CDU-Gemeindeverband nominiert Frank Holle als Bürgermeisterkandidaten

37 Stimmen reichen für 100 Prozent

Mit seiner Familie und Eike Holsten (l.) freut sich Frank Holle über die Nominierung.
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Mit seiner Familie und Eike Holsten (l.) freut sich Frank Holle über die Nominierung.

Rotenburg – Mit einem 100-prozentigen Votum nominieren die Mitglieder des Rotenburger CDU-Gemeindeverbandes Frank Holle als Bürgermeister-Kandidat. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass nur 37 der etwas mehr als 200 Mitglieder in das Haus am Luhner Forst gekommen sind, um Holle nun offiziell ins Rennen zu schicken. An mangelndem Interesse dürfte das nicht gelegen haben. Vielmehr steht zu vermuten, dass die aktuelle Corona-Situation viele davon abgehalten hat, an der Nominierung teilzunehmen. Die Tatsache, dass eh nur ein Kandidat zur Wahl steht, wird ihnen die Entscheidung leichter gemacht haben, das gesundheitliche Risiko gar nicht erst einzugehen.

Nun aber ist das Kandidaten-Trio der CDU im Landkreis Rotenburg für den Wahl-September im kommenden Jahr komplett. Und das präsentiert sich am Ende dieses Abends in demonstrativer Eintracht den Fotografen: In der Mitte der noch in Ottersberg lebende Frank Holle, neben ihm der vor Kurzem gekürte Landrat-Kandidat Marco Prietz sowie der erst im September in Fallingbostel auserwählte Carsten Büttinghaus aus Bispingen, der bei der Bundestagswahl 2021 gegen Lars Klingbeil antreten wird. „Klar bin ich froh“, sagt Frank Holle nach seiner Wahl. Jetzt kann er sich wirklich als Kandidat bezeichnen.

„Wir brauchen nicht schon wieder einen Lehrling, sondern einen, der anpackt und die Dinge nach vorne bringt“, sagt Tilman Purrucker, Chef der CDU-Fraktion im Rotenburger Stadtrat. Nicht nur er ist an diesem Abend schon deutlich im Wahlkampf-Modus. Auch Holle selbst: Er präsentiert den Mitgliedern in seiner Vorstellungsrede „im Telegrammstil“ zehn Punkte, „die mir wichtig sind“.

Es sei Aufgabe des Bürgermeisters, mit Blick auf ein verlässliches Betreuungsangebot für Kinder Konzepte gegen den Fachkräftemangel im Bereich der Erzieher zu entwickeln und das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzubringen. Wichtig sei ihm auch ein gutes Bildungsangebot vor Ort – Holle peilt eine enge Zusammenarbeit mit den Schulleitungen an, „ohne dass ich ihnen in ihre Arbeit hineinrede“. Unterstützen möchte er zudem das Vorhaben, Rotenburg zu einem Fachhochschulstandort zu machen. Auch die Stadtentwicklung habe er im Blick. „Es scheint übrigens beim Endausbau der Neubaugebiete zu haken“, sagt er. Das wolle er zur Chefsache machen. Zudem wolle er sich für ein direkt von den Jugendlichen gewähltes Jugendparlament einsetzen. Aber auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat sowie mit der Polizei peile er an. Darüber hinaus wünscht er sich für Rotenburg einen Feuerwehrausschuss. Ebenso legt Holle großen Wert auf das Thema Klimaschutz: „Als verantwortungsbewusster Bürgermeister fühle ich mich auch von der Fridays-For-Future-Bewegung angesprochen.“ Für den Bürgermeister sei es außerdem von zentraler Bedeutung, sich für die Schwächeren in der Gesellschaft einzusetzen, auch in Kooperation mit den Kirchen. Und auch die Unternehmer habe er im Fokus, ebenso eine Zusammenarbeit mit dem Rotenburger Wirtschaftsforum sowie der IG City-Marketing. „So viel kann ich Ihnen heute schon verraten: In den Bereichen Wirtschaftsförderung und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit würde es mit mir als Bürgermeister im Rotenburger Rathaus verschiedene Änderungen geben.“ Die Einstellung eines Wirtschaftsförderers scheine ihm dabei diskussionswürdig zu sein. Holle: „Details dazu dann später im Wahlkampf.“ Punkt zehn seiner Liste: Breitbandausbau und Verbesserung des Handyempfangs seien Pflichtprogramm für jeden Bürgermeister. Er erinnert daran, dass er als solcher dann mit entsprechender Erfahrung aus 15 Jahren nach Rotenburg komme. „Eine längere Einarbeitungszeit würde bei mir also entfallen.“ Das Amt sei keine „One-Man-Show“, betont er. Er setze auf Teamwork. Außerdem gelte für ihn der Grundsatz: „Der Rat ist der Boss“.

Landrat-Kandidat Marco Prietz bescheinigt Holle Kompetenz und Menschlichkeit. „Er hat einen überzeugenden Charakter, das fühle ich.“ Ins gleiche Horn stößt der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Eike Holsten: „Hier ist vor allem jemand, der weiß, wie Rathaus geht.“ Frank Holle könne überparteilich wirken, sei ausgleichend vom Typ her und kenne die Probleme und Chancen der Stadt. Er bringe den Blick von außen mit, und „steckt nicht in den Irrungen, denen die örtliche Politik in den vergangenen Jahren verschiedentlich erlegen ist“. Dennoch sei er „voll in den Themen, als Nachbar, Kreiszeitung-Leser und HVB-Sprecher.“

Holsten gibt das Ergebnis bekannt. Frank Holle erhebt sich, geht zum Rednerpult, genießt den Applaus, ballt erfreut die Fäuste, nimmt seine Frau Christine und die beiden Töchter Greta (19) sowie Freda (16) in den Arm. Es gibt Blumen, Glückwünsche und Fotos. Holle ist nun offiziell Kandidat. Jetzt kann es im Wahlkampf richtig losgehen.

Für den nächsten Tag allerdings steht die Unterschrift eines Mietvertrages auf dem Programm: Frank Holle will im Januar in die Kreisstadt ziehen. Sternzeichen Stier – „man sagt mir tatsächlich eine gewisse Beharrlichkeit bei der Durchsetzung meiner Ziele nach.“

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