40000 Euro für Neugestaltung des jüdischen Museums in Rotenburg

Moderne Technik hält Einzug in die Cohn-Scheune

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Gisela Henning (v.l.), Brigitte Haase und Claudia Koppert beim Rundgang im Museum.

Rotenburg - Die Besucher der Rotenburger Cohn-Scheune haben am Sonntagabend nicht schlecht gestaunt. Der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Michael Schwekendiek, hatte zur Präsentation des neuen AusstellungsKonzeptes ins Museum eingeladen – und auf den ersten Blick schien sich nichts verändert zu haben. Das Haus war gleich geblieben, und die Dauerausstellung auch. Wie sich schnell herausstellte, sind die Änderungen im Detail und in der Technik mehrheitlich im Obergeschoss der Scheune vorgenommen worden.

„Dort ist eine neue Vitrine zu sehen, und die Ausstellungsgegenstände wurden neu geordnet und beschriftet“, so Schwekendiek bei der Begrüßung. Annähernd 40000 Euro habe der Verein in das neue Konzept investiert worden, erklärte er.

Kürzlich sei die Cohn-Scheune Gegenstand eines wissenschaftlichen Vergleichs der beiden jüdischen Museen in Rendsburg und Rotenburg gewesen. Das Ergebnis der untersuchenden Studentin, die nicht genannt werden darf, da die Arbeit noch nicht veröffentlicht wurde: „Die historischen Details und die Nähe zu den Einzelschicksalen haben mich tief beeindruckt“, zitierte Schwekendiek. Das Museum würde die Aufgabe der Aufklärung und Bildung in beispielhafter Art und Weise erfüllen. Im Gegensatz zu Rendsburg geschehe hier alles ehrenamtlich. Die Kosten für die laufende Unterhaltung müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Der Aufbau der Cohn-Scheune sei ohne das Mitwirken der Museumsexperten Manfred Wichmann, Christian Coers und Kai-Britt Albrecht (alle aus Berlin und umzu) nicht in dieser Form möglich gewesen. „Sie haben uns mit ihrem Knowhow und viel Herzblut begleitet“, erklärte Schwekendiek.

Die Finanzierung des Projektes bis zum aktuellen Stand sei durch Sponsoren ermöglicht worden. Auch die Stadt sowie der Landkreis Rotenburg haben das Projekt unterstützt.

„Wir wollen nicht nur jüdisches Museum sein, das sich auf die Ereignisse des Holocaust beschränkt“, so der Vereinschef. Deshalb würden in der Cohn-Scheune im Obergeschoss vor allem Texte, Gebrauchsartikel und Riten des allgemeinen jüdischen Lebens präsentiert. Dort seien Änderungen vorgenommen worden, damit es nicht ausschließlich beim Lesen bleibt.

Dazu habe das Team kurze Filme gedreht, in denen bestimmte Dinge aus dem Alltag erklärt werden. Aber auch der jüdische Friedhof in Rotenburg oder die Stolpersteine werden erklärt. „Alle Drehbücher sind selbst erarbeitet worden“, so Schwekendiek. Dabei seien die Macher wieder vom Trio aus Berlin unterstützt worden. „Das gesamte Material haben wir auf 25 Tabletcomputer überspielen lassen. Wir glauben, dass insbesondere junge Menschen mit diesem Medium gerne umgehen werden“, sagte er.

Dadurch solle das Museum noch intensiver entdeckt werden. Auch Einzelbesuchern werden die Tablets zur Verfügung stehen. Die Besucher am Sonntagabend machten sich dann nach der Begrüßung mit Computer und Kopfhörern auf Entdeckungsreise durch die Cohn-Scheune....

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