Rotenburgs Ordnungsamtsleiter Frank Rütter geht in den Ruhestand

Abschied nach 28 Jahren

Frank Rütter
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Frank Rütter geht in den Ruhestand – nach 28 Jahren.

Rotenburg – Nach 28 Jahren verlässt Frank Rütter Ende März das Rotenburger Rathaus. Der Leiter des Ordnungsamtes geht in den Ruhestand – drei Wochen nach seinem 65. Geburtstag. Er geht mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge. „Gut also, dass wir zwei Augen haben“, sagt er lächelnd im Gespräch mit der Kreiszeitung. Die Menschen, mit denen er zu tun hatte, und vor allem die Kollegen werde er vermissen.

„Der Norden“, so Frank Rütter, „ist für mich lange Zeit ein weißer Fleck gewesen.“ In Duisburg geboren und an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet aufgewachsen, wäre ihm zunächst wohl nicht in den Sinn gekommen, einmal in Rotenburg zu leben und zu arbeiten. Die Weichen mit der Fachhochschulreife in der Tasche waren eigentlich in eine ganz andere Richtung gestellt. Rütter wollte etwas im Bereich Elektrotechnik machen und hatte auch schon einen Studienplatz. „Dann aber kam die Bundeswehr.“ Aus den zwölf Monaten Grundwehrdienst sind am Ende 15 Jahre geworden, die er als Zeitsoldat verbracht hat – zuletzt von 1985 bis 1988 in El Paso im US-Bundesstaat Texas. Dort bildete er deutsche Soldaten aus.

„Einen großen Teil meiner Bundeswehrzeit habe ich allerdings in Eversen verbracht“, erinnert sich Rütter. Es war das erste Mal, dass er seine Fühler in den Norden ausgestreckt hat. Als es nach dem Grundwehrdienst um die Frage nach der weiteren Verwendung ging, war bei ihm auf der entsprechenden Liste der Ort Rotenburg vermerkt. „Fein, dachte ich, arbeiten, wo andere Urlaub machen.“ Dann aber machte ihm ein Kollege klar, dass in Klammern nicht Tauber, sondern Wümme stehe. Rütter: „Ich habe dann geguckt, wo das liegt. In der Nähe von Hamburg – das ist auch gut.“

An die Zeit in den USA schloss sich für den gebürtiger Duisburger ein Studium in Hamburg an – öffentliche Verwaltung mit dem Ziel, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Zwei Jahre nach dem Studium arbeitete er bei den Hamburger Senatsbehörden und bewarb sich schließlich in Rotenburg. „Zuerst bekam ich eine Absage, weil es keine Stelle gab, etwas später dann die Rückfrage, ob ich noch Interesse habe.“ Rütter sagte „Ja“ – und damit war die Zeit des Pendelns von Rotenburg nach Hamburg vorbei. „Endlich konnte ich arbeiten, wo ich wohne.“ Rütter hatte seinen Platz in der Kreisstadt zuvor für sich gefunden.

Es war nicht nur das Mehr an Zeit, sondern auch die Aufgabe im Rathaus, die ihm viel Freude bereitet hat. „Ich war im Hauptamt und habe mich um den Bereich Organisation gekümmert.“ Eine „aufregende Zeit“, erinnert sich Rütter. Sowohl bei der 800-Jahr-Feier 1995 als auch bei der Feier „75 Jahre Stadtrechte“ mischte der heute 64-Jährige ganz maßgeblich bei den Vorbereitungen mit.

Seit 2012 leitet der zweifache Vater und Großvater das Ordnungsamt. „Es waren die intensivsten Jahre“, sagt Rütter im Rückblick. Vor allem aufgrund der großen Personalverantwortung. 17 Mitarbeiter gehören dem Team an – im Einwohnermeldeamt, im Standesamt sowie in der Ordnungsabteilung. „Es geht um das Gemeinwohl. Das macht zufrieden.“ Dabei weiß er vor allem die gute Kooperation mit wichtigen Partnern zu schätzen – der Landkreis, die Polizei und gerade jetzt in der Pandemie das Gesundheitsamt. „Das passiert immer punktuell“, erklärt er.

Einer der Kooperationspartner sind die Feuerwehren. Für deren Unterhaltung ist die Stadt verantwortlich. „Dieser Teil meiner Arbeit war mir immer besonders wichtig, denn da geht es ums Ehrenamt.“ Die aktiven Mitglieder der Feuerwehren machten das alles neben Beruf und Familie. Am Beispiel des Großbrandes in der vergangenen Woche in Bötersen zeige sich das Ausmaß des Engagements – in diesem Fall über 13 Stunden hinweg. Rütter: „Wenn das so funktioniert, haben wir etwas Großes getan.“

Der Norden als einst weißer Fleck auf Rütters persönlicher Landkarte ist ihm im Laufe der vielen Jahre richtig ans Herz gewachsen. Die Menschen, die Landschaft, die Arbeit im Rathaus: „Ich hätte es nicht besser treffen können.“ Die Arbeit erstrecke sich über viele Bereiche, doch es sei kein Spagat erforderlich, um das alles regeln zu können. „Kein Tag ist wie der andere“, freut sich der 64-Jährige, vor allem auch mit einer derart „tollen Truppe“ zusammenarbeiten zu können. „Den Soldaten habe ich damals schnell ablegen können“, fügt er hinzu.

Wichtig ist es ihm, in diesem Monat noch seinem Nachfolger beim Einarbeiten in diese Aufgabe helfen zu können. Thorsten Schiemann kommt vom Landkreis, war bei der Kommunalaufsicht. Er übernimmt dann den Posten am 1. April komplett, während sich Frank Rütter auf den Ruhestand einlässt. Eine Zeit, in der er vormittags den Hausmann machen wird. Und sonst? „Ich könnte mir etwas Ehrenamtliches vorstellen.“ Er will die Zeit sinnvoll nutzen.

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