Anwohner bleiben skeptisch

Rotenburger Werke stoßen mit Plänen für Fachpflegeeinrichtung weiter auf Widerstand

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Auf der Wiese links hinten am Anfang von Brockmanns Wiesenweg soll die Fachpflegeeinrichtung entstehen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Dass Jutta Wendland-Park sauer wird, dürfte als eher seltenes Ereignis eingestuft werden. An diesem Montagabend im Ausschuss für Planung und Hochbau des Rotenburgers Stadtrats kann die Pastorin und Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke ihren Ärger aber nicht mehr verhehlen: „Ich schätze die Menschen hier in Rotenburg und die Stadt, aber im Moment komme ich mir vor wie auf einem türkischen Basar“, poltert sie in Richtung der Ausschussmitglieder.

Es geht wieder einmal um die Pläne der Werke, im Rotenburger Norden gegenüber des erweiterten Neubaugebietes an der Brockeler Straße eine Fachpflegeeinrichtung zu bauen. Dafür will die Stadt ein Sondergebiet einrichten. Doch das schmeckt vielen Anwohnern nicht. Gerade diejenigen, die schon vor dem Ausbau der Neubaugebiete dort wohnten, befürchten noch mehr Verkehr, mehr Belastungen. Und sie sind um ihre schöne Stadtrandlage beraubt, wenn auf dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Areal an Brockmanns Wiesenweg die Einrichtung zum Wohnen und zur Förderung von Menschen mit Behinderungen entsteht. 

Der Bebauungsplan ist zum zweiten Mal Thema im Ausschuss, es gibt viele Einwände, und auch die Politik ist sich nicht einig. Es wird in der Ausschusssitzung, an der wie schon im September viele Bürger teilnehmen, tatsächlich um Nuancen gefeilscht: Die Werke sollen nur Lagerräume statt Lagerhallen errichten, der Verkaufsraum für die Produkte der Werke soll nur 100 statt 200 Quadratmeter groß sein dürfen, und das Sortiment dort soll klein gehalten werden, um nicht noch mehr Verkehr ins Wohngebiet zu lotsen. 

Dafür gibt es wechselnde Mehrheiten, der Bebauungsplan wird so aktualisiert erneut mit verkürzter Frist im Januar ausgelegt. Die Begrenzung auf maximal 120 Bewohner in der Einrichtung, wie von der CDU gefordert, wird allerdings nicht mit aufgenommen: keine Mehrheit dafür.

Zwei Mal wird die Sitzung am Montagabend unterbrochen, damit sich Politik und Werke-Vorstand abstimmen können, auch Bürger erhalten das Wort. Die Zugeständnisse mit größeren Abständen zur Wohnbebauung und flacheren Gebäuden im vorderen Bereich reichen ihnen schlichtweg nicht aus. 

Verhindern können sie das Projekt aber in Gänze nicht mehr, und das sorgt auch aufseiten der Bewohner für manch zornigen Ausspruch. Wendland-Park hofft nun, dass dieses gegenseitige Unverständnis im Februar ausgeräumt werden kann. Dann stellen die Werke die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs mit konkreten Plänen öffentlich vor.

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