Abgehoben

Avacon checkt per Hubschrauber die Hochspannungsleitungen

+
Leitungscheck: Mit einem Hubschrauber lässt der Netzbetreiber Avacon alle vier Jahre die Hochspannungsleitungen kontrollieren. Die Art der Schäden, die an Leitungen und Masten entstehen, sind vielfältig. Aus der Luft lassen sie sich gut erkennen.

Hassendorf - Von Guido Menker. Es geht um die Sicherheit bei der Stromversorgung. Und dafür greift der Netzbetreiber Avacon tief in die Tasche. Rund 65. 000 Euro kostet die Inspektion der Hochspannungsleitungen jährlich. „Durch die regelmäßigen Kontrollen garantieren wir die Versorgung mit Strom im Netzgebiet“, sagt Leitungsmeister Stefan Buck. Dazu gehört auch die Kontrolle aus der Luft. Mit einem Hubschrauber fliegt Avacon in dieser sowie in der kommenden Woche allein 300 Kilometer entlang der Hochspannungsleitungen zwischen Elbe und Weser ab. In diesen Tagen ist auch der Bereich zwischen Sottrum und Rotenburg an der Reihe.

Es ist diesig an diesem Vormittag. Von der klaren Sicht und dem strahlenden Sonnenschein der vergangenen Tage keine Spur. Immerhin hat eine halbe Stunde vor dem Start der leichte Schneefall nachgelassen. Buck nimmt neben dem Piloten Siegfried Lange Platz, von den drei hinteren Plätzen aus verfolgen zwei Journalisten sowie Avacon-Sprecherin Michaela Fiedler den Flug. Lange hat es nicht versäumt, seine Gäste an Bord mit einigen Sicherheitshinweisen zu versorgen. „Dazu bin ich verpflichtet“, sagt er – und wirft den Motor an. Buck hat eine Kamera an seinem Platz bereitgelegt, und auf seinen Oberschenkeln wartet ein Notizbuch darauf, mit Kontrollergebnissen und Hinweisen für die technischen Kollegen gefüllt zu werden.

Eigentlich sind es zwei Avacon-Mitarbeiter bei diesen Flügen, die sich die Arbeit teilen. Einer sitzt vorne und kommentiert, was er sieht, während der Kollege sofort alles schriftlich festhält. Doch mehr Platz gibt es in dem Helikopter AS 350 nicht. Also schaut auch der Pilot etwas genauer hin. Er ist ein alter Hase und weiß, worum es bei diesen Flügen geht.

Beim Kontrollflug nähert sich der Helikopter den Leitungen auf fünf bis zehn Meter.

Aus der Luft seien viele Schäden leichter zu erkennen als vom Boden, sagen die Experten. Es geht um die Suche nach Seilschäden, defekten Isolatoren oder auch um Schäden am Mastgestänge. Sie achten auf Bäume, die zu nahe an die Leitungen heranwachsen, auf Vogelnester auf Masten, auf Bebauungen in Mastnähe und auf Plastikplanen oder andere Fremdkörper an den Leitungen. Stefan Buck notiert und wertet die Ergebnisse nach der Rückkehr aus. Später machen sich Monteure an die Arbeit. Sie beseitigen die Schäden, kümmern sich um zu hohen oder zu nahen Bewuchs und bessern Anstriche aus.

Siegfried Lange aus Berlin ist ein alter Hase. Er beherrscht seinen Hubschrauber AS 350.

Mit einer Geschwindigkeit von 25 bis 30 km/h fliegt Siegfried Lange die Leitungen ab, mal bleibt er „stehen“, damit Buck etwas intensiver schauen kann, mal verändert er die Höhe, um die erforderliche Perspektive zu bieten. Bei einem Abstand von fünf bis zehn Metern erkennen die Spezialisten selbst kleinste Beschädigungen. Dieses langsame Fliegen entlang der Leitungen und Masten sei für die Piloten immer wieder eine Herausforderung. Bis zu drei Stunden kann eine einzelne „Rundreise“ dauern. Immerhin haben sie einen sehr angenehmen Arbeitsplatz, von dem viele Menschen nur träumen können. Dennoch: „Das ist sehr anstrengend. Man sitzt nicht sehr bequem, und die Arbeit erfordert ein hohes Maß an Konzentration“, sagt Stefan Buck, als er nach gut 20 Minuten den Helikopter wieder verlässt, während ein Mitarbeiter des Heliservices sofort wieder Tank auffüllt. Für die beiden Journalisten ist der Flugtag beendet – aber für die Avacon-Mitarbeiter geht es schon gleich wieder weiter.

Die Leitungen werden übrigens alle vier Jahre aus der Luft kontrolliert. Dazwischen gehen Avacon-Mitarbeiter die Leitungen zu Fuß ab und prüfen sie vom Boden aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

„Summer Sounds“ in Bremen 

„Summer Sounds“ in Bremen 

Beachvolleyball-Tunier in Rethem

Beachvolleyball-Tunier in Rethem

Erntefest in Neddenaverbergen 

Erntefest in Neddenaverbergen 

DFB-Pokal: Blamage für Frankfurt - Werder im Torrausch, VfB ist raus

DFB-Pokal: Blamage für Frankfurt - Werder im Torrausch, VfB ist raus

Meistgelesene Artikel

Lars Kühnast und Meike Loewel holen sich die Titel

Lars Kühnast und Meike Loewel holen sich die Titel

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Gasalarm am Brockeler Bussardweg - Baggerfahrer reißt Leitung auf

Gasalarm am Brockeler Bussardweg - Baggerfahrer reißt Leitung auf

Bötersener Dorfladen: 104 Gesellschafter im ersten Anlauf

Bötersener Dorfladen: 104 Gesellschafter im ersten Anlauf

Kommentare