Aber aus Sicht der Polizei sind Rohbauten nicht besonders stark betroffen

Angst vor Diebstählen

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Die Polizei rät, so wenig Material und Werkzeug wie möglich frei zugänglich auf den Baustellen beziehungsweise in den Rohbauten liegen zu lassen. Zwar halte sich die Zahl der Baustellendiebstähle in Grenzen, aber eine Einladung für die Diebe muss ja nicht sein.

Rotenburg - Von Guido Menker. Eine ältere Dame springt aus ihrem Wohnmobil und kommt gleich zur Sache: „Was fotografieren Sie hier?“ Scheinbar macht es sie nervös, dass ein Unbekannter mit der Kamera in der Hand durch das Neubaugebiet an der Brockeler Straße spaziert. Grund für die Unruhe der Frau: Es habe schon mehrere Diebstähle auf den Baustellen gegeben – erst vor kurzem sei eine Heizungsanlage über Nacht aus einem der neuen Einfamilienhäuser verschwunden.

Diebstähle aus Rohbauten – sind das Einzelfälle oder steckt gar eine Art Serie dahinter? „Es hält sich sehr in Grenzen“, sagt Heiner van der Werp, Sprecher der Rotenburger Polizei. Von Juni bis jetzt seien im gesamten Landkreis 32 derartige Fälle von der Polizei aufgenommen worden. Zu 14 dieser Diebstähle sei es im Südkreis gekommen, weitere zwölf waren aus dem Raum Zeven sowie sechs aus dem Bereich Bremervörde gemeldet worden. In der Stadt Rotenburg waren in den vergangenen sieben Monaten zwei Rohbauten betroffen: Am Eisvogelweg haben unbekannte Diebe zwölf Rollen Glaswolle aus einem Neubau mitgehen lassen, am Ammerländer Weg im Neubaugebiet an der Brockeler Straße ist – das bestätigt van der Werp – in der Tat eine komplette, noch nicht installierte Heizungsanlage gestohlen worden. Außerdem hätten die Täter auch gleich noch die bereit liegenden Malerutensilien mitgenommen. Heiner van der Werp sieht keinen Grund zur Panik, macht aber deutlich: „Es ist ratsam, so wenig Material und Werkzeug wie möglich frei zugänglich auf der Baustelle liegen zu lassen.“ Denn: Baustellendiebe nehmen ganz offensichtlich alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Kabelstränge, Palettengabeln, Werkzeuge und Maschinen, Zementmischer, Klinkersteine, Gerüstböcke oder Baustellenradios – gestohlen wird alles, was sich irgendwie zu Geld machen lässt. Der Polizeisprecher: „Die würden sogar das Käsebrot oder die Kaffeekanne mitnehmen.“

Die ältere Dame, die da aus ihrem Wohnmobil gegenüber von ihrem Neubau kommt, lässt sich schnell davon überzeugen, dass hinter den Fotos keine Böse Absicht steckt. Aber es sei in der Tat so, dass sie und ihre künftigen Nachbarn die Baustellen sehr genau im Auge behielten, um zu verhindern, dass auch sie Opfer von ungebetenen Gästen werden. Es fällt auf, dass auf den Baustellen nur wenig Material frei zugänglich herumliegt und die Rohbauten zum Teil sogar eingezäunt sind. Und die Fotos, die an diesem Tag entstehen dienen der Illustration eines Beitrages für die Rotenburger Kreiszeitung über das „Baugebiet 55+“. Die Damen wird den Artikel gelesen haben, denn ihre Tageszeitung steckt der Austräger jeden Morgen hinter den Scheibenwischer an ihrem Wohnmobil – so lange, bis auch der Briefkasten am Neubau zu finden sein wird.

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