Ausschuss für Planung und Hochbau berät erneut mögliche Westumgehung

Radtke: „Ein Sammelsurium an Stammtischparolen“

Rotenburg - Das Thema ist den Mitgliedern des Ausschusses für Planung und Hochbau nicht neu. Seit einigen Jahren diskutieren sie immer wieder über eine mögliche Westumgehung für Rotenburg, um die Verkehrsbelastung der städtischen Strecken zu verringern. Heiß her ging es kürzlich in der Sitzung des Gremiums, als dieses Vorhaben auf Antrag der Freien Wähler erneut zur Diskussion stand.

Vor einigen Jahren seien Pläne für eine stadtnahe und eine stadtferne Westumgehung erarbeitet worden, erklärte Werner Scholz von der Verwaltung einleitend. Doch Untersuchungen beider Varianten hätten ergeben, dass die Entlastungswirkung nicht ausreiche, um die Förderung des Bundes für eine solche Maßnahme zu bekommen. Außerdem führe die eine Strecke durch ein europäisches Schutzgebiet. Ein solch gewaltiges Bauwerk wie die Westumgehung durch die Wümmeniederung sei schwer vorstellbar, so Scholz.

Ingo Lesch von den Freien Wählern verteidigte den Antrag seiner Partei: „Man kann es doch sowieso nicht jedem Recht machen!“ Der Verkehr in der Stadt käme schon jetzt häufig ins Stocken, weil die Strecken überlastet seien. Insbesondere bei Unfällen auf der Autobahn 1 würden viele Fahrer die Abkürzung durch Rotenburg nehmen. Unabhängig von den jetzigen umfangreichen Bauarbeiten habe sich verstärkt gezeigt, was eine Westumgehung für den Lastverkehr und den innerstädtischen Straßenverkehr bedeute. Man möge bedenken, dass eine Verbindung, die Ost und West verknüpfe, für eine Kreisstadt nicht ausreiche, so die Argumentation der Freien Wähler.

„Das ist ein solcher Schwachsinn, dass alle paar Jahre derselbe Antrag kommt hängt mir zum Hals raus“, entgegnete Manfred Radtke von den Grünen. „Ihre Ausführung ist ein Sammelsurium an Stammtischparolen. Nicht der Durchgangsverkehr belastet die Strecken, sondern der innerstädtische Verkehr.“

Hedda Braunsburger von der SPD forderte, vorerst jegliche Bemühungen zur Westumgehung einzustellen. Bürgermeister Detlef Eichinger lenkte jedoch ein: „Ein Beschlussvorschlag zur Güte: Wir sollten das Ohr am Puls der Zeit haben und keine Pflöcke einschlagen. Verschieben wir die Debatte auf Februar kommenden Jahres.“

Da es sich um eine Bundesstraße handele, könne man als Stadt den Bau sowieso nicht beschließen. Mit fünf Stimmen dafür, einer dagegen und drei Enthaltungen folgte das Gremium dem Vorschlag von Bürgermeister Eichinger. · dk

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Meistgelesene Artikel

635 neue Coronafälle im Landkreis Rotenburg

635 neue Coronafälle im Landkreis Rotenburg

635 neue Coronafälle im Landkreis Rotenburg
Waschen, schneiden, spenden

Waschen, schneiden, spenden

Waschen, schneiden, spenden
Dauerthema Wolf: Experten sehen Jagdrecht nicht als Lösung

Dauerthema Wolf: Experten sehen Jagdrecht nicht als Lösung

Dauerthema Wolf: Experten sehen Jagdrecht nicht als Lösung
Energiekosten verursachen Sorgenfalten

Energiekosten verursachen Sorgenfalten

Energiekosten verursachen Sorgenfalten

Kommentare