Aktionswoche zum Thema Sucht in Rotenburg, Bremervörde und Zeven

Nüchterner Rausch

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Katrin Bleichwehl (l.) und Izolda Froesch-Kuni stellen die Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ vor.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Ein Bier hier, ein Wein dort – Alkohol ist gesellschaftsfähig. Wie gefährlich der Konsum aber sein kann, darüber wollen Katrin Bleichwehl und Izolda Froesch-Kuni vom Verein für Sozialmedizin Bremervörde aufklären. Der Verein schließt sich damit der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ an, die bundesweit vom 13. bis zum 21. Juni läuft.

Für das Aufklärungsprojekt haben sich die Organisatoren das Jugendamt Rotenburg, das Diakonische Werk und die Verkehrspsychologin Birgit Thiel mit ins Boot geholt. Geplant sind verschiedene Informationsveranstaltungen: Am 17. Juni an der Großen Straße 28-30 in Rotenburg. Weitere Stationen sind am 16. Juni am Rathausmarkt in Bremervörde und am 18. Juni im Mehrgenerationenhaus (Godenstedter Straße 61) in Zeven – in allen drei Städten jeweils von 11 bis 16 Uhr.

„Wir wollen Alkoholkonsum nicht verteufeln, sondern, dass gerade die jungen Leute über das Thema nachdenken“, erklärt Sozialpädagogin Katrin Bleichwehl im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Für die Aktionswoche haben sich die Organisatoren ein eigenes Motto „Nüchtern bin ich schüchtern, voll bin ich toll“ ausgesucht, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Am Stand der Suchtberatung des Vereins für Sozialmedizin gibt es neben Informationen die Möglichkeit, mit einer Rauschbrille den Zustand des Betrunkenseins zu simulieren. Die Besucher absolvieren mit der Brille einen Parcours, um nüchtern zu erfahren, was Alkohol mit der Wahrnehmung macht. Die Organisatoren hoffen, dass durch diese aktive Erfahrung der Lerneffekt größer ist, so Bleichwehl.

In Kooperation mit der Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werks wird anhand von Babysimulationspuppen über mögliche Schädigungen durch Alkohol- oder Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft veranschaulicht. „Das ist etwas schockierend, aber ich denke, das sollte auch so sein, um über die Gefahren aufzuklären“, sagt Psychologin Froesch-Kuni.

Verkehrspsychologin Birgit Thiel klärt alle Fragen rund um das Thema Alkohol am Steuer auf, und auch das Jugendamt ist mit seinem Präventionsprojekt „HaLT“ („Hart am LimiT“) vertreten. „Mit den verschiedenen Angeboten wird der Alkoholkonsum von verschiedenen Seiten beleuchtet“, sagt Froesch-Kuni.

Zwar richte sich das Angebot vorwiegend an junge Menschen, doch die Psychologin und ihre Kollegin Bleichwehl klären jeden, der an ihren Stand kommt, auf. Auch Schulklassen haben die Möglichkeit, vorbeizukommen, sollten sich jedoch vorher beim Verein für Sozialmedizin melden.

Die Aktionswoche, die von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) veranstaltet wird, gibt es alle zwei Jahre. Die Resonanz zeige, dass die Besucher es gut annehmen, berichtet Bleichwehl. „Ich habe schon erlebt, dass jemand an meinen Stand kam und von seinen Problemen mit der Sucht berichtet hat“, sagt sie. In den Jahren zuvor sei ein Erstgespräch in einem sensibleren Rahmen in den Räumen der Suchtberatung aber schwierig gewesen – zu wenig Personal, das den Stand dann noch hätte beaufsichtigen können. Von der Kooperation verspricht sie sich deshalb auch Flexibilität: „Wenn so etwas passiert, kann ich mit der Person dann nach oben gehen und ein erstes Beratungsgespräch führen.“

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