„400+ Owners Club“ besucht Yak-Team Wümme auf dem Rotenburger Flugplatz

Sie haben es faustdick unter der Haube

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Mehrere Flüge sind Teil des Programms auf dem Flugplatz, wo das Yak-Team den „400+ Owners Club“ begrüßt. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Etwa 55 Mitglieder zählt der „400+ Owners Club“, eine Interessengemeinschaft von Liebhabern kraftvoller, aber eben doch seriennaher Autos. 400 und mehr PS haben ihre Wagen unter der Haube. Nicht jedem dieser Autos ist das anzusehen.

50 Mitglieder machen sich an diesem Tag vom Treffpunkt in Buchholz in der Nordheide auf den Weg nach Rotenburg. Sie freuen sich auf schöne Stunden – es soll ein Tag unter Freunden werden, wie Michael Niekerken nach der Ankunft auf dem Rotenburger Flugplatz erzählt. Die Freunde – das sind die Mitglieder des Yak-Teams Wümme, die schon seit mehr als zehn Jahren ihre Maschinen auf dem Flugplatz der Wümmestadt untergebracht haben. Als Gastgeber versüßen sie den Autofahrern den Aufenthalt – mit ein paar Flugvorführungen und der Möglichkeit, die Autos zusammen mit den historischen Maschinen abzulichten.

Die Mitglieder des Automobil-Clubs sind durchaus als eitel zu bezeichnen. Wenn sie ihre Boliden vor oder neben einer der Yaks platzieren, nehmen sie es sehr genau. Licht und Perspektive müssen stimmen, und der Lack sollte frei von Staub und Dreck sein. „Kann ich jetzt hin?“, fragt einer der Autofahrer. Er kann. Sein Fotograf ist ebenfalls zur Stelle und gibt ihm den Tipp, das Verdeck wieder zu öffnen. „Der Regen ist vorbei“, sagt er.

Das kurze Gewitter in der Ferne droht, auch den Flugplatz zu erreichen. Deshalb warten die Piloten noch mit ihren Starts. Doch mit dem ersten Flug stehlen sie den Autos die Show. Staunend und ebenso begeistert stehen die Gäste – sie kommen aus ganz Norddeutschland – an der Absperrung und richten ihren Blick nach oben. „Es ist auch für uns eine gute Sache“, erklärt Mark Gerla. 

Mark Gerla ist Mitglied des Yak-Teams Wümme und holt zum Treffen mit dem „400 + Owners Club“ die Maschine aus dem Hangar.

Das Yak-Team Wümme werde in der Öffentlichkeit gar nicht so sehr wahrgenommen, viele Rotenburger wüssten gar nicht, dass es das überhaupt gibt. Dabei finde es in der Szene durchaus viel Beachtung. Immer wieder steuern die Rotenburger Veranstaltungen an, um dort zu zeigen, was mit den Maschinen in der Luft so möglich ist. Kunst-Flüge zum Beispiel, die schon eine besondere Herausforderung darstellen. Und dann gibt es auch mal einen Raucheffekt dazu – so, wie an diesem Nachmittag mehrmals am Himmel über dem Flugplatz neben der Lent-Kaserne.

Super Klang 

15 Mitglieder zählt das Yak-Team Wümme. Mark Gerla ist ganz offensichtlich begeistert, wenn er Gästen etwas vorschwärmen kann. Die Maschine bringe es auf 360 PS, für die ein Neun-Zylinder-Sternmotor sorge. Er lädt die Kreiszeitung ein, Platz zu nehmen, um mit ihm vom Hangar aus zum Flugplatz zu fahren und erläutert en detail jeden Handgriff, der erforderlich ist, um den Motor anzuschmeißen. „Schade“, sagt er, „eigentlich klingt der Motor am besten, wenn man nicht selbst drin sitzt.“

Das Fachsimpeln gehört dazu.

Es sei etwas Besonderes, dass so viele dieser Flugzeuge an einem Standort untergebracht sind. Gerla spricht von einer „Rarität“, um die das Team in der Kreisstadt nicht nur in Deutschland beneidet werde. Für die Flüge stehe den Mitgliedern über dem Gelände eine „Box“ zur Verfügung, wie es heißt. Genau die nutzen sie, und die Gäste sind begeistert. Piloten und Autofahrer kommen ins Gespräch, sie verbringen ein paar Stunden zusammen in der Sonne. Sie fachsimpeln und genießen es, sich kennenzulernen. Das Motto der Autofahrer: „Freunde durch Freude am Fahren“. Der Club hat sich vor gut einem Jahr gegründet. Auf ihrer Webseite werben die „Macher“ schon seit mehreren Tagen für die Tour nach Rotenburg. „Nur noch wenige freie Plätze. Teilnehmerzahl begrenzt. Wir lassen die Bestien brüllen. Cirka 25.000 PS reißen den Asphalt auf.“ Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht.

Ein besonderer Tag 

„Zwei Mal im Jahr unternehmen wir solche Ausflüge“, sagt Michael Niekerken. „Und jedes Mal versuchen wir, den Teilnehmern etwas Besonderes zu präsentieren.“ Mercedes, Porsche, BMW, aber auch Jaguar, Corvette und Chevrolet – die Bandbreite der Marken ist groß. „Unsere Autos sind aber nicht getunt“, versäumt es Niekerken nicht, klar zu machen, worum es den Mitgliedern geht. „Wir sind keine Tuner, sondern Besitzer von Fahrzeugen, die im Serienzustand schon an diese Leistung kommen“, heißt es auf der Facebook-Seite dieser Gemeinschaft. Niekerken kümmert sich mit Chris Schulenburg und Sven Kusche um die Organisation. 

"400+ Owners Club" auf dem Rotenburger Flugplatz

Ein Rundgang über den Parkplatz für die PS-Protze lohnt sich für jeden, der Autos mag. Und in der Tat: Nur wenige Karossen bestechen durch ein Outfit, das dann doch ein wenig an die Tuner-Szene erinnert. Allen voran die Lackierung oder die Felgen verleihen dem einen oder anderen Wagen das gewisse Etwas. Aber richtig zur Entfaltung kommt die Stärke dieser Autos nicht. Es sei denn, einer der Fahrer nutzt die wenigen Meter vom Parkplatz hin zum Fototermin mit einer der Maschinen, um mal ordentlich auf das Gaspedal zu treten. Doch auch das ist eher die Ausnahme. Schlichte Eleganz und Klasse, die sich unterhalb der Motorhaube verbirgt – das scheint das Credo zu sein.

Am späten Nachmittag verlassen die Autos wieder die Kreisstadt. „Das Treffen ist damit aber noch nicht zu Ende – wir sehen uns später wieder und gehen noch zusammen essen“, sagt einer der Organisatoren. Das Ende eines kraftvollen Tages.

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