Anwohner der Reeßumer Straße reagieren auf Abstimmung

„Rat will Fakten schaffen“

Dass die Reeßumer Straße durch den Lastverkehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und saniert werden muss, darüber sind sich Politik und Anwohner einig. ·
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Dass die Reeßumer Straße durch den Lastverkehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und saniert werden muss, darüber sind sich Politik und Anwohner einig. 

Stuckenborstel - Von Mareike Bannasch. Die Dorferneuerung in Stuckenborstel: eine Geschichte voller Konflikte zwischen den Anwohnern und der Gemeinde.

Bereits bei der Sanierung der Neubauer Heide gab es endlose Diskussionen um die geplante Maßnahme. Eine Entwicklung, die sich in der Reeßumer Straße zu wiederholen droht. Nach der Entscheidung des Gemeinderates, den ersten Bauabschnitt auf den Weg zu bringen, scheint das Tuch zwischen den Betroffenen und der Politik endgültig zerschnitten.

Denn die Reeßumer Straße war erst während der Sitzung auf die Tagesordnung gekommen –  ohne dass die Anwohner davon wussten. „Eigentlich sind wir ja schon daran gewöhnt, dass Desinformationen laufen, aber das setzt dem Ganzen die Krone auf“, sagt Anja Döbrich, Mitglied der Anwohnerinitiative. Dies sieht auch ihr Nachbar Frank Röhrs so, der Methode hinter der Änderung vermutet: „Vermutlich will der Rat einfach Fakten schaffen, und uns so überrumpeln. Denn dann kommen wir ja nicht mehr um die Sanierung herum.“

Diesen Eindruck äußerte Röhrs bereits im Herbst vergangenen Jahres. Damals hatten die Anwohner den Gang in die Öffentlichkeit angetreten, um ihrem Unmut darüber Luft zu machen, dass die Planungen für die Sanierung der Straße an ihnen vorbeiliefen. Unter dem Eindruck dieser öffentlichen Kritik bot die Gemeinde schließlich eine Anwohnerversammlung an – zu der ebenfalls reichlich spontan eingeladen worden sei. „Das war vielleicht vier, fünf Tage vorher“, erinnert sich Döbrich. Außerdem seien bei der Einladung drei der zehn Anliegerfamilien vergessen worden. Bei dem Treffen im November hätte die Initiative erneut ihre Kritikpunkte zur Sprache gebracht. So fürchten die Anwohner, dass das geplante Pflaster für einen erhöhten Lärmpegel sorgt. Immerhin fahren auf der Straßen täglich schwere landwirtschaftliche Maschinen und Lastwagen – auch während des Pressegesprächs sind die Kolosse nicht zu überhören. „Der Planer hat sogar zugegeben, dass es dann lauter werden wird“, betont die Stuckenborstelerin. Angesichts dieser Ankündigung planen die Anwohner bereits jetzt für die Zeit nach der Sanierung. „Sollte es wirklich so kommen, behalten wir uns vor, ein Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben“, kündigt Anja Döbrich an. Um ihre Position deutlich zu machen, haben die Anlieger nach der Anwohnerversammlung in einem Schreiben an die Gemeinde und die Fraktionen ihr Anliegen formuliert. „Bis heute gab es darauf keine Reaktion“, macht die Betroffene ihrem Frust Luft.

Was die Stuckenborsteler nach der Ratssitzung jedoch am meisten umtreibt: der finanzielle Aspekt. So ist bislang nur für den ersten Bauabschnitt (bis zur Feuerwehr) ein Zuschuss vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachen (LGLN) sicher. Und dass auch nur, wenn die Maßnahme bis Ende Juli abgerechnet ist. Was mit dem Rest der Straße wird, steht noch in den Sternen. Die neuen Fördermaßnahmen der LGLN werden erst im Frühjahr ausgelobt. „Kein Mensch weiß, ob es dann Geld für den Rest gibt. Und wenn man erst mit dem Bürgersteig angefangen hat, muss man den ja auch beenden. Und wer darf die Zeche zahlen?“, fragt Frank Röhrs rhetorisch.

Dass der Frust der Anwohner so tief sitzt, ist auch eine Reaktion auf die Äußerungen von Ratsherr Siegfried Gässler (CDU), der die Anlieger während der jüngsten Sitzung öffentlich kritisierte. „Wir möchten uns gegen diese Diffamierungen zur Wehr setzen“, betont Anja Döbrich. Sie verweist darauf, dass sie und ihre Nachbarn sich immer in die Diskussion über die Sanierung eingebracht hätten – trotz des Verhaltens der Politik.

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