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Auch das Ronolulu muss sparen: Es wird kälter

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Von: Guido Menker

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Volker Meyer checkt die Wassertemperatur
Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Meyer checkt die Wassertemperatur im Schwimmerbecken des Freibads. © Guido Menker

Auf die Gäste im Rotenburger Erlebnisbad Ronolulu kommen kühlere Zeiten zu. Die Freibadsaison beginnt, aber es muss gespart werden. Die Absenkung ist aber moderat - und es gibt wieder Tagestickets.

Rotenburg – Von Samstag an sind für die Gäste im Rotenburger Erlebnisbad Ronolulu auch wieder Tageskarten im Angebot. Das teilen die Leiterin des Bades, Irena Carstens, sowie der Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg (SR) in einem Gespräch mit der Kreiszeitung mit.

Die Preise dafür sind allerdings gegenüber den bisherigen Tarifen für die Tagestickets angestiegen: Kinder zahlen jetzt fünf statt bisher vier Euro, Erwachsene neun statt bislang 6,50 Euro. Für Kurzzeitschwimmer bleiben die anderen Tickets allerdings weiterhin im Angebot. Diese Kosten vier Euro für anderthalb Stunden – für jede weitere Stunde werden 1,50 Euro fällig. Kinder-Tickets kosten 2,50 Euro für anderthalb Stunden – bei ihnen kommt für jede weitere Stunde noch einmal ein Euro obern drauf. Die Dauerkarten bleiben im Preis stabil.

Benjamin Lau (r.) und sein Kollege Jan Kapp
Benjamin Lau (r.) und sein Kollege Jan Kapp beim Reinigen des Außenbereichs im Ronolulu. © Guido Menker

Die Rückkehr der Tagestickets geht einher mit dem Start der neuen Freibad-Saison am Samstag im Ronolulu. Gute Nachricht passend dazu allen voran für die Kinder, die Schwimmkurse besuchen oder schon bald besuchen möchten: Das Hallenbad bleibt aller Voraussicht nach bis Ende der Sommerferien, möglicherweise bis Ende des Jahres weiterhin geöffnet. Danach hatte es zuletzt erst nicht ausgesehen, denn nach wie vor sind die Stadtwerke als Betreiberin des Schwimmbades mit einer umfassenden Sanierung beschäftigt. Im Spätsommer sollte eigentlich die Renovierung des Daches sowie der Fassaden starten. „Das verzögert sich allerdings“, erklärt Volker Meyer.

Hintergrund des späteren Starttermins: Es hat eine Ausschreibung der Architekten-leistung und nun einen Architektenwechsel gegeben. Als Nächstes geht es um die Vorbereitung der Ausschreibung für die eigentlichen Arbeiten. Ob es in diesem Jahr noch mit den Arbeiten losgehen kann, sei fraglich. An einer anderen Stelle indes gehen die Sanierungsarbeiten, die die Stadtwerke im Ronolulu auf dem Zettel haben weiter: „Es geht um das Herzstück – die Energiezentrale.“ So formuliert es Geschäftsführer Volker Meyer.

Irena Carstens und Volker Meyer
Irena Carstens und Volker Meyer haben nur die Gäste, aber auch die Energiebilanz des Ronolulu im Blick. © Guido Menker

Der wesentliche Teil dieser Energiezentrale befindet sich im Keller des Bades – künftig soll dieser in einem neuen Gebäudeteil an der Hinterseite des Erlebnisbades untergebracht werden. Dort soll unter anderen ein zweites Blockheizkraftwerk entstehen. Das sei nicht nur moderner, sondern auch effizienter. Schon jetzt kommt überwiegend Bio-Methan zum Einsatz, um das Wasser in den Schwimmbecken auf Temperatur zu bringen – nur zu 23 Prozent wird dafür klassisches Erdgas genutzt. „Dieses Verhältnis möchten wir noch weiter verbessern“, sagt Meyer. Zusätzlich sei es zwingend erforderlich, die gesamte Technik auf den neuesten Stand zu bringen.

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Dach, Fassade, Energiezentrale und ein Absenken der Wassertemperatur: Das alles ist einerseits in den Maßnahmen begründet, die im Zuge des Klimawandels erforderlich werden, andererseits spielt auch die aktuelle Energiepreiskrise eine wichtige Rolle. Die Preise schießen durch die Decke – und immer noch droht ein Lieferstopp für Gas aus Russland. Es gibt Schwimmbäder, die den Gästen noch deutlich kühleres Badewasser anbieten oder sogar schließen. So weit ist es im Ronolulu noch nicht, betont Meyer. Er spricht von einem „sinnvollen Umgang“ mit Energie. Aber er spricht auch von den Preisen, die mittlerweile aufgerufen werden. Und die, so der Geschäftsführer, ließen sich auch mit den jetzt festgelegten, neuen Preisen für die zurückkehrenden Tageskarten bei weitem nicht auffangen.

Der Auszubildende Torge Bertram
Der Auszubildende Torge Bertram hilft beim Vorbereiten des Freibades. © Guido Menker

Es gibt aber noch einen Punkt, an dem der Schuh drückt – und das nicht nur in Rotenburg, sondern eigentlich bundesweit: Die Corona-Pandemie hat sämtliche Bäder in ihrem Bemühen zurückgeworfen, Kindern das Schwimmen beizubringen. Es gibt einen Ausbildungsstau, der in manchen Regionen zu Wartelisten führt, wonach es bis zu zwei, mancherorts sogar bis zu drei Jahre dauern kann, ehe ein Platz zu bekommen ist. „So schlimm ist es bei uns nicht“, erklärt Irena Carstens. Das Ronolulu, sagt sie, führe keine Wartelisten, aber es können – ähnlich wie schon vor Corona – zu Wartezeiten von bis zu sechs Monaten kommen.

Immerhin sind nicht mehr nur die Seepferdchenkandidaten an fünf Tagen in der Woche im Wasser, sondern nun auch die fortgeschrittenen Anfänger, die an Bronze, Silber und Gold arbeiten. Die Vergabe der Plätze erfolgt über das Internet – und da muss man schnell sein: „So ein Kurs ist oft schon nach einer halben Stunde voll.“ Zehn Plätze sind es jeweils. Bis zu den Sommerferien wird nicht mehr viel gehen.

Energie ist teuer: Team Ronolulu senkt die Wassertemperatur leicht ab – drinnen und draußen

Volker Meyer als Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg (SR) will diese Maßnahme nicht als Vorgriff auf einen drohenden Gaslieferstopp aus Russland verstanden wissen. Aber auch so schon gehen die Energiepreise durch die Decke – und daher müssen sich die Besucher des Erlebnisbades Ronolulu bereits jetzt schon auf kälteres Wasser einstellen. „Wir wollen sinnvoll mit der Energie umgehen“, sagt Meyer. Im Klartext: Die Temperatur im Hallen-Sportbecken sowie im Sprungbecken sinkt von 28 auf nun 27 Grad. Das Nichtschwimmerbecken (Lehrschwimmbecken) behält die Tempratur von 30 Grad. Im großen Schwimmerbecken des Freibades reduziert das Team Ronolulu die Temperatur von 26,5 auf 25 Grad. Das Erlebnisbecken des Freibades hat künftig nur noch 27 statt bisher 28 Grad zu bieten. „Die Änderungen im Hallenbad haben wir bereits zum 1. April vorgenommen“, sagt Badleiterin Irena Carstens. Erste Reaktionen habe es gegeben: „Die Leute merken das und regen sich darüber auf. Aber wenn wir ihnen die Gründe dafür erklären, können sie die Entscheidung nachvollziehen“, so Carstens. Von der Absenkung der Wassertemperatur versprechen sich die Stadt als Betreiber des Ronolulu eine Energieeinsparung von etwa sieben Prozent, heißt es.

Im Podcast: Sinkende Wassertemperaturen, steigende Eintrittspreise

Um die Herausforderungen, mit denen sich Schwimmbäder hinsichtlich der steigenden Energiekosten konfrontiert sehen, geht es auch in der neuen Folge unserer Podcasts „Kreis und Quer“. Zu Wort kommt darin Marc Krempig, Betriebsleiter Bäder bei den Stadtwerken Huntetal in Diepholz. Dort will man trotz stark steigender Kosten die Wassertemperaturen beibehalten und die Eintrittspreise stabil halten. Mehr dazu in der Folge „Wird der Wolf zum Unfallrisiko?“ - ab sofort auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und überall sonst, wo es Podcasts gibt. Kontakt zur Podcast-Redaktion: podcast@kreiszeitung.de.

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