Konzern koffert zehn Kubikmeter Schotter aus / Gift in Edelstahlrohren

Quecksilber im Boden der RWE Dea-Verpressanlage

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RWE Dea-Sprecher Uwe-Stephan Lagies vor den Containern mit dem Bodenaushub. Der Konzern will nun die einzelnen Arbeitsabläufe genauestens überprüfen. ·

Grapenmühlen - Von Jens Wieters · Auf dem Gelände der RWE Dea-Verpressungsanlage in Grapenmühlen wurden bereits Ende der vergangenen Woche 38 Milliliter Quecksilber im Boden festgestellt.

Das giftige Schwermetall sei bei Verladearbeiten von Edelstahlrohren entdeckt worden, die bereits seit einem Jahr auf der Schotterfläche lagerten, so das Unternehmen, das nach eigenen Angaben am Montag das zuständige Landesbergamt und den Landkreis Rotenburg über den Vorfall in Kenntnis setzte.

„Wir haben sofort rund zehn Kubikmeter des belasteten Bodens ausgekoffert, der jetzt als Sondermüll entsorgt wird. Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit“, informierte RWE-Sprecher Uwe-Stephen Lagies gestern die Öffentlichkeit. Der Konzern werde jetzt auch im Umfeld der durch einen dicken Zaun geschützten Anlage Bodenproben nehmen, um zu analysieren, ob es im Laufe der vergangenen Jahre weitere Verunreinigungen gegeben habe, verspricht Lagies. Diese Werte würden bei der Informationsveranstaltung zum Thema Verpressungsanlage am Dienstag, 15. Mai, ab 19.30 Uhr im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus auch den interessierten Bürgern vorgestellt.

Bemerkt wurde das Quecksilber bei den Verladearbeiten von zwei Edelstahlrohren, die von einer von RWE Dea beauftragten Firma zum Schrottplatz gebracht werden sollten. „Dabei wurden die silberfarbenen Kügelchen mit bloßem Auge erkannt“, so Lagies.

Zwar würden die Rohre vor der Lagerung gereinigt, aber vermutlich habe sich das flüssige Metall in den Ritzen gehalten, vermutet Betriebsstättenleiter Jörg Bremer, der als Sofortmaßnahme den Schotterboden ausheben und vorübergehend in mit grünen Planen abgedeckten Containern lagern ließ.

„Quecksilber kommt natürlich im tiefen Erdreich vor, auch das Lagerstättenwasser, das bei der Erdgasproduktion anfällt, beinhaltet Spuren von Quecksilber“, erläutert Lagies. Ein Großteil werde zwar bei der Reinigung durch spezielle Verfahren separiert, aber Spuren seien noch in dem Wasser enthalten, das in Grapenmühlen mittels eines geschlossenen Systems in große Tiefen verpresst würde.

Rund 230 Kubikmeter des Lagerstättenwassers werden täglich in der Anlage verarbeitet. Das Wasser kommt ausschließlich aus den Produktionsanlagen der RWE Dea. Unter anderem auch vom Bohrloch aus Völkersen (Kreis Verden), das gerade durch Undichtigkeiten im Rohrsystem in die Schlagzeilen geriet.

„Wir werden jetzt unseren einzelnen Arbeitsschritten noch mehr Beachtung schenken und genauestens recherchieren, in welchem Ablauf der Fehler lag“, so Lagies.

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