Petition gegen Geschossbauten im „Stockforthsweg II“ 

Anwohner fühlen sich betrogen

Maik Weße (l.) und Torben Schmidt haben eine Petition gegen die Mehrfamilienhäuser im Baugebiet „Stockforthsweg II“ auf den Weg gebracht. - Foto: Röhrs

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Die Bewohner und Bauherren im Rotenburger Wohngebiet „Stockforthsweg“ fühlen sich betrogen. Der Grund: die Geschossbauten, die schon bald an der geplanten Erweiterung des Baugebietes an der Straße An der Rodau entstehen sollen. Diese würden sich nach Auffassung der Anwohner negativ auf die Grundstückspreise und Lebensqualität vor Ort auswirken. Nun gehen sie mit einer Petition gegen die geplanten Mehrfamilienhäuser vor.

Starke Einschränkung der Privatsphäre aus den höheren Wohnungen, Minderung des Grundstückswerts, hohe Verkehrsbelastung, eine damit einhergehende Gefahr für Kinder, eine unpassende Bauweise zu den übrigen Wohnhäusern und die Täuschung der Grundstückskäufer – die Liste der Initiatoren Torben Schmidt und Maik Weße ist lang. Die Stadt habe Weße beim Kauf beispielsweise versichert, dass der Baustil in der Erweiterung genauso bleibe wie im Baugebiet „Stockforthsweg I“. Die von der Stadt angepriesenen Idylle wäre aber durch den Blick auf ein Hochhaus und dem zu erwartendem Verkehr nicht mehr gewährleistet.

„Die Ruhe hat uns gelockt“, sagt Schmidt, „nun ist der Traum geplatzt.“ Unter den jetzt gegebenen Voraussetzungen hätte er das Grundstück niemals gekauft. Er und Weße denken nun sogar darüber nach, ihre Neubauten wieder zu verkaufen, falls die Stadtverwaltung ihre Pläne umsetzt. Überhaupt habe diese nur mangelhaft informiert. Erst durch einen Flyer der CDU – die gegen den geplanten Zuschnitt der Mehrfamilienhäuser ist – und einer durch sie initiierten Anwohnerversammlung seien sie auf das Vorhaben der Stadt aufmerksam geworden. Auch neuen Käufern seien die geplanten Geschossbauten verschwiegen worden, so Schmidt. 31 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben. „Alle, die wir getroffen haben.“

Die Debatte, in welcher Form nun neue Häuser im Baugebiet „Stockforthsweg“ entstehen, dauert bereits einige Monate an. Erst im Juni hatte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) die Pläne verteidigt. Die seien nach dem von der Verwaltung ermittelteten Bedarf notwendig. Die Beschwerden der Anwohner seien auf hohem Niveau, sagte er damals. Den Vorwurf der Täuschung weist der Bürgermeister nun zurück. „Es wurde immer von einer Weiterentwicklung des Baugebietes gesprochen“, sagte Weber auf Nachfrage der Kreiszeitung. Was genau in den Verkaufsgesprächen gesagt wurde oder nicht, dazu könne er nichts sagen. In einem Punkt ist er sich allerdings sicher: „Es liegt kein Betrug vor.“

Am Montag findet ab 18 Uhr eine Anliegerversammlung zum Thema im Ratssaal des Rathauses statt, in der der aktuelle Planungsstand mitgeteilt werden soll. Eine endgültige Entscheidung könnte dann am Donnerstag, 25. August, in der Sache fallen. Dann befindet der Stadtrat über die Pläne. Zuvor kommen diese am Montag, 22. August, beim Ausschuss für Planung und Hochbau auf den Tisch.

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