Geschäftsführung und Beirat bestätigt

ARS-Vorstand lehnt Kunstrasenplatz ab

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Das ARS-Vorstandsteam um Rolf Ludwig setzt Prioritäten bei Fördergeldern.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Auf der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) ist es am Dienstagabend nicht ganz so harmonisch abgelaufen, wie es sich der Vorsitzende Rolf Ludwig gewünscht hätte.

Einzig bei den Neuwahlen der Geschäftsführung und des Beirats herrschte Einigkeit unter den Delegierten der Vereine: Alle bisherigen Amtsinhaber wurden ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt.

Reichlich Zündstoff vorhanden

Vorsitzender Rolf Ludwig sorgte schon vor den Wahlen für reichlich Zündstoff. „Der ARS-Vorstand lehnt geschlossen die Anschaffung eines Kunstrasenplatzes in Rotenburg ab“, erklärte er. Ein Standpunkt, den viele der Anwesenden nicht teilten. Für die Anschaffung müsse die Stadt Rotenburg seinen Schätzungen nach in 20 Jahren rund 1,5 Millionen Euro investieren, argumentierte Ludwig. Eine bislang nicht veröffentlichte Umfrage bei Rotenburger Schülern habe den Vorstand darin bestätigt, dass ein Kunstrasenplatz weder erwünscht noch finanziell tragbar sei. Man sollte seiner Meinung nach in den Erhalt und die Pflege der vorhandenen Sportanlagen investieren und nicht in eine Erweiterung – wie zum Beispiel durch einen Kunstrasenplatz. Jener würde ohnehin die zusätzliche Anschaffung einer weiteren Flutlichtanlage nach sich ziehen, nur dem Rotenburger Sportverein nutzen und außerdem den finanzierbaren Rahmen sprengen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rotenburger Stadtrat, Klaus Rinck, war ganz anderer Meinung: Der Platz biete beispielsweise auch den Football-Spielern von den Cyclones die Möglichkeit, bei schlechtem Wetter im Herbst und Winter draußen zu trainieren. Er schätzt die Kosten –  nach Abzug von zu erwartenden Zuschüssen vom Landessportbund und des Landkreises – auf bis zu 300.000 Euro. Zudem sei die Pflege günstiger als die eines Naturrasenplatzes. Ludwig hielt dagegen und berief sich auf eine Analyse des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). DFB-Mitarbeiter und Mitglied bei Fortuna Rotenburg, Harald Meyer, sprach am Abend von 600.000 bis 1,5 Millionen Euro Kosten für eine solche Anlage. Auch die Platzpflege werde vom DFB anders eingeschätzt. Er versprach, der Stadtverwaltung und dem Rat diese Expertise zuzusenden, damit diese eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen können.

Ein Platz für zwölf Mannschaften

Der bei der Sitzung anwesende Bürgermeister Rotenburgs, Andreas Weber (SPD), will zunächst alle Daten erfassen und erst dann das umstrittene Thema weiter verfolgen. „Wir wollen nichts übers Knie brechen“, sagte er. Die von Ludwig beabsichtigte Meinungsfindung durch Abstimmen wurde am Ende nicht durchgeführt. Man wolle erst die Studie abwarten, so Ludwig. Der Vorstand beharrte allerdings auf seine vorher geäußerte Meinung und lehnte einen Kunstrasenplatz weiterhin ab.

Nach der Debatte herrschte bei der Verteilung von Fördergeldern weitgehend Einigkeit: So unterstützt die ARS fortan die SG Unterstedt bei der Pflege ihrer Sportanlagen. „Die Sportgemeinschaft leistet eine hervorragende Jugendarbeit und zudem ist die erste Herrenmannschaft in die Kreisliga aufgestiegen. Da seien Investitionen für den Hauptplatz nötig, die vom Verein und dem Ortsrat nicht alleine getragen werden sollten“, sagte Ludwig. Auch Unterstedts Bürgermeister Uwe Lüttjohann (SPD) betonte, dass der Ortsrat den Verein bislang zur Zufriedenheit der Sportler finanziell unterstützt habe. SG-Mitglied Otto Kettenburg wies darauf hin, dass immerhin neun Jugendmannschaften und drei Herrenmannschaften neben den Punktspielen dort trainieren. „Wir freuen uns, für die Pflege mehr Geld zur Verfügung zu haben.“

58.000 Euro für die Vereine

Der Verteilung der Haushaltsmittel in Höhe von rund 48.000 Euro an die Mitgliedsvereine stimmte die Versammlung bei einer Gegenstimme des Golf-Clubs zu. Der Präsident der Golfer, Hermann Aukamp, sah seinen Verein nicht genügend berücksichtigt. Auch bei der Abstimmung über die Verteilung der Sondermittel der Stadt in Höhe von 10.000 Euro gab es zwei Gegenstimmen. Die Verteilung der Zuwendungen aus der Grete-Lange- sowie der Rolf-Ludwig-Stiftung erfolgte einstimmig. Auch will sich die ARS an den Kosten der 200-Jahr-Feier des Rotenburger Schützenkorps’ beteiligen.

Volker Eichler vom Führungsteam der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde teilte den Vereinen mit, dass ab Januar nur noch die Jugendarbeit der ARS gefördert werde. Die Ausnahme in diesem Jahr sei die Unterstützung der Fahrt der Übungsleiter nach Hamburg, die Ludwig im Detail vorstellte: Sie soll als Dankeschön für den ehrenamtlichen Einsatz der Trainer durchgeführt werden. „Mit zwei Bussen starten wir am Sonntag, 15. Oktober, um 11 Uhr am Pferdemarkt und werden dann in Hamburg eine Hafenrundfahrt unternehmen“, so Ludwig. Ab 16 Uhr sei dann noch eine Führung durch St. Pauli und über die Reeperbahn mit einigen Überraschungen geplant. Die Gebühr pro Übungsleiter beträgt zehn Euro. Anmeldungen sind ab sofort bei Ludwig möglich.

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