Anwohner beklagen Ärger mit Nachbarn

Gefahr für Hund und Kind

Eigentlich sieht in der „Gefahrenzone“ alles friedlich aus.
+
Eigentlich sieht in der „Gefahrenzone“ alles friedlich aus.

Rotenburg - Von Jessica Tisemann. Eine schöne Wohngegend am Stadtrand, eine ruhige Straße und eine idyllische Natur laden ein zum Laufen, Radfahren oder Spazierengehen. Aber bitte nur ohne Kinder und Hunde. Denn die sind einem Teil der Nachbarschaft im Rotenburger Süden ein Dorn im Auge. Zumindest sprechen dafür zahlreiche Vorfälle, von denen Anwohner berichten.

Einer der Vorfälle liegt noch gar nicht lange zurück. Vor ein paar Wochen ging einer der Anwohner mit seinem Hund dort spazieren – Janne dicht bei ihrem Besitzer an der Leine, der aufgrund des Vorfalls lieber unerkannt bleiben möchte. Als die beiden auf eine befreundete Dame treffen, entschließen sie sich, die Hunde loszumachen, damit die beiden miteinander spielen können. Nur wenige Minuten später sei der Nachbar aufgetaucht und habe gerufen, dass die beiden ihre Hunde von seiner Wiese nehmen sollen. Janne hört sofort auf den Ruf ihres Herrchen und läuft in seine Richtung zurück. In diesem Moment soll der Nachbar sein Tor vom Grundstück geöffnet haben. „Janne ist erst eineinhalb Jahre alt. Sie dachte, er wollte sie begrüßen, ist umgedreht und auf den Mann zugelaufen.“ Dieser habe sie dann fest am Halsband gepackt und auf sein Grundstück gezogen. „Als ich meinen Hund wiederholen wollte, hat er mich mit einem Hammer bedroht“, schildert das Herrchen die Situation. Erst die hinzugerufene Polizei und das Ordnungsamt hätten die Situation klären können und Janne wieder frei bekommen.

Bei der Polizei hat man den Vorfall aufgenommen. Doch wirklich etwas machen können die Beamten in diesem Fall nicht. „Wir gehen da nicht hinterher“ erklärt Polizeisprecher Heiner van der Werp. Der Vorfall sei als Einzelfall bewertet worden. Obwohl selbst van der Werp einige ältere Kollegen hat, die schon von ähnlichen Vorfällen berichtet haben. „Das ist aber schon einige Jahre her“, erklärt der Polizeisprecher.

Das bestätigen auch Aussagen der Anwohner. Eine Frau berichtet zum Beispiel von einem Vorfall mit ihren Kindern. Als sie mit ihren Söhnen und ihrem Hund spazieren gegangen sei, sei einer ihrer Kinder immer wieder in den Graben gehüpft und wieder herausgeklettert. Auch dort seien die besagten Nachbarn sofort mit Spaten und Heugabel bewaffnet an den Zaun gerannt und hätten ihr Kind festgehalten. „Sie brüllten, dass wäre Hausfriedensbruch und zerrten an meinem Kind“, so die Mutter. Ihre Kinder lässt sie dort nicht mehr vorbeigehen, und auch sie selbst traut sich nur noch ohne Vierbeiner dort vorbei.

Heiner van der Werp kennt das Problem zwischen Anwohnern und Hundebesitzern im Allgemeinen. „Wenn ein fremder Hund auf seinem Grundstück herumläuft, ist das schon ärgerlich.“ Jedoch sei es nicht in Ordnung, den Hund eines anderen festzuhalten. „Das kann man auch ruhiger klären und einfach sagen, der Besitzer möge seinen Hund bitte wegnehmen.“

Doch die Beschwerden der Anwohner häufen sich. So habe es auch einen Zwischenfall mit der Tochter einer Rotenburgerin gegeben, Sie sei mit dem Hund auf dem Feldweg spazieren gegangen und habe den Vierbeiner auf einer angrenzenden Wiese spielen lassen. Dass diese den Nachbarn gehörte, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht, denkt sich also nichts, als zwei Männer mit dem Auto halten und auf sie zukommen. Der eine habe den Hund unsanft am Halsband, gepackt und erklärt, dass das Mädchen sich mit ihrem Tier auf seinem Grundstück befände und der Hund jetzt folglich ihm gehören würde. Sie hätten daraufhin den Hund zu ihrem Auto gebracht, ihn in den Kofferraum springen lassen, und gedroht, ihn zu töten. Nach langem Weinen, Bitten und Betteln hätten die Männer den Hund wieder freigegeben. Die Tochter – mittlerweile erwachsen – traue sich bis heute nicht, dort mit dem Hund spazieren zu gehen.

Auch ein weiterer Anwohner berichtet von einem Vorfall im November. Sein Hund sei beim Spielen von einem der Männer am Halsband gepackt und mit lauten Worten „Wenn der jetzt beißt, gibt´s ne Anzeige wegen Körperverletzung“ versucht worden wegzuzerren. Bei dem Versuch, seinen Hund zu befreien, sei der Besitzer von einem der Männer so stark zurückgedrängt worden, dass der Anwohner dabei gestürzt sei. „Wenn man die ganzen Geschichten so hört und sich nicht wehrt, dann wird da doch nie was passieren“, ist sich Jannes Besitzer daher sicher.

Die von den Anwohnern beschuldigten Nachbarn standen für eine Aussage gegenüber unserer Zeitung nicht zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Ohne eigenes Auto mobil auf dem Land

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Meistgelesene Artikel

Interview am Wochenende: Schulleiterin Susanne Enders geht in den Ruhestand

Interview am Wochenende: Schulleiterin Susanne Enders geht in den Ruhestand

Neuer Lebensraum für Wildbienen

Neuer Lebensraum für Wildbienen

Intensiver Gedankenaustausch bei Simbav

Intensiver Gedankenaustausch bei Simbav

Von Stemmen nach Scheeßel

Von Stemmen nach Scheeßel

Kommentare