Der 18-jährige Lukas Tohoff geht für ein Jahr nach Indien und hilft dort freiwillig an Schulen mit

Jeypore statt Unterstedt

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Lukas Tohoff ist n och in Rotenburg, aber ab August in der indischen Stadt Jeypore.

Unterstedt - Von Matthias Röhrs. Mit dem Abitur ist er durch, und schon steht die nächste Herausforderung vor Lukas Tohoffs Tür. Im August geht der 18-jährige Unterstedter für ein Jahr in die Region um Jeypore, einer Stadt im Osten Indiens. Dort will er Lehrer beim Unterrichten von Kindern unterstützen.

„Ich wollte nicht direkt nach dem Abitur studieren“, erklärt Tohoff seinen Entschluss. Ins Ausland sollte es gehen, aber dabei auch „etwas Sinnvolles machen. Nicht gerade Work and Travel“. Über die Internetseite „Weltwärts“ hat der Ratsgymnasiast schließlich ein Dorfentwicklungsprojekt in Indien gefunden, das ihn sehr interessiert hat. Allerdings hat er dieses Projekt wieder wechseln müssen und so landete er über die Nordkirche bei der Bildungsarbeit der Jeypore-Kirche, einer großen christlichen Gemeinde in der indischen Region.

In dem Projekt wird er an verschiedenen Schulen die Lehrer in den Fächern Englisch, Ethik, Mathematik, Kunst und Gemeinschaftskunde unterstützen. Er habe allerdings auch schon von seinen Vorgängern gehört, dass manche Lehrer ihre Helfer mal alleine den Unterricht leiten lassen. Aber auch das traue Tohoff sich zu. Als Schülersprecher musste er schon öfters vor großen Gruppen sprechen, und die Arbeit mit Kindern kennt er als Trainer der U9 der Jugendspielgemeinschaft (JSG) KAWU ebenfalls sehr gut.

Angst vor der fremden Kultur und eventuellen Feindseligkeiten hat er nicht. „Es gibt zwar Konflikte gegenüber Christen, aber es wird viel dagegen gemacht“, weiß Tohoff. Auch habe er mit zwei deutschen Vorgängerinnen von ihm in diesen Projekt gesprochen, die sehr gut klargekommen seien. „Das nimmt mir die Angst“, sagt er. Die Hygiene bereite ihm da schon eher Sorgen.

Für die Vorbereitung auf seine Reise nimmt er an interkulturellen Verhaltens- und Sprachkursen der Nordkirche teil – er mussdie Sprache Oriya lernen. „Es ist eine sehr ländliche Region. Zwar ist Englisch dort die Unterrichtssprache, aber im Alltag muss ich Oriya sprechen“, so Tohoff. Die Sprache ist allerdings nicht das Einzige, worauf er sich vorbereitet. „Ich esse jetzt viel mit den Händen“, sagt er, wohlwissend, dass in Indien auch dafür gewisse Regeln einzuhalten sind. Außerdem werde zuhause jetzt verstärkt scharfes Essen gekocht. Und: „Es gibt dort keine Heizung. Ich gewöhne mich jetzt schon an das kalte Duschen.“

Seine Freunde und Familie nehmen seine Reise positiv auf, erzählt Tohoff. Sie verhehlen allerdings nicht, dass sie sich für ihn auch ein anderes Land gewünscht hätten. „Für mich wäre das nichts“, ist ein Satz, den er oft hört. „Viele sind ja auch voreingenommen“, so Tohoff. Dennoch unterstützen sie ihn bei seinem Vorhaben, und beteiligen sich an seinem Förderkreis, für den er noch weitere Spender sucht.

Er selbst ist schon ganz aufgeregt und ist gespannt auf die Arbeit mit den Kindern. Einen Ball will er mitnehmen. „Die spielen dort viel Fußball, habe ich gehört – darauf freue ich mich“, sagt Tohoff, der selbst beim SG Unterstedt gegen den Ball tritt.

Damit seine Freunde und Verwandten sowie Interessierte über sein Abenteuer Indien auf dem Laufenden gehalten werden, wird Tohoff über das Jahr einen Blog schreiben. Es gibt bereits erste Beiträge über das Projekt.

Neben seiner Arbeit bei der Jeypore-Kirche ist es die Aufgabe von Lukas Tohoff, einen Förderkreis aufzubauen, der seine Entsendeorganisation, das Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ) in Hamburg, mit monatlichen Spenden – etwa fünf bis zehn Euro – finanziell unterstützt. Auf diese Weise haben er und andere junge Menschen die Möglichkeit, bei Hilfsprojekten in Entwicklungsländern mitzuhelfen. Wer spenden möchte, kann sich bei Tohoff melden. Zu erreichen ist er unter der Nummer 04269/5830 und per E-Mail lukastohoff@web.de. Nähere Informationen finden sich in seinem Blog.

www.meinindienblog.wordpress.com

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