Politik überzeugt sich von Maßnahme

200.000 Euro gegen den Lärm am Schießstand

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Die Betonwände im Schießstand sind nun mit schallisolierenden Platten verkleidet.

Rotenburg – Es ist deutlich leiser geworden. Davon ist Bürgermeister Andreas Weber (SPD) überzeugt. Um das hautnah zu erleben, hatte sich der Rotenburger Verwaltungschef gemeinsam mit den Mitgliedern des Ausschusses für Planung und Hochbau am Mittwochabend zum Schießstand Jägerschaft am Ahlsdorfer Forst aufgemacht. Es galt, das Ergebnis der schallisolierenden Maßnahmen zu begutachten, die im Frühjahr vorgenommen worden waren.

Das Fazit des Bürgermeisters: „Wir haben etwas Gutes für die Anwohner geschaffen, und die Kreisjägerschaft wird nicht gefährdet.“ Rund 200.000 Euro hat die Stadt in die Hand genommen, um eine Spezialfirma zu beauftragen, die die Betonwände und -decken im Schießstand mit speziellem Dämmstoff verkleidet hat. Notwendig war das geworden, weil die Neubaugebiete an der Brockeler Straße immer näher an den einst abgelegenen Schießstand der Kreisjägerschaft heranrücken. Bei den jüngsten Messungen für das im Ausbau befindliche Neubaugebiet Brockeler Straße II wurden die Grenzwerte knapp überschritten. Die Stadt musste handeln, um die Grundstücke zu verkaufen. Für Stadtplaner Clemens Bumann hat sich die Investition gelohnt, denn umgerechnet auf die Preise für die Grundstücke seien es vier Euro pro Quadratmeter gewesen, die die Stadt zuschießen musste. Bumann: „So ist es zu rechtfertigen.“

Auch wenn durch die Dämmung am Schießstand und die Probleme mit Torflinsen in dem Bereich an der Brockeler Straße die Erschließung nicht einfach gewesen sei, finde man dort doch immer noch bessere Bedingungen vor als an vielen potenziellen anderen Neubaustandorten in der Kreisstadt. Die Auswahl der Flächen sei durch begrenzende Faktoren wie die Bahn, die Bundesstraßen und die umliegenden Naturschutzgebiete mit moorigen Böden begrenzt. Und so lässt der Stadtplaner auch bereits durchklingen, dass es mit neuen Häusern durchaus noch dichter an den Schießstand herangehen könnte als bislang ohnehin geplant: „Wir haben jetzt eine gewisse Rechtssicherheit.“

Wie viel leiser es rund um den Schießstand in den Wohngebieten tatsächlich geworden ist, wenn drinnen geschossen wird, wird sich noch zeigen. Die Messungen dazu können erst bei idealen Testbedingungen im Herbst bei Frost und Ostwind vorgenommen werden. Bumann rechnet aber mit bis zu zehn Dezibel – was einer Halbierung der Lautstärke entsprechen würde.

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