Auf Bewährung dank Kooperation

27-jähriger Rotenburger muss nach Drogenfund Sozialstunden leisten

Amtsgericht Rotenburg
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Vor dem Rotenburger Amtsgericht zeigte sich der 27-jährige Angeklagte geständig.

Das Amtsgericht Rotenburg verurteilte einen 27-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung. Der Rotenburger hatte in seinem Arbeitsspind zum Verkauf vorbereitete Amphetamine gelagert.

Rotenburg – Es sollte eine laut Gericht „nicht unerhebliche Einnahmequelle“ werden: Ein 27-jähriger Rotenburger wollte sich mit dem Verkauf von Amphetaminen Geld dazuverdienen, landete allerdings am vergangenen Dienstag vor dem Rotenburger Amtsgericht – am Ende mit einer verhängten Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Diese setzte das Schöffengericht mit Richterin Dayana Stanciulea zur Bewährung aus.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Angeklagte habe Amphetamine in „nicht unerheblicher Menge“ zum Verkauf in seinem Besitz. Insgesamt hatten die Ermittler rund 260 Gramm, davon rund die Hälfte aufgeteilt auf mehrere Tütchen, im Spind des Rotenburgers auf dessen Arbeitsstelle in Sottrum sowie in seinem Zuhause sichergestellt. Dazu war der Rotenburger im Besitz von 1,3 Gramm Marihuana, dieses allerdings für den Eigenbedarf, während die Amphetamine offenbar für den Verkauf gedacht waren.

Angeklagter bereut die Tat.

Vor Gericht schilderte der 27-Jährige, wie er direkt nach dem Fund in seinem Spind entlassen worden war, dabei habe er seine Arbeit dort immer gerne gemacht und sei gut mit den Leuten ausgekommen. In die Sache mit den Amphetaminen sei er über seinen Bekanntenkreis „hineingerutscht“. Mittlerweile habe er zu der Szene keinen Kontakt mehr, er bereue zudem seine Tat.

Im Fall des Marihuanabesitzes ließ das Gericht angesichts des schwerwiegenderen Vorwurfs des geplanten Amphetaminverkaufs die Anklage fallen, zudem zeigte sich der Angeklagte geständig, zur Tatzeit „alle drei Tage mal“ einen Joint konsumiert zu haben. Mit 20 Jahren habe er angefangen, Gras zu rauchen, zwischendurch immer wieder aufgehört und wieder angefangen. Amphetamine habe er selbst nie genommen. Er rauche aber nach wie vor: „Aufhören geht nicht von heute auf morgen“, so der Rotenburger. Er könne sich vorstellen, sich Hilfe zu suchen, um für seinen wenige Monate alten Sohn, der bei seiner Ex-Freundin lebe, da zu sein.

100 Sozialstunden und Suchtberatung als Auflage

Dafür, dass das Gericht die Strafe zur Bewährung aussetzte, sorgte nicht nur, dass bisher kein Eintrag im Zentralregister existierte, sondern auch das Verhalten des Angeklagten: Schon zu Beginn der Ermittlungen hatte er sich nach Aussage der Staatsanwaltschaft, auch bei der Hausdurchsuchung, kooperativ gezeigt. Zudem sei die Sozialprognose günstig. „Auch der Verlust seiner Arbeitsstelle in Sottrum ist für ihn offenbar schon ein Teil der Strafe“, so Richterin Stanciulea.

Die Bewährungsauflagen sehen fünf Sitzungen bei der Suchtberatung und 100 Sozialstunden vor, das Gericht folgte damit einer Forderung der Staatsanwaltschaft, während die Verteidigung 80 Stunden als ausreichend empfunden hatte. Da der 27-Jährige zudem Aussicht auf eine neue Anstellung habe, sollen bei Arbeitsantritt dann noch eventuell ausstehende Stunden in eine Geldstrafe umgerechnet werden.

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