Niels Kruse folgt auf Falk Lutosch an der Spitze der Rotenburger Schutzgemeinschaft

Als Anwalt des Waldes für mehr Nachhaltigkeit

Falk Lutosch (l.) gibt sein Amt als Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Landkreis Rotenburg an den Waldpädagogen Niels Kruse ab. - Foto: Quebe

Rotenburg - Von Inken Quebe. Wer das lehrreiche Vergnügen hat, mit Falk Lutosch und Niels Kruse durch den Wald zu gehen, der trifft auf gleich zwei Experten, die viel Wissen über dieses Gebiet vereinen. Davon profitiert auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Landkreis Rotenburg, an deren Spitze Niels Kruse in diesem Monat Falk Lutosch als Geschäftsführer abgelöst hat.

Der Führungswechsel bedeutet fast das Ende einer Ära, hatte Lutosch den Posten doch seit 1983 fast durchgehend inne. Der 73-Jährige war von 1980 bis 2004 ebenfalls Leiter des Niedersächsischen Forstamts Rotenburg. Ein Fokus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als SDW-Geschäftsführer waren Hecken und Feldgehölzen. „Es gab immer nur Aussagen, dass wir diese mehr benötigen, aber es hat keiner etwas getan“, sagt er. Dann hat er es selbst angepackt: „In 20 Jahren habe ich gut 50 Hecken und Feldgehölze selbst gepflanzt oder zum Beispiel von Schulklassen und Jugendgruppen pflanzen lassen.“

Jugendarbeit ist generell ein gutes Stichwort – denn ein weiterer Fokus lag auf der Pädagogik. So war Lutosch an der Entwicklung, Organisation und Durchführung der Umweltjugendspiele beteiligt, die die achten Klassen der Rotenburger Schulen von 1991 bis 2004 absolviert haben. Immer noch gibt es die Waldjugendspiele, bei denen Lutosch auch in der Zukunft weiter mitwirken möchte, denn der SDW bleibe er treu.

Nun also der Wechsel zu Niels Kruse, der als Waldpädagoge nicht weniger geeignet für das Ehrenamt zu sein scheint. Allerdings gibt Falk Lutosch zu, diesen bis zum vergangenen Jahr gar nicht gekannt zu haben. Die Kennenlerngeschichte der beiden klingt ein bisschen nach glücklicher Zufall. Denn eigentlich hatte Lutosch bereits vor einigen Jahren nach einem geeigneten Nachfolger gesucht, wurde jedoch erst im vergangenen Jahr fündig. 2015 saß der ehemalige Forstamts-Leiter in der Jury zur Vergabe des Umweltschutzpreises der Stadt Rotenburg.

Bereits nach fünf Minuten einig

Für den im vergangenen Jahr erstmals ausgeschriebenen Sonderpreis „Insektenfreundliche Gärten“ hatte sich auch die Familie Kruse beworben. „Als Niels Kruse den Garten vorgestellt hat, habe ich gemerkt: ,Der hat Ahnung!‘“ Und so informierte er sich über Kruse, erfuhr, dass dieser als Waldpädagoge tätig ist. „Sie müssen mein Nachfolger werden“ – mit diesen Worten war die Übergabe schon fast unter Dach und Fach. „Wir waren uns nach fünf Minuten einig“, erinnert sich Lutosch.

Kaum verwunderlich also, dass er Kruse als einen „großen Glücksgriff“ bezeichnet. Denn der „Neue“ hält die Themen, die Lutosch bereits in den Mittelpunkt gerückt hatte, ebenfalls für wesentlich. „Hecken sind wichtig für den Schutz des Waldes. Die sind auch ein Thema, das ich im Blick habe.“

Mit dem Wechsel an der Führungsspitze geht auch ein Wechsel in den verschiedenen Zusammenschlüssen, an denen sich Falk Lutosch beteiligt hat, einher. Dazu gehören unter anderem die Arbeitsgruppe Naturschutz im Landkreis Rotenburg sowie die Stiftung Naturschutz. Diese sehen sowohl Lutosch als auch Kruse, der inzwischen seit dem 1. April Geschäftsführer ist, als Möglichkeit, den Wald noch besser zu schützen. Der 53-Jährige weiß aber auch: „Landschützer und Landnutzer zusammenzubringen, ist nicht immer einfach.“ Auch den Kontakt zu Politikern und den Naturschutzverbänden pflegen und „dabei als ,Anwalt für den Wald‘ die Sache der Nachhaltigkeit vertreten“.

Etwas möchte Kruse aber dennoch anders machen als sein Vorgänger: Er will mehr in die Öffentlichkeit gehen. Ein erster Schritt ist in diese Richtung schon einmal gemacht.

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