Fred Krüger über Großeinsätze und ihre Folgen

Polizeisprecher: „Alltagsgeschäft leidet nicht“

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Fred Krüger 

Rotenburg - Von Stephan Oertel. Die Polizisten aus dem Kreis Rotenburg waren in den vergangenen Wochen stark gefordert. Für Großveranstaltungen wie das Hurricane-Festival und die Tarmstedter Ausstellung galten nach den jüngsten Terroranschlägen besondere Sicherheitsaspekte, und auch im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg waren Beamte aus dem Landkreis im Einsatz. Wir sprachen darüber mit Fred Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg.

Herr Krüger, beim G20-Gipfel in Hamburg waren auch Polizisten aus dem Landkreis Rotenburg dabei. Zunächst die Frage: Sind alle gesund zurückgekehrt?

Fred Krüger: Die Polizeibeamten aus dem Landkreis Rotenburg sind alle wieder wohlbehalten zurückgekehrt. Hierzu bleibt jedoch festzustellen, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht in der Freien und Hansestadt Hamburg, sondern im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg mit Raumschutzaufgaben betraut waren.

Die Beamten waren in den vergangenen Wochen erheblich gefordert. Neben dem Gipfel in Hamburg gab es im Landkreis selbst ja auch noch das Hurricane-Festival und die Tarmstedter Ausstellung. Wie lässt sich so etwas organisieren ohne dass die alltägliche Arbeit zu kurz kommt?

Krüger: Kriminelle werden während dieser Zeit kaum Urlaub gemacht haben. Großeinsätze zu organisieren, ist immer anspruchsvoll, das Alltagsgeschäft leidet jedoch nicht. Klare Strukturen und ineinandergreifende Rädchen helfen bei der Bewältigung derartiger Aufgaben. So unterstützen beispielsweise beim Hurricane-Festival auch Kräfte benachbarter Dienststellen.

Ist die Polizeiinspektion Rotenburg mit den Großeinsätzen in den vergangenen Wochen (auch personell) an ihre Grenzen gestoßen, wurden diese gar überschritten?

Krüger: Die Polizei bereitet sich auf jeden Einsatz konzeptionell so vor, dass die polizeiliche Präsenz und die Interventionsfähigkeit in unserem Zuständigkeitsbereich im erforderlichen Umfang gewährleistet werden kann.

Wie belastend waren die Einsätze für die Kollegen?

Krüger: Da die Beamtinnen und Beamten nicht direkt in Hamburg eingesetzt waren und somit der direkten Gewalt in Hamburg nicht ausgesetzt wurden, war der Einsatz sicher nicht so belastend wie für die Einsatzkräfte an den Brennpunkten. Dennoch beschäftigt man sich nach so einem Ereignis mit der Situation. Sicherlich hilft es, wenn man mit der Familie, Freunden oder den Kollegen über das Geschehene im Nachhinein noch einmal sprechen kann.

Lässt sich schon sagen, wie viele Überstunden bei der Polizei im Landkreis Rotenburg angefallen sind?

Krüger: Nein.

Diese Überstunden müssen vermutlich in absehbarer Zeit abgebaut werden. Zusätzlich dürften viele nun gerne in den Sommerurlaub gehen wollen. Müssen sich die Bürger Sorgen machen, dass für einige Zeit nur noch wenige Polizisten im Landkreis unterwegs sind?

Krüger: Nein, der Bürger muss sich keine Sorgen machen. Die Urlaubsplanung und der Abbau von Überstunden sind so ausgestaltet, dass die Polizei jederzeit die Sicherheit gewährleisten kann.

Jetzt, wo die großen Einsätze hinter Ihnen liegen: Wie erleichtert sind Sie?

Krüger: Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzanlässe ist eine pauschale Antwort an dieser Stelle nicht möglich. Bei Betrachtung des Hurricane-Festivals sind viele Beamte zum Ende der Veranstaltung sicherlich erschöpft und über den Feierabend erleichtert. Aber bereits nach kurzer Zeit steigt dann auch schon wieder die Vorfreude auf das nächste Festival. Bei Einsätzen, bei denen es, wie in Hamburg, zu gewalttätigen Handlungen kommt, ist jeder Beamte froh, wieder gesund nach Hause zu kommen.

zz

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