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Innovationsquartier: „Tag der Visionen“

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Von: Guido Menker

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Projekt-Mitarbeiterin Elena Hels hofft für Sonntag auf viele neue Visionen für das Innovationsquartier der Rotenburger Werke.
Projekt-Mitarbeiterin Elena Hels hofft für Sonntag auf viele neue Visionen für das Innovationsquartier der Rotenburger Werke. © Menker

Die Rotenburger Werke haben Großes vor. Sie arbeiten an einem inklusiven Innovationsquartier auf dem Altgelände. Daran kann sich jeder beteiligen, der Interesse daran hat. Sonntag zum Beispiel. Dann gibt‘s den „Tag der Visionen“.

Rotenburg - Elena Hels weiß selbst, dass das große Vorhaben der Rotenburger Werke auf dem Altgelände zwischen der Lindenstraße und der Soltauer Straße vor allem für Außenstehende nur schwer zu greifen ist. Es kommt fast ein wenig sperrig daher. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Die Werke wollen dort ein Stadtquartier schaffen, in dem inklusives Wohnen und Arbeiten einhergehen mit einer ebenso inklusiven Freizeitgestaltung.

Ein ganz wesentlicher Teil dieses Vorhabens ist die Öffentlichkeitsbeteiligung. Dafür hat es im April eine digitale Auftaktveranstaltung geben – am Sonntag nun geht es erstmals mit einer Präsenzveranstaltung weiter. Von 11 bis 18 Uhr sind alle Interessierten zum Tag der Visionen eingeladen. „Wir wollen alle mitnehmen“, betont Hels, Projektmitarbeiterin bei den Rotenburger Werken. Und sie weiß: „Es ist ein riesiges Projekt.“

Es braucht also nicht nur einen Fahrplan für diesen Prozess, der sich über die nächsten Jahre erstrecken wird. Es braucht auch eine inhaltliche Grundlage. Genau dafür soll ein Leitbild her. Der Entwurf dafür ist bereits online auf der Seite der Rotenburger Werke zu finden. „Aber er ist nicht in Stein gemeißelt, sondern ein Entwurf. Wir hoffen jetzt auf weitere Visionen, die mit einfließen können“, sagt Hels. In der Präambel des Entwurfs heißt es: „Das Quartier der Rotenburger Werke zwischen Soltauer Straße und Lindenstraße soll zu einem Ort für alle umgebaut werden und mit der Stadt zusammenwachsen.“ Leitend für die Entwicklung des Innovationsquartiers sei die Vision eines inklusiven, kooperativen Stadtquartiers. In der Entwicklung wie auch in der Nutzung sollen bestehende Kooperationen der Rotenburger Werke mit anderen Akteuren sowie der Stadtgesellschaft Rotenburgs und der Region gestärkt und neue aufgebaut werden. Die folgenden Leitlinien machen es konkreter: „Vielfalt – sozial und funktional“, „Kooperation und Teilhabe“, „Gemeinwohlorientierung“, „Vielfältig, nachhaltig und bezahlbar wohnen“, „Nachhaltige Mobilität“, „Grün- und Freiräume“, „Baukultur“ sowie „Energie und Klima“ lauten die Überschriften der einzelnen Aspekte.

„Keine abgeschottete Sonderwelt“

Jetzt geht es vor allem darum, das Projekt nicht nur noch bekannter zu machen, sondern möglichst viele Menschen dafür zu begeistern und zum Mitmachen zu animieren. „Das ist uns schon zu einem großen Teil gelungen“, versichert Hels. Viele Rotenburger nutzen das Gelände für Spaziergänge, um mit dem Rad von der Lindenstraße an die Soltauer Straße zu kommen, oder auch den Info-Parcours für das Innovationsquartier zu besuchen. „Es ist wichtig, viele Menschen auf das Gelände zu holen, um deutlich zu machen, dass es keine abgeschottete Sonderwelt ist.“

Nun steht die Frage im Raum, wie ein neues Quartier der Zukunft, in dem Altes und Neues ineinandergreifen soll, aussehen kann. Ein Beispiel: Die zwei für eine Tagesförderstätte genutzten Häuser sollen frei werden. Was aber könnte dort einziehen? Grundsätzlich sei festzustellen: Die intern und extern geäußerten Wünsche seien nahezu gleichlautend, berichtet Elena Hels. Das riecht nach einem guten Anfang.

Die Veranstaltung am Sonntag ist für uns eine Blackbox.

Elena Hels

Im Herbst soll das Leitbild stehen und dann als Grundlage für den für 2023 geplanten Architekten-Wettbewerb dienen. Mit der Bebauung allein ist es aber nicht getan. Das Quartier ist mit Leben zu füllen. Das setzt Identifikation voraus, die nur ein Beteiligungsprozess schaffen kann.

„Die Veranstaltung am Sonntag ist für uns eine Blackbox“, meint Elena Hels. Wer und wie viele Leute kommen dazu? Hoffentlich viele, sagt sie, denn die Beteiligung sei langfristig unbedingt zu verstetigen. Das geht am besten mit möglichst guten Vorschlägen. Die einen wünschen sich einen Basketball-Platz, andere sehen dort Raum für ein Kulturzentrum.

Am Tag der Visionen gibt es in einem großen Zelt nicht nur eine Ideenbörse mit dem Titel „Deine Stadt der Zukunft“, sondern eine Reise in Bewegtbildern mit dem Titel „In 80 Minuten um die Welt“, die zeigt, wie unterschiedlich Wohnquartiere weltweit aussehen. Hinzu kommen ein Mitmachzirkus für Kinder und die Möglichkeit, das Quartiergelände zu entdecken. Ein Imbiss steht ebenfalls bereit auf der großen Quartierswiese.

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