Abenteuerpiloten Perry und Norbert Neupert beenden „Pionierflug“

Sie sind wieder da

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Die Abenteurer landen wieder in Rotenburg.

Rotenburg - Zu sehen ist er zwar noch nicht, aber zu hören schon – der Motorsegler vom Typ SF 25C mit den beiden Piloten Hans-Joachim (Perry) und Norbert Neupert, die gleich auf dem Rotenburger Flugplatz landen werden. „Hallo Heinz, hol‘ schon mal die Kamera raus. In zwei Minuten werden wir landen. Wir sind heil wieder da und haben der Rotenburger Kreiszeitung einiges über unseren Flug zu erzählen“, ist Perry über Funk zu hören. Vor einer Woche waren sie aufgebrochen, um Deutschland von Norden nach Süden mit der Technik der 30er Jahre zu überfliegen.

Dann ist der knallgelbe Flieger mit 15 Metern Spannweite bereits am blauen Himmel zu sehen, und wenige Sekunden später setzt er butterweich auf. Einige Piloten und Gäste, die sich gerade auf dem Flugplatzgelände aufhalten, machen sich auf den Weg zur Maschine. Das Flugzeug steht. Als die beiden Piloten die Kanzel öffnen, spenden alle Anwesenden als Anerkennung der Leistung reichlich Applaus.

„Wir haben zwar nicht alle Flugplätze anfliegen können, die wir auf dem Plan hatten, aber die Sicherheit hatte bei all unserem Pioniergeist absoluten Vorrang. Der südlichste Punkt war Weiden in der Oberpfalz“, erklärt Perry auf die Frage, ob alles glatt verlaufen sei.

Besonders im Süden Deutschlands seien die stetig wechselnden Witterungsbedingungen eine echte Herausforderung gewesen. Einige Male seien sie gezwungen worden, Kursänderungen vorzunehmen. So manches Gewitter hätten sie umflogen, und einigen Unwettern seien sie ausgewichen. Ihr Ziel, auf dem südlichsten Fliegerhorst Deutschlands in Herten-Rheinfelden, zu landen, haben sie aber wegen der Wetterlage aufgeben müssen. Trotzdem hätten sie viel erlebt.

„Wir sind, wenn immer es möglich war, nach unserer Flugkarte und Sichtverbindung nach unten geflogen. So, wie es die Flugpioniere mit der Technologie der 30er Jahre gemacht haben. Dabei haben uns Straßen, Kanäle und Flüsse als Orientierungshilfe gedient“, erklärte Pilot Norbert.

Zur Sicherheit hätten sie aber Instrumente dabei gehabt, die es damals zur Pionierzeit der Flugzeuge noch nicht an Bord gab. Und das war auch gut so. Die erste Etappe nach Wyk auf Föhr sei zunächst perfekt verlaufen. Wenige Kilometer vor dem Landeplatz habe aber das Kollisionswarngerät wie verrückt getrillert. „Wir haben plötzlich vor uns ein Flugzeug gesehen und haben sofort nach rechts abgedreht – alles ist gut gegangen“, berichten die beiden. Danach sei eine problemlose Landung erfolgt. Außer einem Batterieausfall habe es keine weiteren nennenswerte Schwierigkeiten an Bord gegeben. „Überall, wo wir auftauchten, sind wir freundlich empfangen worden“, betonen die beiden Brüder.

go

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