Tag der älteren Generation im Eichenhof in Waffensen / Viele Wünsche offen

Düstere Prognose fürs Alter

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Die Abbendorfer Kinder schnacken Platt. Auf der Bühne im Eichenhof treten sie gemeinsam mit dem Duo Kröger und ihren beiden Plattdeutsch-Lehrerinnen auf.

Waffensen - Seit vielen Jahren feiern die Senioren aus Rotenburg und den angrenzenden Dörfern den Beginn des Frühlings. Sie empfangen den Lenz mit Gesang und einem interessanten Bühnenprogramm. Zudem nimmt die Vorsitzende des Seniorenbeirats Gisela Flake jährlich die Gelegenheit beim Schopf, um eine Bilanz der Aktivitäten des vergangenen Jahres zu ziehen und ihre Visionen zum Wohle der älteren Generation vorzustellen. Harsche Kritik Richtung Politik und die Freude am gemeinsamen Feiern liegen an diesem Tag dicht beieinander.

Am Donnerstag war es wieder einmal so weit. Rund 120 Senioren versammelten sich an langen Kaffeetafeln, um gemeinsam dem Nachmittag zu verbringen.

In seinem Grußwort betonte der Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats Peter Bitomsky die Bedeutung solcher Begegnungen, die bis ins Jahr 1968 zurückgehen. Anfangs sei insbesondere die Leistung der älteren Menschen beim Aufbau der Bundesrepublik gewürdigt worden. Heute blickten die Senioren eher in die Zukunft. „Und da werden düstere Prognosen gestellt“, erklärte Bitomsky. Die Deutschen würden sich vor dem demografischen Wandel fürchten und den eigenen Untergang beschwören, so der Vortragende. Demografie werde als Entschuldigung für viele Dinge, die fehlschlagen, missbraucht.

„Diese Entwicklung muss nicht bedrohlich werden, wenn wir es richtig anstellen“, betonte er. Dort sei die Politik gefordert, intensiver tätig zu werden. Sorge mache ihm die Rentenversicherung. „Auf einen Rentner kommen heute fast drei Bürger im erwerbsfähigen Alter“, so Bitomsky.

In mehr als zehn Jahren müssten bereits zwei Berufstätige einen Rentner versorgen. Einwanderungspolitik, wie er sie verstehe, gebe es nicht. „Wir brauchen die durch Gesetzgebung geregelte und geordnete Einwanderung“, so Bitomsky.

Zuvor hatte Gisela Flake einige Wünsche der Senioren für die Zukunft geäußert. Unter anderem müsse die Barrierefreiheit der Geh- und Radwege sowie Gebäude vorangetrieben werden. Auch sei die Ausweitung der Notfallpunkte im Kreis erforderlich. Sie prangerte zudem den Personalmangel in der Alternpflege an. „Wir wünschen uns eine ausreichende Pflege und keine solche im Schnellverfahren“, so Flake.

Aber es sind nicht nur harte Worte gefallen. Mit sanfteren Tönen ging das Unterhaltungsprogramm an dem Nachmittag über die Bühne. Das Duo Kröger sang plattdeutsche Lieder und trat später gemeinsam mit Kindern aus Abbendorf auf, die die Sprache ihrer Vorfahren auf dem Land weiter am Leben erhalten wollen. Eine Akkordeongruppe brachte die Senioren nach der Kaffee- und Kuchentafel so richtig in Schwung. Zum Finale sang der Schulchor der Kantor-Helmke-Schule und mit dem Lied „Kein schöner Land ...“endete der interessante und unterhaltsame Nachmittag.

go

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