Angedacht ist eine Mischung aus Handel und Dienstleistung / Bürgermeister ist begeistert

Sparkasse kauft das Postgebäude

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Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat das Postgebäude gekauft.

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Gesicht der Rotenburger Innenstadt wird sich in den kommenden Jahren stark verändern: Denn die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat die Postimmobilie in zentraler Lage an der Ecke Große Straße / Nödenstraße gekauft. Sie verfolgt damit das Ziel, diesen Standort in der Innenstadt zu entwickeln und deutlich aufzuwerten. Das geht aus einer Mitteilung an die Presse hervor. Die Stadt Rotenburg sei frühzeitig in die Pläne der Sparkasse eingebunden worden und begrüße das Engagement.

„Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde ist optimistisch, dass sich das Gesicht der Rotenburger Innenstadt an diesem zentralen Punkt nach Fertigstellung 2020 / 2021 deutlich positiv entwickelt haben wird und die Fläche eine deutliche Aufwertung erfährt“, heißt es in der Mitteilung. „Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass die Sparkasse so ein Engagement zeigt“, ist die erste Reaktion von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) gegenüber der Kreiszeitung. Zwar habe man sich seinerzeit froh über den Neubau der Post gezeigt, aber inzwischen gebe der Baukörper Anlass zu Kritik, er passe einfach nicht mehr in das innerstädtische Umfeld. „Mit der Sparkasse haben wir jetzt für dieses Objekt einen direkten Ansprechpartner vor Ort. Ich erhoffe mir für die weitere Entwicklung eine unmittelbare und vertrauensvolle Kommunikation“, so Weber. Städtebaulich erwarte er eine deutliche Aufwertung für die Innenstadt – mit weiteren Geschäften und eventuell auch zusätzlichen zentralen Wohnungen. Er gehe hinsichtlich der Planungen von einer engen Absprache mit der Stadt aus, sagt Weber.

Über den Kaufpreis für die Immobilie auf dem 5200 Quadratmeter großen Grundstück haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, erklärt Sparkassen-Vorstandsmitglied Stefan Kalt im Gespräch mit der Kreiszeitung. Nur so viel ist ihm zu entlocken: Der Kaufpreis liege im „kleinen einstelligen Millionenbereich“. Kalt geht allerdings davon aus, dass die Sparkasse in den kommenden Jahren als Investor und Projekt-Entwickler weitere fünf bis zehn Millionen Euro in die Hand nehmen muss, um ihre Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Das vorhandene Gebäude aus dem Jahr 1975 biete derzeit eine Gesamtnutzfläche von 3700 Quadratmetern – „eine Verdoppelung der Nutzfläche ist durchaus möglich“, so Kalt.

Das Gebäude habe sich seit mehr als 15 Jahren im Eigentum internationaler Investoren befunden, zuletzt bei einem kanadischen Immobilienfonds. Nun habe sich die Möglichkeit ergeben, das an zentraler Stelle liegende Gebäude zu erwerben. „Über die exponierte Lage und den langjährigen Wunsch der örtlichen Politik, diesen Immobilienstandort als einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Rotenburger Innenstadt zu nutzen, waren wir uns im Klaren“, führt Vorstandsmitglied Stefan Kalt aus.

Obwohl die Sparkasse kein klassischer Projektentwickler sei, gehe sie jetzt diesen Schritt. Nur so sei sichergestellt, dass die regionalen und städtebaulichen Interessen, auch in Verbindung mit dem benachbarten Neubau für die Rotenburger Kreiszeitung und die Rotenburger Rundschau sowie Rewe, berücksichtigt würden. „Wir wollten die Interessen nationaler oder internationaler Entwickler für diesen Standort nicht wieder in die Stadt lassen“, ergänzt der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse, Reinhard Krüger.

Die Weichen für die Weiterentwicklung der Fläche haben Verwaltung und Politik bereits mit der Änderung des Bebauungsplans gestellt. „Der Erwerb der Postimmobilie ist für uns ein Vorratskauf“, betont Reinhard Krüger. „Die laufenden Mietverträge, die selbstverständlich erfüllt werden, geben uns die Zeit, das Projekt in den nächsten zwei bis drei Jahren zu entwickeln.“ Angedacht sei eine Mischung aus Handel und Dienstleistungen, die gegebenenfalls auch durch Wohnungen ergänzt werde.

„Wir werden natürlich auch die Interessen der bisherigen langjährigen Mieter berücksichtigen“, erläutert Stefan Kalt. Und er fügt hinzu: „Alles ist möglich – sowohl was das Gebäude selbst, aber auch die Vermietung betrifft.“ Denkbar sei auch eine Ausweitung der bisherigen Nutzfläche in Richtung Nödenstraße. Die aktuell von der Post genutzten Parkplatz- und Logistikflächen sollen – soweit sie nicht zur Erweiterung der Nutzflächen dienen – in das dortige Parkraumkonzept der Stadt integriert werden.

Auch ein Einzug der Sparkasse mit ihrer zurzeit am Pferdemarkt befindlichen Geschäftsstelle sei nicht ausgeschlossen. Dort seien bereits erhebliche Investitionen angekündigt, um die Räumlichkeiten den veränderten Kundenanforderungen anzupassen und ein verbessertes Angebot vorzuhalten. „Es muss natürlich überlegt werden, ob ein Umzug in die neue Immobilie sinnvoll ist. Voraussetzung dafür wäre, dass für die bisherigen Flächen am Pferdemarkt eine sinnvolle Nachnutzung gewährleistet ist, die auch in städtische Konzepte passt. Wir benötigen für beide Objekte ein Gesamtkonzept“, so Stefan Kalt. Für Teilflächen am Pferdemarkt gebe es bekanntermaßen bereits Verhandlungen mit der Polizei.

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