Applaus alleine reicht nicht

Diakonie: Verdi fordert
fünf Prozent mehr Geld

Hans Pähler
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Hans Pähler

Rotenburg – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereitet sich auf die Tarifverhandlungen für die Diakonie in Niedersachsen vor. Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Geld, Entlastung und Anerkennung“ fordert sie für die Diakonie-Beschäftigten – darunter rund 4 000 allein in Rotenburg – eine lineare Gehaltserhöhung in Höhe von fünf Prozent.

Mitarbeiter der Rotenburger Werke, des Diakonissen-Mutterhauses sowie des Agaplesion Diakonieklinikums beteiligen sich am Freitag kommender Woche – und damit wenige Tage vor dem Beginn der Verhandlungen – an einer aktiven Mittagspause, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

„Der Applaus im März vergangenen Jahres war nett“, sagt Verdi-Mitglied Hans Pähler, zugleich Vorsitzender der Mitarbeitervertretung in den Rotenburger Werken. „Jetzt aber muss sich genau das in Taten sowie am Ende auch in einer Anerkennung auf dem Konto der Beschäftigten widerspiegeln.“ Der noch laufende Tarifvertrag werde zum 30. Juni gekündigt, am 3. Mai sollen die Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern aufgenommen werden, teilt Verdi in einem Info-Blatt mit. Bei den Verhandlungen werden unter anderem auch Michael Koßube sowie Anne Thies von den Rotenburger Werken mit am Tisch sitzen – auch sie gehören der Mitarbeitervertretung sowie der Gewerkschaft an, berichtet Hans Pähler.

„Wir gehören zu einem der systemrelevanten Bereiche, wir dürfen arbeiten. Die Situation ist für uns alle jedoch hoch belastet“, unterstreicht Pähler die Folgen der Pandemie, die für alle Beschäftigten nicht nur spürbar seien, sondern zugleich auch eine große Herausforderung darstellten. Die Rotenburger Werke waren vor wenigen Wochen besonders stark von Infektionsfällen unter den Bewohnern sowie unter Mitarbeitern betroffen. Acht Bewohner sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Personal von anderen Stellen musste einspringen – das alles ist nicht leicht zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund halte man eine Erhöhung der monatlichen Einkommen in Höhe von fünf Prozent, mindestens jedoch 150 Euro, für gerechtfertigt. Für Auszubildende, dual Studierende und Schüler soll es laut Gewerkschaftsforderung eine Erhöhung um 100 Euro monatlich geben. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Darüber hinaus ist in dem Forderungskatalog auch eine Corona-Sonderzahlung aufgelistet, allerdings noch nicht beziffert. Diese Sonderzahlung stelle eine Anerkennung der besonderen Belastung in fast allen Arbeitsbereichen durch die Corona-Pandemie dar und soll eine Gerechtigkeitslücke schließen, heißt es. Darüber hinaus spricht Hans Pähler auch die Zuschläge für Wochenend- und Feiertagsdienste an. Dabei habe er auch den nach wie vor bestehenden Fachkräftemangel im Blick, dem entgegenzuwirken sei.

Mehr noch: Nicht nur in den Rotenburger Werken, sondern besonders auch im benachbarten Diakonieklinikum habe es in den vergangenen Monaten eine Reihe von Mitarbeitern der Pflege gegeben, die sich aus dem Beruf verabschiedet haben. Eine Entwicklung, von der inzwischen auch auf Bundesebene die Rede ist. „Die Belastungen durch die Pandemie strahlen deutlich auf unsere Arbeit aus“, sagt Pähler. Der Druck nehme zu. Die gesamte Situation mache den Umgang mit den Bewohnern sehr viel schwerer – allein schon wegen der klaren Kontaktbeschränkungen. Daher hofft der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung darauf, dass sich eine ganze Reihe von Kollegen an der aktiven Mittagspause beteiligen, die am 30. April von 12 bis 13 Uhr stattfinden und auf die Situation auch nach außen hin aufmerksam machen soll. Ähnliche Veranstaltungen hat Verdi bereits in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitervertretungen auf die Beine gestellt. Das alles in der Hoffnung auf am Ende erfolgreiche Verhandlungen.

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