichtet, der hier gekennzeichnet ist.

Vor knapp einer Woche war das Veterinäramt auch bei Diedrich Cordes in Ahausen. „Bisher haben sie sich noch nicht wieder gemeldet. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass sie bei mir nichts gefunden haben“, so der erfahrene Imker. Schützen könne er seine Bienen vor der Seuche aber nicht. „Die Bienen übertragen die Seuche. Hauptsächlich durch das Futter“, erklärt Cordes. Gerade aus den USA eingeführter Honig sei ein Übertragungsgrund, erklärt auch Imker Wilhelm Peters aus Rotenburg.

Die Bienenhalter dürfen bewegliche Bienenstände ab sofort im Sperrgebiet nicht von ihrem Standort entfernen. Gleichzeitig dürfen Bienenvölker nicht in den Sperrbezirk gebracht werden. Jeder Verdacht der Erkrankung auf Amerikanische Faulbrut ist sofort dem Veterinäramt zu melden.

Die hoch ansteckende Tierseuche wird durch ein Bakterium verursacht (Paenibacillus larvae). „Es hat die Eigenschaft, Sporen zu bilden, die jahrelang infektiös bleiben können“, erklärt Joachim Wiedner, Amtsleiter des Kreisveterinäramts, auf Anfrage der Kreiszeitung. Einzig die Larven sind davon betroffen.

„Nach den rechtlichen Vorschriften gilt zunächst die Tötung der betroffenen Völker“, so Wiedner. Das ist für die Imker ein hoher Verlust. „Ein gutes neues Volk kostet etwa 120 bis 150 Euro“, berichtet Peters.

Es gebe außerdem die Möglichkeit, die Bienen zu retten – wenn nach dem Gutachten des Veterinäramtes die Seuche durch das sogenannte Kunstschwarmverfahren bekämpft werden konnte. „Hierzu wird es sicherlich in einigen Fällen kommen“, sagt der Amtsleiter. Wichtig sei aber nicht nur die alleinige Tötung der Völker, sondern die Entseuchung aller Materialien, die mit den Bienen in Kontakt gekommen sind: „Bienenkästen sind zu desinfizieren, Rähmchen werden entweder verbrannt oder mit heißer Natronlauge ausgekocht, Wachs darf nur noch an bestimmte Betriebe abgegeben werden.“ Der Honig dürfe aber verkauft werden.

Gefahr für den Menschen drohe nicht, so Wiedner. Nach der wiederholten Untersuchung hebt das Veterinäramt die Sperre wieder auf, wenn alles in Ordnung ist. Für die getöteten Völker gebe es eine Entschädigung durch die Niedersächsische Tierseuchenkasse. Der Höchstbetrag pro Volk liegt bei 200 Euro. Der tatsächliche Entschädigungsbetrag werde durch die Zahl der voll besetzten Waben berechnet.

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