Kein Nikolausmarkt: IG City-Marketing plant dennoch Aktion

Adventsmeile durch die Stadt

Jedes Jahr schmücken die Weihnachtsbäume der IG City-Marketing die Große Straße, die neuen Bäume sind bereits bestellt. Diese werden zunächst verteilt und dann von den Geschäftsleuten befestigt und mit Schleifen verziert.
+
Jedes Jahr schmücken die Weihnachtsbäume der IG City-Marketing die Große Straße, die neuen Bäume sind bereits bestellt. Diese werden zunächst verteilt und dann von den Geschäftsleuten befestigt und mit Schleifen verziert.

Rotenburg – Weihnachten wird in diesem Jahr vor allem eins: anders. Das typische Weihnachtsmarkt-Flair mit kuscheligem Nah-Beisammensein wird es nicht geben können. Auch der Nikolausmarkt in Rotenburg wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Dennoch wollen die Gewerbetreibenden die Weihnachtszeit nicht ohne eine Aktion verstreichen lassen und haben sich etwas überlegt: Es wird während der Adventszeit eine Reihe von Ständen mit unterschiedlichen Angeboten entlang der Großen Straße geben, verrät Cornelia Gewiehs, Vorsitzende der IG City-Marketing.

Die Vorschriften für einen Nikolausmarkt seien einfach zu massiv und mit Ehrenamtlichen nicht zu leisten. Da geht es unter anderem um Punkte, wie viele Quadratmeter pro Besucher notwendig sind, und die Bereitstellung von Sicherheitsdiensten. „Unabhängig von den neuen Vorschriften, die wir am Dienstag bekommen haben, haben wir bereits letzte Woche gesagt, dass wir keinen Markt machen“, so Gewiehs. Eine Veranstaltung wie in den vergangenen Jahren ist nicht durchführbar. Einen Namen für das geplante Budentreiben gibt es noch nicht, das gehört zu den Dingen, die nun noch im Feinschliff geklärt werden.

Sicher ist aber, sollte es die zu dem Zeitpunkt geltende Situation zulassen, wird es verschiedene Stände sowohl mit Essen und Trinken als auch Kunsthandwerk geben. Natürlich kann es jederzeit sein, dass das Projekt abgeblasen werden muss, weist Gewiehs noch einmal darauf hin. „Aber wir wollen es versuchen, und es scheint im Bereich des Möglichen.“ Mit vielen Schaustellern, mit denen die IG gesprochen hat, habe diese auch in den vergangenen Jahren bereits zusammengearbeitet.

Auch von Seiten der Stadt gibt es für die Idee grundsätzlich grünes Licht, sagt Uwe Knabe aus dem Verkehrsamt. Die Schausteller könnten städtische Flächen im Rahmen einer Sondernutzung über einen längeren Zeitraum nutzen – wenn sie gewisse Vorgaben beachten. Die Abstände müssen eingehalten werden und Gehwege frei bleiben.

Dass die Stände dabei über einen längeren Zeitraum stehen, hat einen Corona-Hintergrund: Viele Betreiber können in der aktuellen Situation nicht mal eben für ein Wochenende kommen, so haben sie einen längerfristigen Platz in der Innenstadt. Die Signale dorthin seien eindeutig gewesen. „Daraufhin haben wir so geplant, dass wir die, die kommen wollen, länger in die Innenstadt bekommen – in Abstimmung mit der Stadt“, so Gewiehs.

Jeder wird ein eigenes Konzept vorhalten müssen, das mit dem Ordnungsamt abgestimmt sein wird. „Wir wollen so viele Hütten wie möglich aufstellen, mit unterschiedlichem weihnachtlichem Angebot – so haben die Bürger vielleicht noch mehr davon“, so Gewiehs, die ihrerseits wieder ihren Punschtreff eröffnen wird. Unter Einschränkungen: Alkoholausschank ist nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit möglich, „harten“ Alkohol werde es nicht geben. Das sei kein Problem, Letzteren gebe es ohnehin nicht, die Öffnungszeiten werden sich nach denen der Geschäfte richten. Wer länger verweilt, muss seine Kontaktdaten an den Buden hinterlegen. Dazu habe sich die IG City-Marketing mit Christoph Evers aus Ahausen und seinen Kollegen unterhalten, die das System „Eventlogger“ an den Start gebracht haben – eine zettellose QR-Code-Lösung für Kontaktdaten.

Das Heimatshoppen sollte als Wegweiser gelten, ob ein Konzept wie dieses in diesen Zeiten machbar ist. „Wir hatten ein sechsseitiges Hygienekonzept, übergeblieben sind drei Stände“, so Gewiehs. Ein Betreiber wurde direkt wieder nach Hause geschickt – er hatte keins. Grundsätzlich seien die, die da gewesen waren, aber vorbildlich gewesen. „Das war unbedenklich und entsprach den Vorschriften.“ Auch die Straßen werden wieder weihnachtlich geschmückt und sorgen für Atmosphäre: Die Ehrenamtlichen stellen geschmückte Weihnachtsbäume entlang der Großen Straße auf, die Stadt bringt die Weihnachtsbeleuchtung an. Auch auf dem Pferdemarkt wird sich voraussichtlich noch etwas tun, genaueres wollte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) noch nicht verraten, da die Stadt selbst nicht Veranstalterin ist, sondern nur grünes Licht dafür gibt. Aber so viel: „Es ist eine Belebung, und das wollen wir unterstützen.“ Ebenso stehen Stadt und Bauhof den Gewerbetreibenden für ihre Pläne unterstützend zur Seite. „Das sorgt für zusätzliche weihnachtliche Stimmung, auch, wenn wir das immer unter dem Aspekt Corona betrachten müssen“, so der Verwaltungschef.

Viel ist ohnehin in den vergangenen Jahren zum Thema Weihnachtsmarkt probiert worden, nicht alles hat funktioniert – da ist als jüngstes Beispiel der Weihnachtsmarkt auf dem Neuen Markt zu nennen, bei dem wenig bis gar nichts los gewesen ist. Das sei auch der Eindruck von Gewiehs: „Es hat sich rausgestellt, dass das einzige, was wirklich funktioniert, die Große Straße ist – weil sich eben die Buden und Geschäfte gegenseitig befruchten.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Auszubildende mit Fluchthintergrund gut begleiten

Auszubildende mit Fluchthintergrund gut begleiten

Makramee erobert die Wohnzimmer

Makramee erobert die Wohnzimmer

Wie werde ich Papiertechnologe/in?

Wie werde ich Papiertechnologe/in?

Tottenham trotz Remis gegen Chelsea spitze - Klopp in Rage

Tottenham trotz Remis gegen Chelsea spitze - Klopp in Rage

Meistgelesene Artikel

Kommentare