Amtsgericht verurteilt zwei Bremer und spricht vermeintlichen Komplizen frei

Haftstrafe für Einbrecher

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rotenburg - Das Rotenburger Amtsgericht hat am Dienstag zwei Einbrecher zu Haftstrafen verurteilt. Der 28-jährigen M. und der 29-jährige G., beide aus Bremen, hatten zwischen Mai und Juli 2013 – mal gemeinsam und mal mit Mittätern – Einbrüche in Bremen, Ritterhude und Sottrum verübt.

Die Mittäter waren eine 27-jährige Frau, die zu einem der Einbrüche anstiftete, und der 28 Jahre K. Ihm wurde zur Last gelegt, die Hauptangeklagten bei dem Einbruch in Ritterhude gefahren zu haben. Die 27-Jährige Bremerin bekam eine Geldstrafe auferlegt, der 28-Jährige wurde freigesprochen. Es war bereits der zweite Prozesstag. In der vergangenen Woche hatte die Vorsitzende Richterin Petra Stein-Simon die Sitzung vertagt, da M. zurzeit wegen eines anderen Vergehens in der Justizvollzugsanstalt der Hansestadt einsitzt. Das war dem Gericht am ersten Prozesstag nicht bekannt. Dem Vernehmen nach wurde die Zeit von den Verteidigern und der Staatsanwaltschaft für eine Vereinbarung genutzt.

M. hat demnach eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten bekommen. G. wurde zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, zudem eine Sperre für den Erwerb der Fahrerlaubnis von eineinhalb Jahren. G. war an allen drei Einbrüchen beteiligt, die Staatsanwältin warf ihm gewerbsmäßiges Handeln vor.

Zunächst brachen er und ein Mittäter, der bereits in einem gesonderten Verfahren freigesprochen wurde und als Zeuge auftrat, in ein Wohnhaus in Ritterhude ein. Daran soll laut Staatsanwaltschaft auch der 28-jährige K. beteiligt gewesen sein. Dieser gestand zwar ein, die beiden gefahren zu haben, beteuerte aber, von den Einbrüchen nichts gewusst zu haben. G. und der freigesprochene Komplize bestätigten dies in ihren Aussagen. Zwar glaubten das weder die beiden Schöffen, die Richterin noch die Staatsanwältin, die Richterin sprach ihn allerdings später aus Mangel an Beweisen frei. Obwohl das Trio kurz nach dem Einbruch von einer Polizeistreife aufgegriffen wurde.

Außerdem haben G. und ein unbekannter Komplize einen Einbruch in Bremen begangen. Dazu wurden sie von der angeklagten 27-Jährigen angestiftet – nach ihren Angaben aus Rache an den Vater ihrer beiden Kinder, der ihr die Hilfe bei einer Krankheit eines Kindes versagt habe. Der Geschädigte war der Großvater des Mannes. Dabei seien Gegenstände von hohem und persönlichem Wert erbeutet worden. G. und der Unbekannte verschafften sich mit einem Schlüssel Zutritt zur Wohnung. Das Schlüsselversteck teilte die 27-Jährige den beiden Tätern telefonisch mit. Der Geschädigte sei während der Tatzeit auf einer Reise gewesen.

Als drittes brachen G. und M. in ein Wohnhaus in Sottrum ein, kurz nach der Tat wurden sie von der Polizei festgenommen. Ebenfalls zur Last gelegt wurde ihnen das Autofahren ohne Fahrerlaubnis – bei M. in einem Fall, bei G. in fünf Fällen. Diese Fälle wurden bei Observationen durch die Bremer Polizei festgestellt und zur Anzeige gebracht.

Bei ihren Urteilen hat die Richterin berücksichtigt, dass alle vier Angeklagten ihre Taten eingeräumt haben, und bei den beiden Hauptangeklagten behielt sie im Hinterkopf, dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen ist. Beide sind drogenabhängig und gaben an, die Einbrüche zur Finanzierung ihrer Sucht begangen zu haben. Sie kündigten an, sich im Anschluss ihrer Haftstrafen einer Therapie unterziehen zu wollen.

mro

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