Abgesang auf einen Perfektionisten

Rotenburgs Kantor Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren verabschiedet

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So sah sich Kantor Voßmeier am liebsten: als leidenschaftlicher Wegbereiter für Musik mit höchsten Ansprüchen.

Rotenburg - Wie hätte sich der scheidende Kantor der Stadtkirche Karl-Heinz Voßmeier am Samstagabend anders verabschieden können als mit einem Abgesang? Für seinen Verabschiedungs- und Entpflichtungsgottesdienst vor vollem Haus hatte sich „Vossi“, wie er von seinen Wegbegleitern fast liebevoll genannt wird, die Form des „Evensongs“ nach anglikanischem Vorbild mit englischer Chor- und Orgelmusik ausgesucht.

„Da ist das Verhältnis zwischen gesprochenem und gesungenem Wort ganz nach seinem Geschmack“, wie der ehemalige Superintendent Hans-Peter Daub mit einem Schmunzeln feststellte, der gemeinsam mit Superintendentin Susanne Briese und den Pastorinnen Sabine Krüger und Alexa Wilke den Gottesdienst gestaltete.

Auch bei seinem letzten Amtsakt nach 34 Dienstjahren blieb der Leiter der Kantorei sich und seinem hohen qualitativen Anspruch treu: Ob Purcells Chormotette, Charles Woods eindringliches „Magnificat“, oder der demütige Lobgesang des betagten Simeon „Nunc Dimittis“, beides mit Orgelbegleitung von Tillmann Benfer, mit rundem Klang, feiner Dynamik und Intonation bescherte er mit der um ehemalige Weggefährten erweiterten Kantorei nach nur wenigen Proben einen vorerst letzten Hörgenuss und animierte auch die Besucher zum korrekten Einsatz.

Abschied von Kantor Voßmeier in Rotenburg

Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
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Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
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Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
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Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
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Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne
Ebenso fulminant wie leidenschaftlich wurde Karl-Heinz Voßmeier nach 34 Jahren als Kantor der Rotenburger Stadtkirche mit einem Gottesdienst und Empfang verabschiedet. © Ulla Heyne

Doch dem die Kirchenmusik in der Wümmestadt und darüber hinaus prägenden Kantor sei es stets nicht nur um die Musik gegangen, wie Bürgermeister Andreas Weber erklärte: „Er hat Theologie durch Musik vermittelt!“ Oder wie Kirchenvorstandsmitglied Hillmer Drögemüller es formulierte: „Du hast nie nur Musik gemacht, sondern Verkündung auf der Orgel!“

Auch in vielen Beiträgen beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus, wo es nicht weniger musikalisch anspruchsvoll, allerdings (auch dank Hendrik Pröhls launiger Moderation) ungleich heiterer zuging, kam Voßmeiers Ringen um Perfektion zum Ausdruck. Für den musste sich „seine“ Kantorei allerlei Sprüche anhören, die sich gesammelt in einer Diashow am Eingang fanden, etwa „Ihr landet in Schiss-Moll“ oder „Ihr singt wie vom Dorf!“ Übel genommen haben es ihm die Hobbysänger offensichtlich nicht: an die 100 waren gekommen, um ihm in der Kirche und anschließend einen gebührenden „Abgesang“ zu bereiten und auch mit persönlichen Beiträgen zu feiern, von sieben Grußworten über ein Quiz „Wer wird Pensionär“ bis zu Ständchen wie dem Blockflötentrio mit Variationen über den Flohwalzer.

„Er gibt anderen eine Bühne“

Indes hatte das Oberhaupt einer Musikerfamilie und frisch gebackene Großvater großes Aufheben um seine Person gar nicht gewollt: „Er gibt anderen eine Bühne“, so Daub, der sich fragte: „Kann man eigentlich einen Künstler einfach in den Ruhestand schicken?“ Er jedenfalls hat sich „Kallis“ erstes Gastspiel in der Hannoveraner Stiftungskirche schon gesichert.

Raum hatte Voßmeier, dem neben Fleiß, Frömmigkeit und Professionalität auch Kollegialität bescheinigt wurde, stets auch anderen Musikformen gegeben – und dank guter Kontakte immer wieder renommierte Musiker in die Wümmestadt geholt.

Einer von ihnen: Kai-Uwe Jirka, heute Musikprofessor in Berlin, der aus der eigenen Kindheit als einer von „Vossis“ ersten Orgelschülern plauderte und ein Loblied auf die seltene Spezies „Vossi“ hielt. Sein vorhergehendes Überraschungsständchen in der Kirche mit Christoph Heidemann (Konzertmeister des Hannoveraner L’Arco-Barockorchesters) war klug gewählt. Das Klage- und Trostlied subsumierte das, was sich in Voßmeiers Gesichtszügen immer wieder niederschlug: Abschiedsschmerz und Freude über so viel finales Lob. 

hey

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