Simbav bezieht Bürgersaal

Ein „Zentrum für Familien“ in Rotenburg

Viele Bewegungs- und Spielmöglichkeiten bietet der Saal den Kindern und Eltern.
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Viele Bewegungs- und Spielmöglichkeiten bietet der Saal den Kindern und Eltern.

Rotenburg – Endlich ist wieder Leben in der Bude: Aus dem Rotenburger Bürgersaal, der lange leer stand, hat der Verein Simbav ein „Zentrum für Familien“ gemacht. Nach knapp einem Jahr Planung und Umbau sind die Mitglieder dort nun eingezogen – „und bis auf die Kochkurse laufen bereits alle gewohnten Angebote. Das Beste daran: nun ist alles unter einem Dach“, freut sich Leiterin Ina Helwig.

Im neuen „Düt & Dat“ stöbert eine Mutter mit ihrer Tochter zwischen Kleidern, aus dem Bewegungsbereich tönt fröhliches Kindergeschrei, an einem großen Tisch klönen Eltern – Helwig und Vorsitzende Antje Jäger beobachten das muntere Treiben und atmen tief durch. „Geschafft! Das vergangene Jahr war hart. Besonders in den vergangenen Monaten, die für alle eine große Herausforderung war“, sagt Helwig. In den neuen Räumen hat das Simbav mehr Platz: 333 Quadratmeter waren es zusammengerechnet an den drei Standorten, hier sind es dreimal so viel – 998 Quadratmeter. „Wir sind damit auch für eine mögliche vierte Welle gerüstet, können die Abstände einhalten – und werden unser Angebot Stück für Stück weiter ausbauen. Wir haben bereits viele Ideen“, betont Helwig.

Alle Simbav-Angebote ab sofort unter einem Dach – im neuen Rotenburger Zentrum für Familien.

Derzeit laufen die Restarbeiten des Umbaus. „Aber die Baustellen sind nun überschaubar“, sagt Antje Jäger erleichtert. Ende des Monats soll die Küche eingebaut werden, in diesen Tagen installieren die Handwerker die neue Lüftungsanlage. „Wenn das erledigt ist, fällt der Baudreck weg – und damit für uns das ewige Geputze“, sagt Helwig, die sich für die tatkräftige Unterstützung der etwa 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter bedankt. „Sie haben mit angepackt, obwohl viele von ihnen selbst kleine Kinder haben. Sie haben freiwillig Überstunden ohne Ende gemacht.“

Der Rotenburger Rolf Ludwig hat dem Familienforum Simbav das neue Zuhause ermöglicht: „Bei ihm habe ich vor eineinhalb Jahren nachgefragt, ob er mit seiner Stiftung unser Bewegungsangebot für kleine Kindern unterstützen möchte“, erinnert sich Helwig. Ludwig zeigte sich sehr interessiert an der Arbeit des Vereins und erfuhr so, dass das Simbav bereits seit vier Jahren nach neuen, größeren Räumen sucht. „Wir hatten zu wenig Platz. Außerdem wollten wir das Büro, das Familienforum und das „Düt & Dat“ unter einem Dach haben – am liebsten im Zentrum von Rotenburg, ein schier unmögliches Unterfangen, bis Rolf eine Idee hatte und vorschlug: ,Geht doch in den Bürgersaal‘“, erinnert sich Helwig, die daraufhin einen Vertrag mit der Pferdemarkt KG unterzeichnete.

Das Team vom Düt & Dat in neuen Räumen: Silvia Witwer (v.l.), Andrea Heckmann und Beate Schmidt-Mitschke.

Mitten in den Vorbereitungen auf den Umzug bekam der Verein dann eine Hiobsbotschaft: „Uns wurde mitgeteilt, dass wir für den Bürgersaal keine Benutzungsgenehmigung vom Landkreis erhalten. Unter anderem reichte der Brandschutz nicht aus.“ Als Ludwig davon erfuhr, zögerte er nicht lange: „Ich habe den Bürgersaal gekauft und mich bereit erklärt, die notwendigen Investitionen zu übernehmen: Insgesamt habe ich etwa 500 000 Euro investiert. Die Arbeit des Vereins liegt mir sehr am Herzen.“

Weitere 150 000 Euro an Spenden und Fördergeldern hat der Verein Simbav aufgebracht: „Alleine 40 000 Euro kostet die Küche – um diese zu bezahlen, fehlen uns nur noch 6 000 Euro, für die wir weiteren Spenden sammeln“, so Helwig. Sie lobt die Unterstützung durch den Landkreis und die Stadt Rotenburg bei allen offenen Fragen. Außerdem hätten sich viele Firmen eingebracht: „Die Stadtwerke haben es uns über den Öko-Fonds ermöglicht, die Räume mit Tageslichtlampen auszustatten. Die LED-Leuchten helfen uns dabei, Energie zu sparen. Die Volksbank Wümme-Wieste hat uns dabei unterstützt, den Treffpunkt einzurichten.“

Die Bauleitung hat das Architekturbüro Menzel in Rotenburg übernommen. „Genauso wie die beteiligten Handwerksunternehmen haben die Mitarbeiter tolle Arbeit geleistet. Sie sind zu einem Teil des Teams geworden“, sagen Ina Helwig und Antje Jäger.

Antje Jäger (l.), Ina Helwig und Rolf Ludwig freuen sich über die neuen Möglichkeiten, die Simbav nun hat.

Der neue Standort mache sich bereits bezahlt: „Wir werden hier viel besser wahrgenommen. Die Leute rennen uns die Bude ein“, staunt Vereinsvorsitzende Antje Jäger.

Das Simbav möchte die Netzwerkarbeit weiter ausbauen und hat dafür neue Kooperationen mit der Volkshochschule Rotenburg, hiesigen Hebammen und dem Tus Rotenburg geschlossen. „Wir können mit der Hilfe zusätzliche Angebote schaffen – generationsübergreifend für die ganze Familie“, betont Ina Helwig.

Das neue Büro bietet Platz für Gespräche in gemütlichem Ambiente.

Damit der Verein die Mehrkosten tragen kann, die unter anderem der höheren Miete geschuldet sind, wird Rolf Ludwig das Simbav mit seiner Stiftung auch künftig unterstützen: „Pro Jahr mit 12 000 Euro, und das über meinen Tod hinaus. Damit das geregelt ist, habe ich das bereits mit meiner Familie abgestimmt.“

Wegen der ungewissen Pandemielage verzichtet der Verein Simbav vorerst auf eine große Eröffnungsfeier. „Das möchten wir spätestens im nächsten Jahr nachholen – vielleicht organisieren wir auch einen Weihnachtsmarkt im Innenhof“, kündigt Ina Helwig an.

Sie lädt Interessierte dazu ein, das neue Zentrum für Familien zu erkunden: Die Türen sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, zusätzlich samstags von 9 bis 12 Uhr (ab September bis 13 Uhr) geöffnet.

Weitere Informationen gibt es unter www.simbav.de.

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