Im August im Landkreis 4,5 Prozent / Junge Erwachsene im Fokus

Quote wieder im Abwind

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Kreis Rotenburg - „Zum ersten Mal haben wir wieder das Vorjahresniveau erreicht“, fasste Oliver Lemke, Leiter der für den Südkreis zuständigen Arbeitsagentur an der Nordstraße, die Entwicklung des heimischen Arbeitsmarktes im August gestern zusammen.

Zum statistischen Zähltag verringerte sich die Arbeitslosenquote im Altkreis Rotenburg auf 5,3 Prozent. Getragen von den seit jeher noch deutlich besseren Zahlen in den Bereichen Zeven (3,5) und Bremervörde (4,2 Prozent) wurde für den gesamten Landkreis Rotenburg im August eine Quote von 4,5 Prozent festgestellt.

Damit bestätigte der Landkreis seine herausragende Position im Agentur-Bezirk Stade, wo in den Landkreisen Cuxhaven und Stade jeweils 6,1 Prozent Arbeitslose registriert wurden.

„Die Entwicklung stimmt mich froh und heiter“, kommentierte Oliver Lemke, zumal auch einige Insolvenzen zu verkraften waren. Lemke: „Wenn der Markt drumherum gut ist, wirkt sich das kaum aus.“ Indikator für die positive Entwicklung ist das Verhältnis von erwerbslosen Männern und Frauen. Mit 50,3 zu 49,7 Prozent sei da mittlerweile wieder Gleichstand eingekehrt. Das heiße, dass insbesondere die saisonabhängigen Branchen wieder unter Dampf stünden.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Arbeitsagentur bis Ende 2015 auf die Erstausbildung junger Erwachsener im Alter von 25 bis 35 Jahren. Das Programm sei „finanziell opulent ausgestattet“, erläutert Lemke, beinhalte betriebliche Umschulungen ebenso, wie komplette Ausbildungen, die von der Agentur finanziert werden. Da bis zu 400 Euro der von den Betrieben zu zahlenden Ausbildungsvergütung anrechnungsfrei blieben, biete das Angebot für Betroffene wie auch für Unternehmen interessante Perspektiven.

Anders als in Stade oder Cuxhaven, kommt in der Optionskommune Rotenburg allerdings die Job-Center-Klientel (Langzeitarbeitslose, Hartz-IV-Empfänger) nicht in den Genuss der Bundesmittel. Man könne die Instrumente nutzen, müsse aber aus dem eigenen Budget die Ausbildungen finanzieren, erläutert Leiter Harald Glüsing. Er wies darauf hin, dass die Zielgruppe bereits als Unter-25-Jährige im Fokus der Bemühungen gestanden hätte.

In Einzelfällen werde man allerdings, kündigte Glüsing an, die möglichen Ausbildungsgänge aus den Budget des Job-Centers bezahlen. Wohl wissend, dass die Mittel dann nicht mehr für Qualifizierungsmaßnahmen beispielsweise zur Verfügung stehen. Mit deutlich messbaren Auswirkungen. Von den mehr als 7 000 Leistungsempfängern rechne er rund 3 100 zum „Sockel“ derjenigen, deren Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt sich besonders schwierig gestalte. Wenn das Budget seitens des Bundes um zwei Drittel gekürzt werde, sei der Sockel kaum zu halten. Nur wenn mehr Mittel fließen und mehr Maßnahmen angeboten werden, könne man die Sockel-Arbeitslosigkeit verringern. Dennoch sieht Glüsing keinen Grund zum Jammern: „In kleinen Schritten geht es voran.“ · sf

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