RK-Wettermann: Singularitäten helfen bei Freizeit- und Urlaubsplanung

Wann ist Sommer?

Die Sonne kommt, irgendwann jedenfalls, soviel steht fest. Und zwar jedes Jahr.
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Die Sonne kommt, irgendwann jedenfalls, soviel steht fest. Und zwar jedes Jahr.

Rotenburg - Von Reinhard Zakrzewski. Ist das Urlaubsziel gefunden, muss nur noch das Wetter stimmen. Gerade wer in der Heimat die Ferien verbringt, bleibt mit dieser Entscheidung hin und wieder ziemlich im Regen stehen. RK-Wettermann Reinhard Zakrzewski hat dennoch ein paar Tipps, wie es klappen könnte. Auch hier gilt allerdings: ohne Gewähr.

Wir brauchen eine ganze Menge Glück, um gebräunt und ohne Wetterfrust aus einem Urlaub zurückzukommen. Denn in unseren wechselhaften Breiten haben Tiefdruckgebiete aus fast allen Himmelsrichtungen freien Zutritt. Und auch das berühmte Azorenhoch kann den heranrückenden Regen- und Gewitterfronten gewöhnlich nur für wenige Tage Paroli bieten.

Trotzdem sind wir dem ungezügelten Treiben der Tiefdruckwirbel nicht völlig hilflos ausgesetzt. Gibt es doch die sogenannten Witterungsregelfälle, meteorologisch Singularitäten. Sie zeigen sich in den Wetterstatistiken durch ein fast regelmäßiges Auf und Ab von meist schönen und weniger schönen Witterungsphasen. Zufall oder nicht: In der Hauptreisezeit von Mai bis September scheint kühles und wechselhaftes Wetter vor allem die Tage rund um die Monatsmitte gepachtet zu haben. Diese im langjährigen Mittel unfreundlichen Witterungsphasen werden flankiert von Schönwetterperioden besonders zu den Monatswechseln. Aus der Reihe tanzt da nur der Mai, der nicht selten einen kalten oder sogar frostigen Start hinlegt (verfrühte Eisheilige), während die gestrengen Herren zu ihren eigentlichen Terminen (11. bis 15. Mai) immer zahmer werden und sogar mit viel Sonne daherkommen. Eine regelrechte Sonnenbank ist die Frühsommerperiode in der aktuellen letzten Mai- und ersten Juniwoche. Im weiten Junidrittel folgt ebenso sicher der Absturz in die Schafskälte. Feuchtkühles und windiges Wetter ist während des letzten großen Kälterückfalls des Jahres vom 10. bis 20. Juni (Kernzeit Monatsmitte) fast garantiert – man denke nur an die Kapriolen alljährlich beim Hurricane-Festival...

Ein Aufwärtstrend für den Sommer zeichnet sich im letzten Junidrittel bis Anfang Juli ab. Diese Tage fallen teilweise schon in den Siebenschläferzeitraum, der vom 27. Juni bis und 10. Juli dauert. Ist die Atmosphäre in dieser Zeit überwiegend auf Krawall gebürstet, leiden wegen der Erhaltungsneigung der Atmosphäre auch die folgenden vier bis sieben Sommerwochen darunter. In diesem Fall kann man die zweite Julidekade gleich mit abhaken, denn nach dem 30-jährigen Klimamittel ist sie ohnehin die trübste des Sommers.

Am 23. Juli starten die Hundstage mit der heißesten Zeit. Bis zum 10. August werden die höchsten Temperaturen gemessen. Danach zeigt sich das Sommerwetter wieder brüchig. In machen Jahren schaut Mitte August bereits der erste Herbststurm vorbei. Spätestens in der letzten Augustwoche naht Hoffnung mit einem stabilen Spätsommerhoch. Bleibt es mit seinem Schwerpunkt östlich von uns liegen, können südliche Winde das Thermometer noch auf 30 Grad treiben. Im zweiten Septemberdrittel lässt die Atmosphäre dem Herbst gerne freien Lauf, bevor in der letzten Septemberwoche die ruhigen Tage des Altweibersommers anbrechen.

Faustregeln für Reisen: Von Ende Mai bis Anfang Oktober ist das Wetter ein bis zwei Wochen rund um die Monatswechsel meistens schöner. Die Frühsommerperiode Ende Mai/Anfang Juni ist die zuverlässigste. Die Hundstage vom 23. Juli bis 10. August bieten die meisten Sommertage am Stück (mindestens 25 Grad) und das wärmste Wasser an Nord- und Ostsee und den Binnenseen.

Der durchschnittliche Sommer (Juni bis August, Klimareihe 1991 bis 2010) hat in Rotenburg zu bieten: 221 Liter Regen/Quadratmeter, 600 Sonnenstunden, 31 Sommertage (mindestens 25 Grad), sieben heiße Tage (mindestens 30 Grad).

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