Anwohner Am Kamp beschweren sich über Schienenlärm / Bahn bessert nach

„Es rattert und poltert“

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Die betroffene Stelle haben die Arbeiter mit gelber Farbe markiert.

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Seit rund sieben Wochen klagen Anwohner der Bahnstrecke im verkehrsberuhigten Bereich Am Kamp in Rotenburg über „störenden Lärm, Gepolter und ein lautes Geräusch, vergleichbar mit einem Knalleffekt“. Sie fürchten sogar um ihre Gesundheit. Grund für die Störungen sind starke Abnutzungen der Schienen, bestätigt die Deutsche Bahn (DB).

Besonders betroffen seien sieben Häuser, deren Gärten direkt hinter den drei Gleisen liegen. Auch die Lärmschutzwand stelle ein Problem dar, weil diese nicht parallel, sondern schief versetzt verlaufe, sagt einer der betroffenen Anwohner – die alle anonym bleiben möchten.

Zum Teil hätten die Anlieger ihre ursprünglichen Fenster sogar dreifach verglasen lassen. An nächtliches Öffnen der Fenster zum Lüften sei seit dem Problem nicht mehr zu denken, berichtet einer der Betroffenen. Sie hatten sich über schlaflose Nächte und wackelnde Wände beschwert, wenn ein Zug über die Gleise fährt. Der Lärm sei so störend und gesundheitsschädigend, dass einige über Kopfschmerzen geklagt und Ohrstöpsel verwendet hätten, um schlafen zu können. Eine Mieterin sei wegen des Lärms sogar umgezogen. „Das war kein normaler Lärm durch Schienenverkehr, an den haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt“, teilt einer der Anwohner mit. „Es hat gerattert und machte den Anschein, als wenn jemand mit einem Hammer auf die Gleise hauen würde, während ein Zug vorbeifährt“, beschreibt ein Anderer das Geräusch.

Am 4. August habe einer der Betroffenen die DB über das Problem informiert. Etwa einen Monat später hat die Bahn gehandelt: Um den Lärm zu reduzieren, haben Mitarbeiter die Schienen geschliffen. Für die Anwohner blieb das Problem bestehen – obwohl auch sie zugeben, dass es leiser sei. Ein weiteres Mal beschwerten sie sich. Eine Woche später rückten Mitarbeiter der Bahn ein zweites Mal zu der betroffenen Stelle aus, um sie zu schleifen. Zudem sei Schotter zwischen den Schwellen aufgefüllt worden, was sie zusätzlich verdichten sollte.

Etwa 300 Züge, schätzten die Anwohner, fahren täglich auf diesen drei Gleisen. Alleine auf dem dritten – dem Problemgleis – seien es knapp 100: Auf diesem fahren die Züge von Hamburg nach Bremen, und auch alle Umleitungen verlaufen über diese Strecke, wissen die Anwohner. Die Züge würden weiterhin mit voller Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde fahren, was die Lautstärke nicht verringere. Die Betroffenen hätten Angst, „irgendwann mal eine Lok im Garten vorzufinden“. Bereits zwei Zugunfälle hätten sich auf dieser Strecke ereignet – für die Anwohner weiter ein Grund zur Sorge.

Der Pressesprecher der Deutschen Bahn, Egbert Meyer-Lovis, versicherte auf Nachfrage, dass der Lärm nach den zweifachen Arbeiten reduziert sei. Die Anwohner bestätigen das nicht. Ob sie hartnäckig bleiben und sich noch einmal bei den Verantwortlichen beschweren, ließen sie indes offen.

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