Rotenburg will Geld aus der Städtebauförderung – und macht erste Schritte

Der Anfang einer neuen Stadt

Raumplanerin Heike Wohltmann im Gespräch mit Rotenburger Bürgern. Foto: Krüger

Rotenburg – Es gibt viele Baustellen in der Kreisstadt, auch wenn auf keiner von diesen bereits ein Bagger steht. Es gibt viel zu tun, weiß auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD), der mit seiner Verwaltung am Montagabend die Bürger in den Lucia-Schäfer-Saal geladen hatte, um über die ersten Schritte hin zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm von Bund, Ländern und Gemeinden aufgenommen zu werden. 25 Jahre nach dem letzten großen Umbau der Innenstadt mit dem Kerngebiet der Fußgängerzonen zwischen Pferdemarkt und Neuem Markt soll wieder investiert werden. Drei mögliche Sanierungsgebiete sind ausgemacht: die Innenstadt, die Niederungen von Wümme und Wiedau/Rodau sowie das Wohngebiet Auf dem Loh/Berliner Ring.

Positiv: Rund 100 Zuschauer verfolgen die Informationsveranstaltung in der Ahe – mehr als erwartet. Vertreter von drei Agenturen sind erschienen, Raumplaner, Architekten und Landschaftsgestalter, die erste Eindrücke ihrer Gespräche und Begehungen präsentieren und von den Anwesenden an vier Stationen eines „Wandelgangs“ Hinweise erwarten, wo es in Rotenburg etwas zu verbessern gibt. Klar ist: Allzu positiv darf sich Rotenburg in einem Konzeptpapier nicht präsentieren, um die Zweidrittel-Förderung für angepeilten Maßnahmen von Bund und Land zu erhalten. Bürgermeister Weber drückt es so aus: „Wir müssen die Dringlichkeit darstellen, dass etwas passieren muss.“ Sein Stellvertreter Hartmut Leefers (CDU) bezeichnet es als „Wünsch-Dir-Was-Phase“.

Negativ: Es sind zumeist die erschienen, die zu erwarten waren. Der Kreisvorsitzende der Linken, Stefan Klingbeil, nennt sie die „üblichen Verdächtigen, nämlich weite Teile der (oberen) Mittelschicht“. Von denjenigen, die zum Beispiel im Wohngebiet Auf dem Loh/Berliner Ring im Fokus stehen, damit dort kein sozialer Brennpunkt entsteht, ist niemand da. Auch Jüngere fehlen. Klingbeil kreidet das einer bislang „miserablen Informationspolitik“ der Stadt an.

Zu den Anwesenden gehört auch Norbert Behrens, der als Architekt mit vielen Aufträgen in der Stadt und als langjähriger Vorsitzender des Wirtschaftsforums vor einem Jahr mit der vehementen Forderung nach einem „Masterplan“ für die Stadt die Diskussion so richtig ins Rollen gebracht hatte. Nun hat der Stadtrat zunächst einmal 56 000 Euro Haushaltsmittel bereitgestellt, um die Vorarbeiten hin zur Aufnahme ins Förderprogramm zu vergeben. Weber hatte während der Diskussion um den „Masterplan“ für die Innenstadt immer wieder auf dieses noch ausstehende Papier verwiesen. Ziel ist es mittlerweile, den Antrag auf Förderung bis Juni 2021 zu stellen. 2022 könnten die Arbeiten auf den ersten Baustellen beginnen, wenn der Antrag erfolgreich ist. Wo die Baustellen liegen werden, ist noch offen. Die Stadt und die Planungsagenturen fokussieren sich auf die drei Bereiche, die zu einer lebenswerteren Stadt führen sollen. Dabei, so die Planer als auch Weber, habe Rotenburg großes Potenzial. Nur: Einiges sei unstrukturiert, man arbeite zu kleinteilig, das Vorhandene werde nicht ausreichend in Szene gesetzt.

Beispiel Niederungen: Mit den Naturschutzflächen entlang der Rodau, Wiedau und Wümme mitten in der Stadt müsste Rotenburg viel mehr Naherholung schaffen. Spiel- und Aufenthaltsflächen müssten ausgebaut, Verbindungen zum innerstädtischen Bereich hergestellt werden. Dort in der City gebe es auch Erneuerungsbedarf, vor allem die Verkehrssituation ist an diesem Montagabend in der Auftaktdiskussion zum städtischen Erneuerungsprozess Thema. Vorschläge werden an Stellwänden gesammelt, vom Kino über zentrale Wohnquartiere bis hin zur Aufwertung des potenziellen Problemviertels rund um den Lohmarkt.

Konkreter wird es jedoch noch nicht. Wohl aber gibt es viele Ideen und eine Erkenntnis: Irgendwie muss allen Rotenburgern klargemacht werden, dass es bei diesem Projekt um sie alle geht – und nicht nur um Investoren und Politiker.

Der Fahrplan

Vergangene Woche hat der Rotenburger Stadtrat einstimmig grünes Licht dafür gegeben, gemäß dem Baugesetzbuch die vorbereitenden Untersuchungen für die drei möglichen Sanierungsgebiete Innenstadt, Niederungen und Wohngebiet Auf dem Loh/Berliner Ring einzuleiten. Die drei beteiligten Agenturen werden die speziellen Zustände nun vor Ort und auf Datenbasis sowie in Gesprächen erkunden und eine Kosten- und Finanzierungsübersicht für konkrete Maßnahmen erstellen. Zudem sind wie am Montag weitere Bürgerinformationsveranstaltungen geplant. Im Juni 2021 soll auf dieser Basis der Antrag zur Aufnahme ins Städtebauförderungsprogramm 2022 gestellt werden. Im Herbst 2022 könnten erste Maßnahmen beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen
Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“
Landkreis Rotenburg lässt Zustand der Kreisstraßen erfassen

Landkreis Rotenburg lässt Zustand der Kreisstraßen erfassen

Landkreis Rotenburg lässt Zustand der Kreisstraßen erfassen

Kommentare