Tag der offenen Tür

Quicklebendige Erdbeeren und ein sterbender Schwan

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Xenia Kolmogorow beeindruckte in ihrer Darbietung als „sterbender Schwan“ aus Tschaikowskys Schwanensee.

Scheeßel - Jede Menge Tanz vom Feinsten präsentierten mehr als 100 Schülerinnen des Vereins „Step by Step“ am Sonntagnachmittag. Das Konzept des „Tags der offenen Tür“ hat sich bereits bewährt, bot es den mehreren hundert Zuschauern doch weiter gehende Einblicke in den Übungsbetrieb als eine herkömmliche Aufführung.

So wurden die Besucher in der Aula der Beekeschule ebenso Zeugen eines „Warm Ups“ wie der Vorbereitung zum Spitzentanz an der Stange. Auf diese Weise konnte Leiterin der Ballett- und Stepptanzgruppen Fiona Stermann mit ihren Einführungen auch viele Hintergrundinformationen einbauen, etwa, dass die Schuhspitzen nicht etwa mit Holz, sondern Pappmaschee gefüttert sind und der unvermeidliche anfängliche Schmerz bald gebe.

Fotos von der Veranstaltung

Tag der offenen Tür bei “Step by Step” in Scheeßel

Aber auch klassische Tänze wurden von den unterschiedlichen Altersstufen und Gruppen präsentiert, und die waren ganz unterschiedlicher Ausprägung: Von den Jüngsten, den vier- bis fünfjährigen „tanzenden Erdbeeren“ mit „hohem Niedlichkeitsfaktor“, wie Stermann zu Recht vorwarnte, über Feen- und Charaktertänze bis zum „Sailor’s Hornpipe“, bei dem die Älteren ausdrucksstark die Fitnessübungen der Matrosen an Board aufgriffen – ein Höhepunkt. Dazu trugen auch die farbenfrohen stilvollen Kostüme bei, die in monatelanger Arbeit im Stermannschen Keller entstanden seien, so der Vereinsvorsitzende Thomas Stermann. Absolut beeindruckend: Drei Soli dreier Elevinnen, die zeigten, wie acht bis neun Jahre Tanzausbildung fruchten. Dabei war es die verhaltene Intensität des Ausdrucks des „sterbenden Schwans“ aus Tschaikowskys Schwanensee Xenia Kolmogorow, oder die stolze Feurigkeit von Marie-Christin Mischke im „Don Qijote“ oder auch Insa Streits „Zuckerfee“ aus dem Nussknacker, die jenseits jeglicher Technik begeisterten.

Die Darbietungen der Jazz-und Modern Dance-Gruppen unter Leitung von Adrienne Ring setzten dagegen auf ausgefallene Choreografien, Dynamik und Bewegungsfreude, ob nun die Piraten zum „Fluch der Karibik“ die Bühne enterten oder die Jugendlichen mit „More!“ eine eigene Choreografie entwarfen. Das choreografisch aufwändigste Stück, John Hopkins’ Vessel, kam wie ein ausufernder Traum daher – expressiv, mit starken, zuweilen fast verstörenden Bildern.

Neben den tänzerischen Leistungen wurde im Anschluss auch der Einsatz einiger Schülerinnen für die gesamte Gruppe gewürdigt. Und wie jedes Jahr gab es am Ende bei aller Freude auch wieder die ein oder andere Träne, hieß es für drei Elevinnen nach fast einem Jahrzehnt Abschied nehmen – Schülerinnen, die ihren Dank nicht besser als mit ihren beeindruckenden solistischen Darbietungen hätten ausdrücken können. · hey

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