Adele Heidt feiert Geburtstag und verrät ihr Geheimnis des Altwerdens

„Ich war immer zufrieden“

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Mitten in der Geburtstagsrunde sitzt Adele Heidt. Dörte Poppe (Pflegedienstleitung, v.l.) , Heiko Müller (Geschäftsführer MCA), Hilke Bauermeister (Pastorin), Hedda Braunsburger (stellvertretende Bürgermeisterin), Joachim Knoll (Neffe) und Caroline Kruse (Nichte) gratulieren.

Rotenburg - Wenn selbst Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil eine Glückwunsch-Urkunde schreibt, muss es ein besonderer Anlass sein. In ihrem Zimmer im Matthias-Claudius-Heim in Rotenburg hat Adele Heidt am Dienstag ihren 104. Geburtstag gefeiert. Ihr Neffe Joachim Knoll und die Nichte Carolin Kruse hatten das kleine Fest für die fitte Seniorin organisiert. „Ich habe nie geglaubt, dass ich einmal so alt werden werde“, so Adele Heidt.

Auch Landrat Hermann Luttmann überbrachte seine Glückwünsche schriftlich. Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, Hedda Braunsburger, ließ es sich nicht nehmen, die Seniorin persönlich zu beglückwünschen und überreichte neben einer Urkunde einen bunten Blumenstrauß. Auf die Frage, wie sie sich mehr als 100 Jahre so fit gehalten habe, kam postwendend eine Antwort: „Viel arbeiten. Ich habe bisher ein voll gepacktes Leben gehabt, nie geheiratet und war immer zufrieden“, verriet sie ihr Geheimnis mit einem Schmunzeln.

„Meine Tante hat noch bis zum April mit 103 Jahren alleine gewohnt. Alle Einkäufe erledigen und auch Essen kochen waren für sie kein Problem“, erklärt der Neffe nicht ohne Stolz. Erst ein Krankenhausaufenthalt habe seine Tante zu diesem Schritt gezwungen. Schnell habe sie sich an das Leben im MCH gewöhnt. Sie ist der Star bei dem Rätselspiel in der Residenz. „Denn Adele ist kaum zu schlagen. Sie ist voll auf Zack“, berichtete Dörte Poppe von der Pflegedienstleitung.

Wer 104 Jahre alt ist und zwei Weltkriege überlebt hat, hat viel zu erzählen. Geboren ist die Seniorin am 8. September 1911 in Bremen als Tochter eines Apothekerehepaares. Dort ist sie auch zur Schule gegangen. 1928 hat sie dann erst Säuglingsschwester und später das Examen in der „Großen Krankenpflege“ abgelegt. Später kam noch die Ausbildung zur Apothekenhelferin hinzu. Den ersten Weltkrieg erlebte sie als Kind mit. Sie habe zwar von Kämpfen nichts mitbekommen, aber an die Nahrungsmittelknappheit könne sie sich noch gut erinnern.

Zwischenzeitlich nach Berlin zu ihrer Schwester gezogen, erlebte sie den Beginn des Zweiten Weltkrieg mit 28 Jahren. Nach der Kapitulation wollte sie unbedingt zurück nach Bremen. Mit einer List gelang es ihr vom Osten in den Westen zu kommen. Dabei habe sie die Angst der Sowjetsoldaten vor Infektionen ausgenutzt und mit blutgetränktem Tuch vorm Mund hustend Tuberkulose vorgetäuscht. „Dawaj!“, mit diesen Worten habe sie der Soldat über die Grenze geschickt. So gelangte sie nach Bremen. Später zog sie nach Rotenburg und wohnte an der Elisabeth-Averdiek-Straße.

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