Armin Sengbusch tritt am 13. November im „Schmidt’s“ in Rotenburg auf

Verrückt ist ganz normal

+
Armin Sengbusch lacht mit anderen auch gern mal über sich selbst. Es bleibt kein Auge trocken, wenn dieser Mann auf der Bühne steht – wird das auch in Rotenburg der Fall sein?

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Der Hamburger Musiker, Autor, Fotograf und Schauspieler Armin Sengbusch alias „Schriftstehler“ tritt am Freitag, 13. November, ab 20.30 Uhr in „Schmidt’s“ Kneipe in Rotenburg auf. Zu seiner 90-minütigen Vorstellung verrät er: „Es wird ein extrem lustiger und tragischer Abend.“

Sein geplantes Musik-Kabarett stammt aus seinem Solo-Programm, das er schon mehr als 30 Mal aufgeführt hat. „Es bringt viele Tiefschläge mit sich“, sagt er. Es sorge aber auch für einen Wechsel zwischen Lachen und Weinen beim Publikum. „Es bleibt kein Auge trocken“, verspricht der 48-Jährige. Mit im Gepäck hat er nicht nur seine Gitarre, sondern auch seinen Pianisten.

Vor 32 Jahren hat Sengbusch mit dem Schreiben von Texten angefangen: „Ich wollte schon immer Künstler werden“, verrät er. Nachdem er eine kaufmännische Ausbildung absolviert, als Journalist sowie als Kellner und sechs Jahre lang als Taxifahrer gearbeitet hat, wandte sich der Wortakrobat endgültig der Musik, dem Schauspiel und der Pantomime zu.

Seit 2009 beteiligt sich der Hamburger auch an Poetry-Slams, und hat eine Vielzahl an Erfolgen zu verzeichnen. 2010 ist er Hamburger Meister und Gewinner der Highlander in Nürnberg, Lemgo, Essen und Bonn geworden. Zudem wurde er zum Finalisten der Landesmeisterschaften in Nordrhein-Westfalen und zum Halbfinalisten der Schleswig-Holstein-Meisterschaft ernannt.

Mit seinen Texten schaffte er es im darauffolgenden Jahr, Finalist der Hamburger Meisterschaft und Halbfinalist der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaft zu werden. 2014 wurde er zum Finalisten der Schleswig-Holstein-Meisterschaften gekürt und sicherte sich in diesem Jahr den Titel alsVize-Meister.

Die Themen seiner Texte beschreibt der Künstler als „gesellschaftspolitisch und emotional“. Das Geschriebene enthalte viel Privates sowie Probleme aus dem Leben des Künstlers, die Sengbusch eben mit dem Schreiben versuche, zu verarbeiten. Denn: Der 48-Jährige ist chronisch depressiv. „Ich habe mehrere Texte über Depressionen geschrieben.“ Dem Poetry-Slammer ist es wichtig, dass diese Krankheit genau den Stellenwert bekommt, den sie auch verdiene.

Warum denn nun eigentlich „Schriftstehler“? Viele würden denken, hinter seinem Pseudonym stecke ein tieferer Sinn. Jedoch sei es einfach nur die Lust an der Wortspielerei, betont der Künstler. „Es ist schlicht der Wechsel von ‚Schriftsteller‘ zu ‚Schriftsteller‘, weil das der einzig verfügbare Domainname war, der beim Aufbau der Internetseite verfügbar gewesen ist“, erklärt Sengbusch. „Ich habe noch nie etwas geklaut, fand’s aber witzig“, ergänzt er lachend.

Der Musiker und Wortakrobat ist in der Region schon bekannt, da er bereits zweimal als Slammer im „Schmidt’s“ aufgetreten ist. Sein Poetry-Programm hat der Familienvater mittlerweile jedoch rapide zurückgeschraubt: „Ich kam irgendwann an einen Punkt, an dem ich zu wenig Zeit mit meiner Familie verbracht habe und stattdessen bis zu drei Auftritte pro Tag hinlegte und innerhalb eines Abends auf mehreren Bühnen in verschiedenen Bundesländern gewesen bin.“

Bis zu 20 Mal im Monat ist er in dieser Zeit als Slammer aufgetreten, jetzt slamt er nur noch zweimal monatlich und investiert mehr Arbeitsstunden in seine Bücher und die Musik. Außerdem lasse dies zu, dass er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen kann.

Reservierungen zum Auftritt von Armin Sengbusch im „Schmidt’s“ sind nicht notwendig. Der Eintritt zum Musik-Kabarett ist kostenlos.

Mehr zum Thema:

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

London: Fast alle Festgenommenen wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Kommentare