Ein achtes Katzenleben

Rotenburger Tierhilfe rettet verwahrloste Vierbeiner

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Im Katzenhaus der Tierhilfe Rotenburg gibt es viele Möglichkeiten zum Toben, Spielen und Verstecken. 

Helvesiek  – Die beiden Katzenjungen Mogli und Marietta toben neugierig über das Laminat. Gemeinsam rangeln sie um einen kleinen Ball oder jagen einem bunten Federspielzeug hinterher. Neugierig greifen sie nach Schnürsenkeln und Reißverschlüssen. Doch so gut wie heute ging es den beiden nicht immer. Aufmerksame Tierschützer entdeckten die beiden Katzen und zwei weitere Geschwister auf einem Bauernhof. Sie waren völlig verwahrlost. Tierschützer brachten sie zur Tierhilfe Rotenburg – und retteten Mogli und Marietta damit das Leben.

Eine tierärztliche Untersuchung offenbarte dramatische Ergebnisse: Alle vier Jungtiere hatten Würmer in der Lunge. „Die Röntgenbilder waren erschreckend“, erinnert sich Ingrid Hagelberg, Mitglied der Tierhilfe Rotenburg. Bei Mogli und Marietta zeigen die Medikamente Wirkung. Ihr Zustand verbessert sich mit jedem Tag. Ihre beiden Geschwister hatten nicht so viel Glück. Der Wurmbefall war bereits so weit fortgeschritten, dass sie eingeschläfert werden mussten.

Mogli und Marietta sind zwei von mehr als 120 Katzen, die im vergangenen Jahr Unterschlupf bei der Tierhilfe Rotenburg bekommen haben. Alter, Herkunft und Vorgeschichte sind so unterschiedlich wie die Tiere selbst. Häufig handelt es sich um verwahrloste Tiere, die dank Hinweisen von Anwohnern den Weg ins Katzenhaus nach Helvesiek oder in eine der fünf Pflegestellen des Vereins finden. „Nur selten werden die Tiere vom Halter selbst abgegeben“, erklärt Gerhard Gollon, Vorsitzender der Tierhilfe Rotenburg. Bis zu 30 Tiere finden zeitgleich im Katzenhaus Platz. Zunächst bleiben sie für wenige Tage auf der Quarantänestation und werden tierärztlich untersucht. Anschließend finden sie in Kleingruppen Unterschlupf in den einzelnen Räumen. Welche Tiere sich ihr Übergangszuhause miteinander teilen, entscheiden Alter und Charakter.

Die durchschnittliche Verweildauer der Katzen in der Obhut der Tierhilfe liegt bei 41 Tagen. „Die Vermittlung läuft sehr gut“, weiß Hagelberg, „auch dank des wöchentlichen Aufrufs im Journal am Sonntag“. In einem ersten Telefongespräch klärt Hagelberg die wichtigsten Dinge mit einem Interessenten: Gibt es weitere Tiere im Haushalt? Leben Kinder in der Familie? Wie viel Zeit haben die Katzenfreunde für das Tier? Inzwischen habe Hagelberg ein ganz gutes Gefühl dafür, ob es passt oder nicht. Der persönliche Kontakt bei einem Besuch im Katzenhaus entscheidet dann, ob die Tierhilfe Rotenburg ihren Schützling gegen eine Gebühr in die Obhut des Interessenten gibt. Inzwischen haben Mogli und Marietta ein eigenes Zimmer im Katzenhaus der Tierhilfe Rotenburg in Helvesiek bezogen. Dort erholen sie sich von den Strapazen. Noch müssen sie wegen ihrer gesundheitlichen Probleme von den anderen Tieren getrennt gehalten und genau beobachtet werden. Doch schon bald können die Tierschützer sie in ein neues Zuhause vermitteln.

Tierhilfe Rotenburg

Neben Mogli und Marietta warten immer wieder weitere Tiere auf ihren neuen Besitzer. Wer sich vorstellen kann, eine Katze oder einen Kater bei sich zu Hause aufzunehmen, erreicht die Tierschützer der Tierhilfe Rotenburg unter Telefon 04261 / 966389. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Tierhilfe Rotenburg unter www.tierhilfe-rotenburg.de.

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