Bürgerbus-Verein braucht Unterstützung / Aktion in der Stadt

Auf Fahrersuche

Auf die persönliche Art: Der Bürgerbus-Verein wirbt am Info-Stand um neue Fahrer.
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Auf die persönliche Art: Der Bürgerbus-Verein wirbt am Info-Stand um neue Fahrer.
  • Guido Menker
    vonGuido Menker
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Rotenburg – Wenn der Bürgerbus schon nicht fahren kann, wollen sich die Mitglieder zumindest persönlich in der Stadt sehen lassen und für ihr Projekt werben: Bis auf Weiteres laden sie immer mittwochs von 9.30 bis 17 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 13 Uhr an einem Info-Stand auf der Geranienbrücke in der Rotenburger Innenstadt zum Gespräch ein. Ganz sicher eine gute Idee, aber dahinter steckt ein ernsthaftes Problem: „Wir brauchen Fahrer – und zwar ganz dringend“, betont der Vereinsvorsitzende Gebhardt Cordes im Gespräch mit der Kreiszeitung zum Auftakt der Aktion.

Um die zwei Bürgerbus-Linien von montags bis samstags bedienen zu können, sind 40 bis 50 Fahrer erforderlich – zurzeit sind es 34, von denen 16 allerdings gar nicht fahren dürften, weil sie mit Blick auf die Pandemie zur Risikogruppe gehören. Insofern wirkt es fast schon wie eine glückliche Fügung, dass der Rotenburger Bürgerbus bereits seit dem 16. März in der Garage steht. Eine Situation, die Gebhardt Cordes und seinen Vereinskollegen allerdings gar nicht schmeckt, denn eigentlich möchten sie unbedingt so schnell wie möglich wieder fahren, weil sie nämlich immer wieder Anrufe erreichen oder sie auf der Straße angesprochen werden, um zu erfahren, wann es endlich wieder losgeht. Cordes: „Wir wollen so schnell wie möglich wieder starten.“

Derzeit allerdings dürfte der Bürgerbus immer nur drei Fahrgäste an Bord nehmen – „das lohnt sich nicht und sorgt bei denen, die wir an der Haltestellen zurücklassen müssten, für Ärger.“ Frust schieben schon jetzt die Männer und Frauen im Verein, die es nicht abwarten können. Schließlich wollen sie endlich auch den neuen Bus zum Einsatz bringen, der zwar genauso groß ist, aber innen wesentlich moderner daherkommt. Die Macher des Vereins platzieren ihn auch an ihrem Info-Stand. Dazu haben sie alle nötigen Informationen zum Mitnehmen parat: den Fahrplan, der noch bis zum 14. Dezember gilt, und auch einen Flyer, mit denen der Bürgerbus-Verein um weitere Mitglieder und allen voran um neue Fahrer wirbt, die bereit sind, sich ehrenamtlich in den Dienst dieser guten Sache zu stellen. Ist die Mannschaft groß genug, reicht es, wenn jeder mindestens zwei Einsätze pro Monat übernimmt.

Wer Interesse hat, wendet sich direkt an den Verein. Unter der Telefonnummer 0177/1438481 lässt sich ein Beratungsgespräch vereinbaren. Fahrer benötigen einen Personenbeförderungsschein. Dafür sind ein polizeiliches Führungszeugnis sowie eine amtsärztliche Untersuchung erforderlich. Um die Termine und die anfallenden Kosten kümmert sich der Verein. Gibt es grünes Licht erfolgt eine Einweisungsfahrt – und dann kann es losgehen. Erfahrungsgemäß tauchen in diesem Zusammenhang allerdings noch viele weitere Fragen auf. Diese beantwortet der Verein ebenfalls telefonisch oder auch persönlich – zum Beispiel jetzt immer mittwochs und samstags auf der Geranienbrücke.

Jede Menge organisatorische Aufgaben fallen im Verein für den Fahrdienstleiter an. Diesen Job hatte seit Gründung des Bürgerbus-Vereins Hermann Martin übernommen. Nach seinem Tod kümmert sich nun der bisherige Stellvertreter Curt Cordes darum. Er ist verantwortlich für die Fahrpläne und die Einsatzplanung.

Sollte es in den kommenden Wochen gelingen, weitere Fahrer zu finden, könnte es schon bald wieder losgehen. „Wir vermissen das wirklich, denn wir alle fahren sehr gerne“, betont Gebhardt Cordes. Der Lohn ist schließlich nicht zu unterschätzen: ein nettes Dankeschön, ein freundliches Lächeln und die Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben. Schließlich nutzen vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen das Angebot, das ihnen zum Teil eine ganz neue Bewegungsfreiheit verschafft. Doch noch ist der Bürgerbus ausgebremst.

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