Mantra-Wellness: Wohlbefinden durch Tonfolgen

Arbeit mit Klang

Ein besonderer Moment: Ausbilderin Anjana Dubey (l.) gratuliert Bianca Fischinger im indischen Neu-Delhi zu ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung.
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Ein besonderer Moment: Ausbilderin Anjana Dubey (l.) gratuliert Bianca Fischinger im indischen Neu-Delhi zu ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung. Aus Dubeys Familientradition stammen die Mantren, die Fischinger verwenden darf.

Rotenburg/Ottersberg – Neues kennenlernen, den Horizont erweitern, die Welt bereisen: Ein Traum, den viele junge Menschen hegen. Einige erfüllen sich diesen nach der Schulzeit, mal mehr, mal weniger lange. Auch für Bianca Fischinger war früh klar: Sie möchte raus. Während ihrer Ausbildung und später im Studium reist die gelernte Erzieherin und Sozialarbeiterin viel, ihr Weg führt sie auch längere Zeit nach Bali. Ihre Erfahrungen und neues Wissen bereichern ihren beruflichen Werdegang – der heute unter anderem ihr eigenes „Mantra-Wellness“ umfasst.

Fischinger arbeitet mit Menschen, vor allem mit jungen. Und da drängt sich ihr immer wieder die Frage auf: „Wie wird man dem Auftrag gerecht?“ Da brauche es Vorschriften und Gesetze, Handlungsrahmen. Aber es brauche auch neue Ansätze, Ideen. Und da sind Probleme, die gelöst werden wollen. Aber auch die Frage „Wie kann ich selber so fest im Leben verankert sein, dass ich die Situationen aushalte, die mir begegnen?“ schwirrt ihr im Kopf herum.

Sie beginnt während ihrer Ausbildung und dem Studium zu reisen. Unter anderem geht es nach Thailand, sie macht einen Crashkurs als Heilpraktikerin, erweitert ihren Horizont. Ein renommiertes deutsches Institut bietet Kurse an. So kann Fischinger das Reisen mit Weiterbildung verbinden. „Ich wollte einfach mehr wissen.“ Thailand kennt sie vorher nicht, weiß nicht, was sie erwartet – und ist positiv überrascht vom Charme des Landes. „Ich habe dort viele spannende Menschen kennengelernt.“

Dort kommt sie auch das erste Mal mit Reiki in Verbindung, einer Entspannungsmethode. Sie lässt sich darin über die Jahre ausbilden und wird 2012 Reiki-Meisterin. Es werden im Laufe der Zeit mehrere Reisen nach Thailand. Als Backpackerin sieht Fischinger viel Schönes, aber auch die Schattenseiten. Später möchte sie noch mal etwas anderes sehen. „Ich bin mit dem Finger auf der südostasiatischen Landkarte entlang und auf Bali hängengeblieben.“ Ein weiteres Backpacker-Ziel, ein Traumort für viele. Sie bereist die indonesische Insel und beschließt: Nach dem Studium gibt es eine Auszeit, das Anerkennungsjahr muss warten.

„Ich habe hier alles aufgelöst und verkauft“, erinnert sich Fischinger, die in Ottersberg lebt. „Und bin mit meinem Laptop, einem Übersetzerjob Deutsch-Englisch und einem Rückflugticket los.“ Das Ziel sei es nicht gewesen, auszuwandern. Sie wollte reisen, schauen, was das Leben noch zu bieten hat. Sie ist auf der Suche.

Vor Ort kommt sie schnell mit anderen Expats in Kontakt, Menschen, die dort längere Zeit leben. In einer Zeitung sieht Fischinger schließlich eine Stellenanzeige: Englischlehrer gesucht. Spontan beschließt sie, sich vorzustellen. Sie trifft auf eine Chinesin, die gerade einen privaten Kindergarten und eine Vorschule aufbaut und Unterstützung sucht. „Ein Neubau mit Mickey-Maus-Tapeten, ein super eingerichtetes Musikzimmer und ein Swimmingpool“, erinnert sich Fischinger. Doch als Lehrerin kommt sie nicht infrage – wohl aber als Schulleiterin.

Fischinger ist überrascht, denkt ein paar Tage nach und beschließt, das Angebot anzunehmen. Stundenpläne und Lehrkräfte koordinieren, pädagogische Inhalte zusammenstellen, viel Organisation gehört zu ihren Aufgaben. „Ich habe kein Wort Indonesisch zu dem Zeitpunkt gesprochen, aber die Kollegen konnten größtenteils sehr gut Englisch.“ Es macht ihr Spaß, sie hat Abwechslung, Fischinger baut die Schule mit auf. Sie lebt sich ein, mietet ein Häuschen, Hund Bernhard leistet ihr ab sofort Gesellschaft. „Die Mentalität ist eine andere als die deutsche. Man muss sich eingewöhnen, lernen, wie die Dinge dort funktionieren.“

Dann kommt der 11. September 2001. Ein Tag, der vieles verändert. „Ich hätte bleiben können, sogar mit dem Posten der Direktorin.“ Denn die gewinnt in der Greencard-Lotterie, reist in die USA. Fischinger entscheidet sich dagegen. Auf der Nachbarinsel Java gibt es ein schweres Erdbeben. Viele Menschen kommen nach Bali, es gibt Unruhen. „Viele Expats haben die Insel verlassen. Trotzdem war es eine schöne und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte.“

Denn ihre Reisen sind immer mit Möglichkeiten verbunden, die ihr sowohl privat als auch beruflich neue Wege weisen. Dazu gehört auch eine Reise nach Indien. Fischinger macht eine ayurvedische Kur. Dabei lernt sie Anjana Dubey kennen, eine Astrologin und „Ayurveda Mantra Chikitsa“-Expertin. Ein bisschen Skepsis schwingt mit, aber die Neugier auf Neues ist geweckt. Fischinger beschäftigt sich mit Mantren; heiligen Silben, Worten oder Versen in der altindischen Sprache Sanskrit. Einige wurden veröffentlicht, die meisten werden in einigen Brahmanenfamilien gehütet und traditionell nur an die Kinder weitergegeben. Es sind Lautkombinationen, die positive Schwingungen freisetzen sollen. Manchmal dürfen andere an diesen Traditionen teilhaben.

Fischinger ist eine von ihnen. Dubey bringt ihr Mantren bei – ein Schritt, dem die ganze Familie zustimmen muss. Vor einigen Jahren erfindet Fischinger daraus „Mantra-Wellness“, das sie sich schützen lässt. „Es gibt viele Formen von Wellness. Ich nutze unterschiedliche Klanglaute, um Harmonie, Wohlbefinden und Beruhigung auszulösen.“ Auf diese Tonfolgen und ihre Wiederholung reagieren die Organismen. Die Schwingungen haben etwas Beruhigendes und Entspannendes, so die Ottersbergerin. Es gibt Skeptiker, sagt sie, aber bei Vorgesprächen zeige sich schnell, ob demjenigen eine solche Anwendung helfen könnte. „Gerade Kinder sprechen gut darauf an, wenn man nicht mit Worten arbeitet“ – und es würden immer mehr, die zu ihr kommen. Es ist kein Gegenpol zur sozialen Arbeit, „sondern eine absolute Ergänzung“, sagt sie. „Wo man mit Worten nicht weiterkommt, kann man mit Klängen und Bildern weiterarbeiten. Es ist ein Baustein, eine Möglichkeit von vielen.“

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