Freiwillige Feuerwehr Unterstedt

Asbest und E-Autos im Fokus

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Ortsbrandmeister Volker Emshoff berichtet.

Unterstedt – Altlasten und Herausforderungen durch neue Technologien im Fahrzeugbau sind bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Unterstedt wichtige Themen gewesen. Ein Schuppenbrand auf einer Wiese in der Nähe von Waffensen im September war eigentlich nichts Besonderes.

Als aber die Einsatzkäfte, unter anderem auch aus Unterstedt, erfuhren, dass Asbest im Spiel war, nahm die Brandbekämpfung andere Dimensionen an, berichtete Stadtbrandmeister Thorsten Reinsch. „Die Nachwehen begleiten uns heute noch. Eine Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen und Kleidung musste aufwendig gereinigt oder neu angeschafft werden“, so Reinsch. „Mit Asbestose ist nicht zu spaßen, und die Gesundheit meiner Leute ist mir höchstes Gebot“, fügte Ortsbrandmeister Volker Emshoff hinzu.

Mit Blick auf neue Herausforderungen sprachen der Ortsbrandmeister und der Stadtbrandmeister ein weiteres „heikles“ Thema an. „Wir wurden 2019 erstmalig zu einem Unfall mit alternativem Antrieb konfrontiert“, berichtete Emshoff. Da hätten sie Neuland betreten, bisher habe es diesbezüglich wenig Schulungen gegeben. „Das stimmt uns nachdenklich. Neue Antriebsformen wie die E-Mobilität stellen uns Brandbekämpfer beim Ablöschen und der Kühlung der Batterien vor besondere Aufgaben“, bilanzierte Reinsch – und nicht alle Wehren hätten das nötige Equipment. „Laut Dienstanweisung sind die Fahrzeuge nur mit großem Aufwand zu löschen“, resümierte der Ortsbrandmeister. „Die sogenannten Hochvoltsysteme erzeugen hohe Spannungen. Wenn ein E-Auto in Brand gerät, kann dieses zwar zunächst gelöscht werden, doch die Batterien im Auto können sich wieder entzünden“, erklärte Emshoff. Zur Abkühlung müssten die Autos fünf Tage im Wassercontainer gekühlt werden. „In Rotenburg verfügen wir über einen Container.“ Bei Alarmierungen bei Verkehrsunfällen werde von der Einsatzleitstelle in Zukunft ein Hinweis kommen, wenn es sich um ein Fahrzeug mit „alternativem Antrieb“ handelt.

Der Scheunenbrand zwischen Waffensen und Unterstedt hatte Folgen für die eingesetzten Feuerwehren.

Die Unterstedter Wehr hat 81 Mitglieder. Damit ist jeder zehnte Bürger der Ortschaft bei der Feuerwehr. Das Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre. Die 69 aktiven Brandbekämpfer haben 2 542 Stunden Dienst geleistet und mussten 23 Mal nach Alarmierungen ausrücken.

Beförderungen: Zum Feuerwehrmann Tobias Barning, Marcel Böhling und Falk Lüttjohann, zum Oberfeuerwehrmann Fabian Bartels, zum Ersten Hauptfeuerwehrmann Lars Schröder und zum Hauptlöschmeister Steffen Bohle.

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