Nabu wählt Carola Hoppe zur zweiten Vorsitzenden

Kritik an Landwirtschaft: Arten werden rar

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Carola Hoppe wurde als Nachfolgerin von Sarina Pils zur zweiten Vorsitzenden des Nabu Rotenburg gewählt. Landesvorsitzender Holger Buschmann (l.) ging auf Nabu-Großprojekte in Niedersachsen ein. Roland Meyer (r.) trug für den Nabu Rotenburg den umfangreichen Jahresbericht vor.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Als „Dreiklang aus Umweltbildung, Biotop- und Artenschutz und Einmischung“ hat Roland Meyer, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Rotenburg, am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung im Heimathaus in seinem Tätigkeitsbericht die Arbeit des Verbandes dargestellt.

Der Nabu Rotenburg mit seinen rund 2 700 Mitgliedern im Süd- und 1 400 ehrenamtlichen Naturschützern im Nordkreis habe seine Arbeit auf eine breitere Plattform gestellt: „Wir haben Fach- oder Arbeitsgruppen zu verschiedenen Bereichen gebildet.“

Vorausgegangen war im August vergangenen Jahres der Rücktritt der stellvertretenden Vorsitzenden und hauptamtlichen Projektleiterin Sarina Pils. Als Nachfolgerin für den stellvertretenden Vorsitz wurde Carola Hoppe gewählt, die bereits zwischen 2009 und 2015 Schriftführerin war.

Vor Mitgliedern und Gästen – gekommen war auch Nabu-Landesvorsitzender Holger Buschmann – gab Meyer einen detaillierten Abriss der umfangreichen Arbeit des Naturschutzverbandes. Ergänzt wurde er von den ehrenamtlichen Fachberatern, die sich mit zahlreichen Mitarbeitern an vielen freien Tagen und Wochenenden in unterschiedlichen Bereichen für die Ziele des Naturschutzverbandes eingesetzt hatten.

Im Bericht wurde unter anderem an die Nabu-Landesvertreterversammlung im September in Rotenburg erinnert. Eine große Aufgabe sei für den Nabu Rotenburg die Pflege der in den vergangenen Jahren angelegten Biotope. Aus der Vielfalt spezieller Aufgaben eine Auswahl: Eisvogelbrutwände, Fledermausbunker, Störche im Südkreis, Schleiereulen und Turmfalken, Wespen und Hornissen. Das angekündigte Projekt für den Moorfrosch sei bisher nicht realisiert worden, weil der Nabu das vorgesehene Gelände nicht erhalten habe. Umso dankbarer sei man einer Scheeßelerin, die dem Nabu eine kleine Fläche bei Büschelskamp geschenkt habe. Andere Eigentümer kleinerer Flächen seien auf ähnlicher Basis zu einer Zusammenarbeit bereit.

Kritik am Rathausvorplatz in Scheeßel

Kritik gab es im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Scheeßeler Rathausvorplatzes, verbunden mit dem Fällen des alten Baumbestandes. Fast wäre es in Hetzwege ebenfalls zum Fällen alter Eichen gekommen, wenn der Nabu mit Unterstützung der Naturschutzbehörde des Landkreises die Arbeiten nicht gestoppt hätte.

Meyer betonte außerdem, dass die intensive Landwirtschaft eine große Bedrohung für die Natur darstellt: „Ein paar Schlaglichter: Die Uferschnepfe gibt es bei uns schon nicht mehr, Kiebitz, Brachvögel, Rebhühner Lerchen und viele andere Arten sind rar geworden. Die Biomasse der Insekten hat in den vergangenen 30 Jahren um 80 Prozent abgenommen.“ Im Landkreis betrage die landwirtschaftliche Nutzfläche 1 460 Quadratkilometer. Gerade einmal 40 Quadratkilometer davon seien „einigermaßen artenreiches Grünland. Und an vielen Messstellen haben die Nitratwerte im Grundwasser das Erlaubte überschritten.“

In dem Bericht wurden die erhöhten Krebsraten in den Bereichen Bothel und Rotenburg angesprochen. Meyer fürchtete, dass es noch lange dauern wird, bis die Ursachen ermittelt sind. Der Nabu fordert weiterhin, dass die Gasförderung zumindest so lange ausgesetzt wird, bis erwiesen ist, „dass sie nichts mit den Krankheiten zu tun hat“.

Vorgestellt wurde das umfangreiche Jahresprogramm, zu dem am Samstag, 24. Juni, das Scheunenkonzert „Brahms auf dem Hartmannshof“ mit dem Sinfonieorchester der Universität Hamburg gehört. Und was für den Nabu besonders wichtig ist: Die Jugendarbeit (Naju) soll aufgebaut und nachhaltig gefördert werden.

Roland Meyer, der sich über ein finanzielles Polster von 80 000 Euro freut: „Danke an das ganze Nabu-Team für die hohe Einsatzbereitschaft und das Miteinander. Das gilt auch für unsere Sponsoren und Förderer. Sie alle tragen dazu bei, die Natur zu schützen, Menschen Naturerlebnisse zu ermöglichen und die Welt vielleicht ein klein wenig besser zu machen.“

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