Akademie für Diakonie, Gesundheit und Soziales geht an den Start

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Annette Heemsoth und Nicola Gennerich durchtrennen symbolisch das rote Band.

Thorsten Finner empfängt die Gäste mit Songs, die er auf der Gitarre begleitet. Das Wetter spielt mit, und so kommen die Menschen schon im Freien miteinander ins Gespräch. Sie alle sind gespannt, was sie gleich erwartet, wenn sie zum ersten Mal die Räume der Akademie für Diakonie, Gesundheit und Soziales betreten. Und sie werden begeistert sein.

Rotenburg – Auf dem Gelände der ehemaligen Lungenklinik in Unterstedt hat das Rotenburger Diakonissen-Mutterhaus am Montagnachmittag nun also seine Akademie eröffnet. Im Beisein zahlreicher Gäste durchtrennen Annette Heemsoth und Nicola Gennerich – die beiden Damen leiten die neue Einrichtung – feierlich und symbolisch ein rotes Band vor dem Eingang, um damit den Weg frei zu machen, von dem Mutterhaus-Direktor Matthias Richter überzeugt ist, dass er der richtige ist.

Das Mutterhaus, so Richter, weite sein Engagement in und für diese Region aus und zeige, „dass wir weiterhin ein wichtiger Baustein unserer Stadt und Motor für unsere Region sein wollen“. Die neuere Geschichte der Diakonie und besonders der Mutterhausdiakonie sei schließlich eng mit dem Thema Bildung verbunden. „Ein Impuls von Wichern, Fliedner und anderen vor gut 150 Jahren war es, dass Menschen durch Bildung befähigt werden, ihren Glauben in einem sozialen Beruf hoch professionalisiert zu leben“, so Richter. Theodor Fliedner war Gründer der Kaiserswerther Diakonie, Johann Hinrich Wichern Gründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche. Die Kaiserwerther Tradition, in der auch das Mutterhaus stehe, sei ein Leuchtturmbeispiel, wie Frauen schon vor 200 Jahren einen Fuß in die professionelle Berufsfähigkeit setzen konnten, um als Lehrerinnen und Krankenschwestern zu arbeiten. Ohne diese Geschichte gäbe es das Diakonieklinikum nicht und auch nicht die Krankepflegeschule, nicht die Fachschulen für Sozialpädagogik und Altenpflege und auch nicht die Anerkennungsakademie für Hebammen. Richter: „Heute wird dieses Angebot bereichert um die Rotenburger Akademie. Der den Namen gebende Dreiklang Diakonie, Gesundheit und Soziales beschreibt die Themenpalette und für wen wir da sein wollen.“ Angesprochen werden mit der Einrichtung Mitarbeiter des Agaplesion Diakonieklinikums und viele andere Menschen, die anderswo im Gesundheitswesen unterwegs sind. Die Akademie richtet sich zudem an Mitarbeiter in Kitas und Schulen, aber auch in Vereinen, Verwaltungen, Unternehmen und Organisationen. Grundsätzlich stehe die Diakonie vorne an, denn die Bildung stehe unter dem Vorzeichen des christlichen Menschenbildes, wonach jeder Mensch eine ihm innewohnende Würde habe, unabhängig von Herkunft und Status, und es wert ist, dass ihm geholfen wird, so Richter. Der Mutterhausvorsitzende bringt es so auf den Punkt: „Das ist der Leitsatz für unser Engagement für die Menschen, die wiederum für Menschen da sein wollen.“

Musiker Thorsten Finner spielt zum Empfang der vielen Gäste. 

Zu den ersten Gratulanten gehört an diesem Tag Professor Michael Schulte, Mitglied der Geschäftsführung am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg. Diese Akademie auf dem Gelände der ehemaligen Lungenklinik bedeute für die in Rotenburg Beschäftigten nicht nur eine qualitative Erweiterung des Bildungsangebotes, sondern auch die Verfügbarkeit dieser Angebote vor. Das erleichtere einerseits die Nutzbarkeit, andererseits reduzierten sich Ausfallzeiten im Vergleich zu externen Angeboten. „In einer Zeit des Fachkräftemangels ein nicht ganz unwichtiger Aspekt“, so Schulte. Das Thema Bildung, Fort- und Weiterbildung habe gerade im Gesundheitswesen dramatisch an Bedeutung gewonnen. Der Umfang des in der Medizin verfügbaren Wissens nehme stetig zu, und die Erwartung, dass in einem Klinikum der Maximalversorgung Mitarbeiter aus dem ärztlichen Dienst und der Pflege über dieses Wissen verfügen, steige ebenfalls. „Hier deckt sich die Erwartungshaltung unserer Patienten mit unserem eigenen Anspruch, den wir an die Qualität unserer Arbeit stellen.“ Schulte: „Die hohe Bedeutung der Akademie für das Klinikum und die hier Beschäftigten steht damit völlig außer Zweifel.“ Dass sich das Mutterhaus im Bereich Bildung weiter profiliert, unterstreiche die Verbundenheit mit dem Diako und die gute Zusammenarbeit.

Dass Kunden auch aus der Verwaltung kommen werden, macht Landrat Hermann Luttmann deutlich. „Denn das Thema betrifft nicht nur die Diakonie.“ Auch die Kommunen, die Kitas und der Landkreis werden das Angebot in Anspruch nehmen. Hans-Christian Brandy, Landessuperintendent und Vorsitzender des Mutterhaus-Kuratoriums, drückt sich anders aus: „Es kann kein Zweifel bestehen, dass der Lebensform des Lehrens und Lernens das größte Wohlgefallen Gottes gilt. Das Wort von Philipp Melanchthon erinnert daran, dass von Anfang an Bildung eines der großen Themen des Protestantismus war.“ Bildung sei christlicher Auftrag der Kirche. Notwendig seien Fachkenntnisse, und die Akademie werde in guter Kooperation mit dem Krankenhaus eine Fülle an fachlichen Fortbildungen anbieten im Bereich Medizin und Pflege sowie in weiteren Themenfeldern. Es brauche auch – heute wichtiger denn je – Kompetenzen für ethische Fragen. Besonders in der Medizin. Um all das werde es in dieser Akademie gehen „Deshalb freue ich mich sehr, dass wir die Akademie heute eröffnen.“

Das Band ist nun durchtrennt, der Weg ist frei. Die Gäste schauen sich um, tauschen sich aus, loben das Angebot und die freundlichen Räume und die Wahl des Standorts. Finner macht weiter Musik – zum Rundgang und zur Stärkung am Büfett.

Die letzten Vorbereitungen zum Start der Rotenburger Akademie liefen im März. 

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