Generationsübergreifendes Projekt

23 neue Wohnungen am Rotenburger Nagelschmiedsweg

Das Grundstück der Firma Geils am Nagelschmiedsweg.
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Die bislang am Nagelschmiedsweg ansässige Firma Geils zieht ins Gewerbegebiet Hohenesch, danach entstehen auf dem Grundstück insgesamt 23 Wohnungen in drei Gebäuden.

Rotenburg – In Rotenburg wird viel gebaut, meist jedoch sind es Häuser. Jetzt aber wird am Nagelschmiedsweg auch Freiraum für Wohnungen geschaffen: Dort, wo aktuell noch die Firma Geils ansässig ist, sollen nach derzeitigem Planungsstand drei Wohnhäuser mit insgesamt 23 Wohnungen entstehen.

Das bestehende Firmengebäude wollen die Investoren dafür um ein Geschoss aufstocken, zwei weitere Gebäude werden im hinteren Teil des Grundstücks neu gebaut. Dazu gibt es den Beschluss, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen, den der Rotenburger Planungsausschuss bereits einstimmig empfohlen hat.

Die Firma Geils wird unterdessen ins Gewerbegebiet Hohenesch ziehen. Dort ist noch ein großes freies Grundstück in der Nähe vom neuen Logistikcenter von Thyssenkrupp. Die Fläche soll geteilt werden, damit sich insgesamt acht Firmen ansiedeln können, auch von außerhalb. Vorrangig wolle man aber „Möglichkeiten für Rotenburger Firmen schaffen, die hier erfolgreich arbeiten“, erklärte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) während der Sitzung.

Auf dem Gelände im Gewerbegebiet erhalten lokale Firmen wie Geils die Möglichkeit, sich zu vergrößern. Dort stehen insgesamt 2,4 Hektar Fläche mit zwei kleinen Stichwegen zur Verfügung. Die acht Grundstücke sind bereits „so gut wie verkauft“, sagte Bumann. Eine Erweiterung wäre mitten im Wohngebiet nicht mehr möglich gewesen. Dort ist aber Platz für andere Pläne: Es ist „Nachverdichtung, wie sie sein soll“, zeigte sich Stadtplaner Clemens Bumann zufrieden.

Das hintere Grundstück am Nagelschmiedsweg ist bereits versiegelt, ein Bauprojekt also kein Problem. Architekt und Eigentümer haben das Konzept der Stadt vorgelegt: Das bestehende Gebäude der Firma Geils wird aufgestockt, zehn Wohnungen sollen dort entstehen. Im hinteren Teil des Grundstücks wird es zwei weitere Gebäude geben, ein zweigeschossiges mit neun Wohnungen und ein eingeschossiges mit ausgebautem Dach mit vier Wohnungen. Die Dachform wird vorgegeben, wie im Umfeld, ansonsten hätte der Investor „ein Stück weit Beinfreiheit“, erklärte Bumann. Die Gebäude würden sich durch ihre Bauweise gut in ihre Umgebung einfügen. Stellplätze seien ebenfalls genügend vorhanden – kein unwesentlicher Faktor, wie sich derzeit wieder am Therkornsberg zeigt.

Das ist Nachverdichtung, wie sie sein soll.

Stadtplaner Clemens Bumann

Das Projekt ist als generationsübergreifendes Wohnen geplant. Sicher würden viele ältere Menschen Interesse äußern: Das Zentrum aber auch Supermärkte sind schnell zu erreichen. Auch ist ein Gemeinschaftshaus in die Planung integriert. Anders als an der Brockeler Straße, wo das Einrichten eines solchen Hauses bislang scheiterte, ist es hier von vornherein mit eingeplant. Das hat den Vorteil, dass potenzielle Mieter direkt wissen, auf was sie sich einlassen, die Kosten werden dann auf die Mieten umgeschlagen.

Ob Grundstücke mit großen Gärten an der angrenzenden Werkstraße ebenfalls im Sinne der Nachverdichtung bebaut würden, wollte Bernd Veller (CDU) am Schluss noch wissen. Diese direkt einzubinden, sei aber bisher nicht in Planung, antwortete Bumann. Die Eigentümer hätten bislang keine Anstrengungen in die Richtung unternommen. Ohnehin empfiehlt der Stadtplaner, an der Stelle Stück für Stück vorzugehen. „Das ist einerseits sinnvoll, und das Projekt jetzt ist unstrittig. Für die anderen Grundstücke müsste teilweise wieder ein Bebauungsplan erstellt werden. Viele wollen keine rückwärtige Bebauung, andere können sich das vorstellen.“ Einziges Manko, so Hartmut Eichhorn (Grüne): Wohnen und Arbeiten würde an dieser Stelle wieder getrennt, statt sie zusammenzubringen. Arbeitswege verlängern sich dann und werden eventuell mit dem Auto zurückgelegt, wo vorher das Fahrrad genutzt werden konnte.

Doch Stadtplaner Bumann begrüßt die Verlagerung, wolle man doch gesetzlich auch das, was Lärm verursacht, aus den Wohngebieten rausholen. Zudem könne man am Nagelschmiedsweg beispielsweise Wohnungen schaffen, ohne zusätzlich Flächen zu verbrauchen. Und es bleibe wohnortnahes Arbeiten: „Hohenesch ist gut mit dem Fahrrad zu erreichen“, merkte Weber an.

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