Andreas Weber (SPD) wird neuer Bürgermeister und löst im Herbst Detlef Eichinger ab

Rotenburg wählt den Wechsel

Große Geste: Detlef Eichinger (l.) gratuliert Andreas Weber zum Wahlerfolg.
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Große Geste: Detlef Eichinger (l.) gratuliert Andreas Weber zum Wahlerfolg.

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Endergebnis lag noch gar nicht vor, aber dennoch hatte sich Bürgermeister Detlef Eichinger bereits gegen 20.30 Uhr auf den Weg zu „Andres Domshof“ gemacht, um seinem Konkurrenten Andreas Weber zu gratulieren.

Denn so viel war klar: Am Sieg Webers würde sich nichts mehr ändern – es ging nur noch um die Höhe. Eine halbe Stunde später stand es dann fest: Der Sozialdemokrat hatte mit 59,57 Prozent deutlich die Nase vorn. Eichinger erreichte 40,42 Prozent der Wählerstimmen.

„Ich rechne es Detlef Eichinger hoch an, dass er zum Gratulieren rübergekommen ist“, sagte Weber, der mit den Sozialdemokraten ausgelassen feierte. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat, Hartmut Schaarschmidt, fiel ihm – so wie viele andere auch – förmlich um den Hals und jubelte mit einer Siegerfaust. Schaarschmidt: „Aufgrund der Stimmung in der Stadt war ich mir zuletzt sicher: Alles andere als ein Sieg für Andreas Weber wäre eine Sensation.“ Die Klarheit, mit der der Leiter des Bremer Landeskriminalamtes gewann, erklärt der Fraktionsvorsitzende mit einer Ernüchterung in der Stadt: „Nicht alles war in den vergangenen Jahren so positiv, wie es vielfach dargestellt worden ist.“ Detlef Eichinger wollte am Abend noch gar nicht nach Gründen suchen: „Ich denke, ich habe alles gegeben. Deshalb war ich auch guter Dinge.“ Fakt ist: Eichinger hatte auf einen klassischen Wahlkampf verzichtet und stattdessen eine Spendenaktion gestartet.

Hartmut Leefers, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadt, die zum dritten Mal in Folge mit Eichinger ins Rennen gegangen war: „Rotenburg wollte Andreas Weber, das zeigt das Ergebnis in seiner Deutlichkeit. Zu diesem grandiosen Sieg kann man ihm nur herzlich gratulieren.“ Gerade wegen der Deutlichkeit, mit der es zum Wechsel gekommen ist, sei es auch nicht erforderlich zu fragen, „wo wir Fehler gemacht haben“, sagte Leefers. Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit Andreas Weber und dass Eichinger diesen Tag gut verkraftet. Schließlich hatte der parteilose Kandidat der CDU 13 Jahre lang im Rathaus das Heft in der Hand.

Grünen-Sprecher Manfred Radtke freute sich über den Sieg des Sozialdemokraten. Aber: „Ich hatte mit einem sehr knappen Ergebnis gerechnet, von dieser Deutlichkeit bin ich wirklich sehr überrascht.“ Weber habe einen guten Wahlkampf betrieben, sich sehr engagiert, so Radtke weiter. Fakt ist: Mit diesem Sieg wächst die rot-grüne Mehrheit um eine weitere Stimme. Joachim Jessat wird für Weber nachrücken und wieder in den Rat zurückkehren.

Interessant: Bei der Wahl des Landrates fiel das Ergebnis in der Kreisstadt noch deutlicher aus. Hermann Luttmann landete mit 62,16 Prozent ganz klar vor Hans-Peter Daub, der auf 37,83 Prozent kam. Daraus lässt sich eine Schlussfolgerung ableiten. Zum Beispiel die, dass die Rotenburger sich bei der Wahl von der Parteizugehörigkeit gelöst haben. Und wie Hartmut Leefers feststellte, spielte im Fall Eichinger dann auch der Amtsbonus keine Rolle mehr.

Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in der Tabelle

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