Fracking: Wasserversorgungsverband sorgt sich um „Rotenburger Rinne“

Qualität bewahren

An der Bohrstelle Bötersen Z 11 soll im kommenden Jahr gefrackt werden. ·
+
An der Bohrstelle Bötersen Z 11 soll im kommenden Jahr gefrackt werden. ·

Rotenburg - LANDKREIS ROTENBURG · Besorgte Bürger machen landesweit zunehmend Front gegen Fracking-Maßnahmen. Bei dem Verfahren werden mit höchst umstrittenen Techniken und gefährlichen Chemikalien der Erde auch die letzten Gasmengen abgerungen. Zu denen, die wie eine „Glucke“ ihren Verantwortungsbereich hüten, gehört der Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes (WVV) Rotenburg-Land, Diplom-Ingenieur Volker Meyer.

Der 42-Jährige will unter allen Umständen verhindern, dass eines der wertvollsten Güter, nämlich das Wasser der „Rotenburger Rinne“, durch das Fracking zu einer gefährlichen Brühe wird.

Rund 80 000 Menschen werden mit dem Wasser der „Rotenburger Rinne“ versorgt. Ein Nass von hervorragender Qualität. Und das, so Meyer, solle auch in Zukunft so bleiben. Der Geschäftsführer betont: „Wir könnten nicht die Verantwortung übernehmen, unseren Enkeln kontaminiertes Trinkwasser zurückzulassen.“

Es geht um die Bohrstelle Bötersen Z 11 an der Abzweigung von der Bundesstraße 75 nach Jeerhof. Hier ist, begleitet von warnenden Bürgerprotesten, im kommenden Jahr von der Bohrgesellschaft Exxon Mobil, die im Kreis Rotenburg eine Vielzahl von Bohrstellen hat, eine Fracking-Maßnahme geplant.

Für Volker Meyer war es ein unbedingtes Anliegen, dass der Wasserversorgungsverband so früh wie möglich in die Planungen einbezogen wird. Inzwischen ist diese Forderung, der sich auch der Landkreis angeschlossen hat, erfüllt worden. Die Zusammenarbeit mit den Vertretern von Exxon Mobil, so Geschäftsführer Meyer, sei bisher ausgezeichnet. Das ändert aber nichts daran, dass sich die „Rotenburger Rinne“ in der Nähe von Bötersen Z 11 befindet.

Auch wenn das Wasserschutzgebiet Nord von der Bohrstelle einige Kilometer entfernt sei, erklärt Volker Meyer, müsse für beide Seiten, nämlich die Exxon Mobil und den Wasserversorgungsverband, die „Gelbe Ampel“ leuchten.

Meyer erklärt weiter: „Wir werden dazu zu gegebener Zeit schriftlich eine Stellungnahme verfassen. Wir sind gegen Bohr-Fracking-Maßnahmen in der Nähe beziehungsweise in Wasserschutzgebieten einschließlich der Zone III.“ Der Wasserversorgungsverband, unterstreicht der Diplom-Ingenieur, erwarte, dass das Bohrloch, das im Rahmen der Fracking-Maßnahme die „Rotenburger Rinne“ durchstoße, von „höchster Qualität“ sei. Unter allen Umständen müsse vermieden werden, dass giftiges und krebserregendes Wasser (Inhalte unter anderem Benzol und Quecksilber), sogenanntes Lagerstättenwasser, sich auf unterirdischem Wege mit reinem Trinkwasser der Rinne vermenge und dieses zu einer gefährlichen Flüssigkeit werden lasse.

Immerhin: Nach Information eines Repräsentanten von Exxon Mobil, versucht das Unternehmen zur Zeit, die giftigen Fracking-Substanzen durch ungiftige zu ersetzen, die in etwa zwei Jahren zur Verfügung stehen. · bn

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die Schätze der zyprischen Küche in Larnaka genießen

Die Schätze der zyprischen Küche in Larnaka genießen

Ist ein Fahrradschutzbrief sinnvoll?

Ist ein Fahrradschutzbrief sinnvoll?

Debatte über Corona-Maßnahmen und Mitsprache des Bundestags

Debatte über Corona-Maßnahmen und Mitsprache des Bundestags

Ein Riesen-Cookie aus der Pfanne

Ein Riesen-Cookie aus der Pfanne

Meistgelesene Artikel

„Eine Farce“: Reeßumer kritisieren Endlager-Konferenz

„Eine Farce“: Reeßumer kritisieren Endlager-Konferenz

„Eine Farce“: Reeßumer kritisieren Endlager-Konferenz
Wasserknappheit in Niedersachsen: Kanus auf Wümme und Oste bleiben trocken

Wasserknappheit in Niedersachsen: Kanus auf Wümme und Oste bleiben trocken

Wasserknappheit in Niedersachsen: Kanus auf Wümme und Oste bleiben trocken

Kommentare