Rotenburg: Auf Torsten Oestmanns Spuren

Jörg Wesemann wird neuer Polizeichef

Polizeipräsident Thomas Ring bei seiner Ansprache zur Verabschiedung von Torsten Oestmann (r.) als Leiter der Polizeiinspektion Stade. Neben ihm sitzt im Juli 2019 Jörg Wesemann, der damals wie jetzt auch Oestmanns Nachfolge antritt.
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Polizeipräsident Thomas Ring bei seiner Ansprache zur Verabschiedung von Torsten Oestmann (r.) als Leiter der Polizeiinspektion Stade. Neben ihm sitzt im Juli 2019 Jörg Wesemann, der damals wie jetzt auch Oestmanns Nachfolge antritt.

Rotenburg – Die Kartons sind bereits weitgehend gepackt. Und die Vorfreude ist groß bei Jörg Wesemann. Am Montag tritt der 53-jährige Zevener die Nachfolger von Torsten Oestmann als Leiter der Rotenburger Polizeiinspektion an. Wesemann wandelt beruflich schon seit einigen Jahren auf Oestmanns Spuren. 2012 hat er den künftigen Rotenburger Bürgermeister als Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion in Rotenburg abgelöst, 2019 dann trat er erneut in dessen Fußstapfen – als Leiter der Polizeiinspektion in Stade.

Plant er nun etwa auch schon dessen Nachfolge als Bürgermeister der Kreisstadt in fünf Jahren? „Nein, ganz bestimmt nicht. Das wäre nix für mich“, sagt der Polizeidirektor lachend.

Wir erreichen Jörg Wesemann in seinem Stader Büro, wo er sich auf seinen Abschied vorbereitet. Er spricht von seiner Freude darüber, wieder in seinen Heimat-Landkreis zurückkehren zu können, aber auch von einem tränenden Auge. „Ich habe hier wirklich gerne gearbeitet – wir haben in Stade ein tolles Team.“ Seit inzwischen 34 Jahren arbeitet Jörg Wesemann als Polizeibeamter. „Ich wollte immer schon Leiter einer Polizeiinspektion werden – in Stade hat es dann geklappt. Aber dass Torsten Oestmann nun in die Politik wechseln und sich damit für mich die Möglichkeit bieten würde, diesen Posten in Rotenburg zu übernehmen, war so natürlich nicht absehbar.“

Doch genau das ist passiert nach Oestmanns klarem Wahlerfolg im September, als er sich mit einer deutlichen Mehrheit gegen den CDU-Kandidaten Frank Holle durchgesetzt hat. Mit Oestmanns Kandidatur, sagt Wesemann, sei eine Hoffnung von einst wieder aufgekeimt – die Hoffnung, vielleicht tatsächlich einmal als Polizeichef in das Inspektionsgebäude der Rotenburger Polizei an der Königsberger Straße zurückkehren zu können. „Ich kenne den Landkreis einfach sehr gut, hier bin ich aufgewachsen, hier wohne ich und hier bin ich früher Streife gefahren.“

Für rund 350 Kollegen trägt Wesemann in Rotenburg Verantwortung. Eine der besonderen Herausforderungen: „Wir haben es im Landkreis mit vier Rund-um-die-Uhr-Dienststellen zu tun.“ Da müsse man ordentlich auf Zack sein und schauen, dass die personelle Besetzung stets gesichert ist.

Die grundsätzliche Struktur sei – ähnlich wie in Stade auch – eher ländlich geprägt. Angekommen sind aber sowohl im Landkreis Stade als auch im Landkreis Rotenburg neue inhaltliche Herausforderungen für die Beamten. Wesemann spricht die Bereiche Cyber-Kriminalität, die Clan-Strukturen, die organisierte Kriminalität oder auch die zunehmenden Fälle an, bei denen es die Polizei mit Kinder-Pornografie zu tun hat. „Dafür brauchen wir Netzwerke, sodass die Kollegen gut arbeiten können“, sagt der 53-Jährige.

Vor diesem Hintergrund hegten alle PI-Leiter den Wunsch nach einer personellen Aufstockung. Dabei habe man nicht zuletzt auch die Digitalisierung im Auge. Viel Arbeit also, die entsprechend zu besetzen ist. „Wie sich das entwickelt, kann ich nicht sagen, wir hängen da an der Politik.“ Die Situation stoße allerdings beim Innenminister auf Verständnis.

Als Vorgesetzter sei Wesemann ein offener Typ, sagt er. Schließlich sei es ihm wichtig, die Kollegen mitzunehmen – dazu gehörten nicht nur die Beamten, sondern auch die Angestellten. „Ziel ist es, dass wir alle als Team vernünftig zusammenarbeiten, ohne dabei die Wertschätzung zu vernachlässigen.“ Der Beruf eines Polizisten sei herausfordernd, biete zugleich aber auch jede Menge Abwechslung. „Das macht mir Spaß“, versichert Jörg Wesemann, dessen 22-jähriger Sohn bereits in seine beruflichen Fußstapfen getreten ist. Nicht nur ihm gibt er insbesondere diesen Hinweis: „Wir müssen auf uns aufpassen.“

Mit dem Wechsel Wesemanns nach Rotenburg wird sein bisheriger Stellvertreter in Stade Jan Kurzer zumindest vorübergehend die Leitung der Polizeiinspektion in Stade übernehmen. Die Stelle werde ausgeschrieben. Wesemann indes wird sich demnächst darum kümmern, sein Ticket für das Hurricane-Festival wieder an den Mann zu bringen. „Das habe ich schon seit zwei Jahren liegen“, sagt er. Doch wenn es denn dann im kommenden Sommer mit einem Re-Start in Scheeßel klappen sollte, wird er es nicht mehr brauchen – dann ist er nach längerer Pause dort nämlich nicht zum Spaß, sondern beruflich im Einsatz.

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