Weitere Projekte in Aussicht

Agaplesion feiert Richtfest für Pflegeeinrichtung

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Der Grill steht schon für die Ehrengäste, malocht wird aber trotzdem noch.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Halbzeit auf Rotenburgs derzeit größter Baustelle in der Innenstadt: Am Freitagmittag hat Bauherr Agaplesion mit rund 60 Ehrengästen Richtfest für die neue Wohn- und Pflegeeinrichtung an der Glockengießerstraße gefeiert.

Knapp elf Millionen Euro investiert der Betreiber, der vom Diakonieklinikum her in der Kreisstadt kein unbekannter ist. Der Bau auf dem Gelände von „Reinekes Park“ ist aber nur ein erstes Großprojekt entlang der Achse am Rande der Fußgängerzone – weitere Projekte zur Nahverdichtung stehen in den Startlöchern.

Seit Ende 2017 baut „Agaplesion Wohnen & Pflegen Niedersachsen“ an der Einrichtung für 93 stationäre Pflegeplätze für Senioren. Im März 2019 soll das Haus auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück in Betrieb gehen. „Wir bieten dann das Rundum-Sorglos-Paket“, versprach Agaplesion-Geschäftsführer Alexander Dettmann. Auch bei bereits fünf Seniorenheimen in der Stadt sei der Markt nicht gesättigt, vor allem aus einem Grund: „Wir wollen es besser machen als andere.“ Das habe sich schon beim Bau in Kooperation mit der Bremer Specht-Gruppe und der Planungsgesellschaft Nord (PGN) aus Rotenburg gezeigt, und das würde vor allem im Betrieb spürbar werden. Das Konzept sieht 93 Pflegeplätze in Zimmer-Apartments mit einer Größe zwischen 22 und 45 Quadratmetern vor, dazu Sozial- und Gemeinschaftsräume, einen Frisör und Raum für Veranstaltungen. Insgesamt sind es fast 8000 Quadratmeter Nutzfläche in zwei miteinander verbundenen Gebäuden.

„Ein offenes Haus“ solle es sein – nicht nur für die ältere Generation. 60 Mitarbeiter will Agaplesion in der Einrichtung beschäftigen, die Leitung übernimmt Christine Kisselt, die derzeit das Haus am Guten Hirten führt. Sie setzt sich schon jetzt dafür ein, dass die Einrichtung den gestiegenen Bedürfnissen alter Menschen gerecht wird – dabei kreisen die Gedanken zum Beispiel auch um die Gestaltung der Außenflächen unter anderem mit Hochbeeten. Sogar die Idee, zwei Schafe anzuschaffen, steht im Raum. Und nicht zuletzt soll noch ein direkter Durchgang zur Fußgängerzone geschaffen werden – dort steht aktuell noch ein Geschäftshaus.

Hoch oben in sonniger Höhe wird der Richtspruch zelebriert.

Dass die Pflegeeinrichtung nur ein Baustein einer komplett neuen Innenstadtgestaltung ist, wurde beim Richtfest in mehreren Reden deutlich. Nicht nur Bürgermeister Andreas Weber (SPD) betonte: „Wir müssen an der Glockengießerstraße auch Richtung Neuer Markt denken.“ Tatsächlich stehen im weiteren Verlauf bis zum ehemaligen Haus der Rundschau noch einige Flächen leer oder werden nur als Parkplätze genutzt. Zunächst gelte es für diese jedoch noch, Einigungen mit den Eigentümern herzustellen. Stadtplaner Clemens Bumann, der von vielen Rednern für seine Konzeption der innerstädtischen Nahverdichtung gelobt wurde: „Da sind noch einige dicke Bretter zu bohren.“

Agaplesion-Geschäftsführer Alexander Dettmann (l.) bekommt ein Modell aus dem 3D-Drucker der Pflegeeinrichtung von Architekt Norbert Behrens überreicht.

Auf dem Gelände des „Parks, der kein Park war“, so PGN-Architekt Norbert Behrens, habe man nach der ersten Idee der Ansiedlung eines C&A-Marktes nun mit dem Pflegeheim eine gute Lösung gefunden. „Im Kontext passt es.“ Aber es geht weiter. Bekanntermaßen will die Sparkasse Rotenburg Osterholz das Postgebäude zum Sparkassenhaus mit mehreren Geschäften und eigener Filiale umbauen, im hinteren Bereich soll ein Hotel entstehen, und Richtung Neuer Markt an der Glockengießerstraße gibt es dem Vernehmen nach Überlegungen für mehrere Wohnbauprojekte. Und auch die Bremer Specht-Gruppe schielt als Großinvestor für altersgerechtes Wohnen weiter auf Rotenburg: „Wenn wir in die Kristallkugel schauen, haben wir ein bis zwei Standorte im Blick“, verriet Geschäftsführer Frank Markus. Dass darunter auch die Nachnutzung des Sparkassenhauses am Pferdemarkt ist, wollte er noch nicht bestätigen.

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